Martin Michel mit den gesammelten Gedichten von Marzell Stählin. Bild Johanna Mächler
Martin Michel mit den gesammelten Gedichten von Marzell Stählin. Bild Johanna Mächler

Literatur

«Wertvolle Erinnerungen an Alt-Lachen»

Der Lehrer Marzell Stählin hat über 100 Heimatgedichte verfasst. Martin Michel und sein Team werden an der 1.-August-Feier in Lachen über Leben und Werk des Lachner Dorfpoeten berichten.

Martin Michel, Sie haben sich mit dem Dichter Marzell Stählin befasst. Welche Art Mensch war er?

Wer ihn erlebt hat, charakterisiert Marzell Stählin als einen originellen und lustigen, als einen überlegten und feinfühligen, aber auch als einen impulsiven und etwas eigenwilligen Menschen. Er war Dichter, Lehrer und Fasnächtler aus vollem Herzen.

Hat er die Gedichte eher für sich selbst geschrieben oder für das Dorf,die March oder für seine Schülerinnen und Schüler?

Schon immer liess er seine Gedichte von seinen Schülern vortragen. Dabei galt es sowohl, das richtige «Märchlertütsch » als auch die nötige Gestik und Mimik zu beachten. Doch hat er wohl auch viele Gedichte nur für sich geschrieben. Gedichte waren seine Art, Interessantes festzuhalten und Bedeutendes zu schildern. Eher beiläufig druckte er 1978 ein paar Gedichte und schenkte das Bändchen «E Hampfele Märchlertütsch» seinen Kollegen zu seinem 50. Geburtstag.

Welches gefällt Ihnen besonders?

«D’ Septämbersünntig» – das gibt so sarkastisch und liebevoll die Konkurrenz zwischen Siebnen und Lachen wieder.

Offenbar hat es eher wenig Aufsehen um seine Person gegeben. Wer kennt ihn heute noch?

Sicher erinnern sich alle seine Schüler an verschiedenste lustige oder eigentümliche Momente. Auch erinnert sich jeder Fasnächtler an den originellen Butzi. Leider sind viele, die mit ihm im «Rosengarten» gejasst, diskutiert und gelacht haben, schon gegangen.

Lachens Geschichte weist einige berühmte Leute aus, darunter Musiker und Maler. Wo würden Sie den Dichter und Lehrer Marzell Stählin einordnen?

Marzell Stählin ist ein Dorfpoet. Seine Gedichte sind wie Bilder von speziellen Begebenheiten des Dorfes. Seine Verse sind wie Melodien in reinstem «Märchlertütsch». Seine Gedanken sind wertvolle Erinnerungen an Alt-Lachen.

Die Verse und Reime sind in einem Büchlein gesammelt. Bestimmt werden an der 1.-August-Feier einige daraus vorgetragen.

Seine Gedichte stehen im Mittelpunkt. Sie werden in Lied und Vortrag präsentiert. Der Kinderchor unter der Leitung von Helena Stocker singt, auch der Troubadour Heiner Wehrli trägt seine Lieder mit Texten von Marzell Stählin vor. Dazwischen werden auch Schulkinder seine Gedichte nach altem Gusto vortragen. Die Gedichte von Marzell Stählin müssen mündlich überliefert werden, denn sein Gedichtband «Mys Dorf am Sey» ist leider vergriffen. Schade.



1.-August-Feier in Lachen: Beiträge von verschiedenen Referenten zum «30. Todestag von Marzell Stählin», von 9 bis 10 Uhr auf dem alten Schulhausplatz oder bei schlechten Wetter in der Pfarrkirche.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Johanna Mächler)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

27.07.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/2en9ta