Christian Kohlund kommt am 16. Dezember nach Lachen. Hier bei der Lesung im Theater Ticino in Wädenswil. Bild Bernhard Fuchs
Christian Kohlund kommt am 16. Dezember nach Lachen. Hier bei der Lesung im Theater Ticino in Wädenswil. Bild Bernhard Fuchs

Literatur

«Weihnachten soll besinnlich sein, nicht kommerziell»

Einer der bekanntesten Schauspieler im deutschsprachigen Raum, Christian Kohlund, ist am 16. Dezember zu Gast im Zelt des Lachner Wiehnachts-Zaubers.

Zusammen mit dem Gitarristen Klaus Pruenster lädt Kohlund zum «Weihnachts-Blues», einer besinnlichen Lesung mit Musik. mit Christian Kohlund sprach Irene Lustenberger.

Irene Lusternberger:Herr Kohlund, sowohl Ihre Eltern wie auch Ihre Schwester waren Schauspieler. Blieb Ihnen überhaupt etwas anderes übrig, als selbst Schauspieler zu werden?

Christian Kohlund: Nein, nicht wirklich. Bereits mein Grossvater war Schauspieler und Direktor des Stadttheaters Bern. Film und Theater haben mich immer fasziniert. Ich war auch als Regieund Kamera-Assistent und Beleuchter tätig – quer durchs Metier – und wollte alles kennenlernen. Ich bin jetzt 66 Jahre alt, und mein erster Auftritt war vor 60 Jahren. Ich habe also praktisch mein ganzes Leben auf der Bühne verbracht.

Man kennt sie aus Serien wie «Die Schwarzwaldklinik» oder «Das Traumhotel». Sie waren also eher im leichten Genre zu Hause. Hat es Sie nie gereizt, einen Bösewicht zu spielen?

Ich habe vor allem mit «Das Traumhotel » Popularität erhalten, das stimmt. Wer mich aber kennt und meine Karriere verfolgt hat, hat mitbekommen, dass ich auch oft Theater gespielt habe. Ich war über zehn Jahre lang an fast allen grossen deutschen Staatstheatern engagiert und habe dort vor allem die schweren Charaktere gespielt, zum Beispiel Clarence Darrow in «Im Zweifel für den Angeklagten». Im Theater habe ich also ganz andere Rollen gespielt, und ich bin damit gut gefahren. In «Zürich-Krimi», der Anfang Jahr im ARD lief, spiele ich einen gescheiterten Rechtsanwalt, der zurück zu den Wurzeln möchte. Die Serie ist erfolgreich und geht für mich weiter, was mich sehr freut. Meine Rolle in «das Traumhotel» hat mir grossen Spass gemacht. Ich habe viel von der Welt gesehen und möchte dies nicht missen. Schauspielerisch war das aber keine grosse Herausforderung.

Sie sind jetzt 66 Jahre alt,aber noch immer als Schauspieler tätig...

Ich werde das machen, bis ich tot umfalle. Es gibt ja glücklicherweise auch Rollen für ältere Männer (lacht). Mein Beruf macht mir viel Spass,und es gibt keinen Grund, aufzuhören. Ausser, Sie hätten mir was Besseres...

Am 16. Dezember treten Sie mit «Weihnachts-Blues» im Zelt des Lachner Wiehnachts-Zaubers auf. Wie ist es dazu gekommen?

Über Bekannte. Ich bin auch schon im Theater Ticino in Wädenswil aufgetreten. Und nun kam die Anfrage, ob ich nach Lachen kommen wolle.

Mit dem Programm «Weihnachts-Blues» haben Sie im Jahr 2010 begonnen. Wie kamen Sie auf die Idee?

Eine Lesung ist meiner Meinung nach eine wahnsinnig schöne Sache. Ich mache auch andere Lesungen, zum Beispiel Stefan Zweig. Die Auseinandersetzung mit Literatur gehört für mich zum Alltag. Und die Lesungen laufen gut, und wir sind damit in ganz Deutschland unterwegs. Ich habe Klaus Pruenster, einen Weltklasse-Musiker und Komponisten, mit dabei, der zu Filmen, bei denen ich Regie führte, die Musik komponiert hat. Zu Beginn war auch meine inzwischen verstorbene Schwester mit dabei. Und zu dritt waren wir sogar in Chicago bei der Schweizer, Deutschen und Österreichischen Botschaft.

Was erwartet die Besucher in Lachen?

Ich werde keine «Schneeflöckchen»-Texte präsentieren, sondern sozialkritische von Paulo Coelho, Bertold Brecht oder Stefan Heim bis hin zur Bibel. Die Texte sind aber nicht nur ernst, sondern auch lustig und nachhaltig. Die Zuschauer dürfen sich auf eine Lesung mit Musik freuen, die rund 1 3/4 Stunden dauert.

Mit «Weihnachtsblues» wollen sie auf die Werte zurückbesinnen, die ursprünglich für Weihnachten standen: Liebe, Familie, Freundschaft. Das heisst, dass im Hause Kohlund Weihnachten noch so richtig traditionell gefeiert wird?

Unsere beiden Kinder sind erwachsen und ausgezogen, deshalb ist es bei uns ruhiger geworden. Vor ein paar Jahren haben wir beschlossen, einander an Weihnachten nichts mehr zu schenken. Wir überraschen uns lieber während des Jahres mit einer kleinen Aufmerksamkeit. Aber an Weihnachten kommt die ganze Familie zusammen, wir haben einen Christbaum und es gibt Fondue Bourgui

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

09.12.2016

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schwyzkultur.ch/bjVMrd