Michel Theurillat zog das Publikum mit seinem neuesten Roman in seinen Bann.
Michel Theurillat zog das Publikum mit seinem neuesten Roman in seinen Bann.

Literatur

Weltpremiere von «Wetterschmöcker»

Der neuste Krimiroman «Wetterschmöcker» des Schriftstellers Michel Theurillat ist so neu, dass er noch gar nicht auf dem Markt erschienen ist. Trotzdem gab es am Donnerstagabend die Möglichkeit, ein paar Passagen aus dem Buch zu hören.

Um 19 Uhr waren die Stühle in der Mediothek Pfäffikon bis auf den letzten Platz besetzt. Präsident Bruno Jakob begrüsste das Publikum.Stolz verkündete er, dass diese Lesung eine Weltpremiere sei.Das Buch «Wetterschmöcker» erscheint nämlich erst im Sommer. Umso nervöser war demzufolge der Autor, Michel Theurillat. Ausser seiner Lektorin habe noch niemand den Kriminalroman gelesen – noch nicht einmal seine Ehefrau. Die Zuhörer waren umso gespannter, ein paar Auszüge aus dem neusten Werk zu hören. Mit tiefer Stimme und in sauberem Deutsch begann Theurillat, dem Publikum vorzulesen. Schon nach kurzer Zeit hingen ihm die Zuhörer an den Lippen. Er stellte zu Beginn die Frage: «Was, wenn man nicht spricht, es aber könnte?» Gerade in der heutigen Zeit, wo alle sprechen und niemand mehr zuhört, eine wichtige Frage. Dieses Thema kam zur Sprache, weil einer seiner Romanfiguren, Jerome Roth, als Junge lange nicht sprechen wollte. Doch seine Eltern, Hans und Marie Roth, einfache Bauern aus dem Muotathal, fanden dies nicht sonderlich schlimm. Deshalb kommt der Titel «Wetterschmöcker» nicht von ungefähr. Denn das Muotathal mit seinen speziellen Gesellen,den Wetterschmöckern, spielt darin eine zentrale Rolle.

Ein Fall für Kommissar Eschenbach

Es ist bereits der fünfte Fall, den Kommissar Eschenbach aufklären muss. Denn es hat einen Mordfall in Zürich gegeben. Seine Assistentin Rosa ist ihm dabei eine geringe Hilfe. Sie beschäftigt viel eher die Frage, was der Polizist Claudio dazu bewogen hat, ausgerechnet mit der Forensikerin Anja Pepic zu schlafen. Ein seltsamer Mann mit Bart wartet im Befragungszimmer auf Eschenbach. Alois Thüring, wie er sich nennt, ist ein Wetterschmöcker aus dem Muotathal. Er vermisst seine Nichte Clara und hat ein ungutes Gefühl. Eschenbach ärgert sich, dass er sofort an die Tote an der Limmat denkt. Vielleicht ist Clara auf der schneebedeckten Strasse verunfallt? Doch ihr Onkel hat andere Vermutungen.Clara,die ein paar Kapitel zuvor im Primetower blutüberströmt in Ohnmacht fällt, ist tatsächlich in Lebensgefahr. Kann ihr der Anwalt Dieter Gericke helfen?

Lug und Betrug

Im Anschluss an die Lesung erzählte Michel Theurillat dem Publikum, wie er auf die Idee für diesen Roman kam und was für Themen ihn sonst noch beschäftigen. Er fragt sich, wie es möglich ist, dass in der heutigen Zeit in der Wirtschaft so viel betrogen wird; jüngstes Beispiel sei der VW-Skandal.Er kam zum Schluss, dass es dafür Menschen brauche, die psychisch angeschlagen sind. Deshalb meinte der Autor abschliessend: «Im Buch lernen Sie viel über Psychopathen.» Beim darauffolgenden Apéro gab es Gelegenheit, ein paar Worte mit dem Schriftsteller zu wechseln oder untereinander über das neuste Buch zu diskutieren.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Maria Pierson)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

02.05.2016

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www.schwyzkultur.ch/L9Kj5E