Das Bläserensemble Primavera spielte Werke von unbekannten Komponisten. Bild Verena Blattmann
Das Bläserensemble Primavera spielte Werke von unbekannten Komponisten. Bild Verena Blattmann

Musik

Fast vergessene, doch hörenswerte Musik

Das Bläserensemble Primavera musizierte am frühen Sonntagabend im evangelisch-reformierten Kirchgemeindehaus in Lachen auf hohem Niveau. Das «Raritätenprogramm» bestand aus Werken eher unbekannter Komponisten und begeisterte die Zuhörer.

«Keine grauen Mäuse» stand auf der Einladung des Bläserensembles Primavera, das sich aus der Musikerin Katja Marty Knobel (Flöte) sowie den Musikern Roland Bamert (Fagott), Christoph Bürgi (Oboe), Heiner Wanner (Horn), Martin Winiger (Klarinette) und Stefan Zindel (Piano) zusammensetzt. Diese Bezeichnung traf auf die Programmauswahl und die Musiker ebenso zu. Das «Sextett für Bläserquintett und Piano» stammt aus der Feder des Chorleiters, Pianisten und Komponisten Max Brauer.Von ihm ist nicht viel bekannt. In den letzten Jahren wirkte Brauer in Karlsruhe, wo er im Bachverein den Oratorienchor gründete.

Beschwingt und neckisch

Sein zur Aufführung gelangtesWerk in vier Sätzen vereinte feine, getragene Passagen mit beschwingter, fröhlicher Musik und kam zwischendurch temperamentvoll, feierlich, rasant, virtuos und zuweilen auch bestimmend oder neckisch daher. Die immer wiederkehrende, gefühlvolle Melodie begeisterte vor allem in Form wunderbarer Soli. Auch der Pianist Stefan Zindel wusste über das ganze Konzert hindurch zu überzeugen. In der «Suite Cantabile für Bläserquintett » lässt der Komponist und Jazzpianist Bill Douglas nebst Klassik auch Elemente aus Jazz, Afro oder Funk einfliessen. Musste sich der Zuhörer anfangs etwas an die ungewohnte Besetzung für diese Musik gewöhnen, so waren die Zuhörer im Laufe der vier Sätze immer angetaner, so etwa im vierten Satz, der mit Sambarhythmen ein Stück Rio nach Lachen holte.

Berliner Witz

Das Konzert wurde beendet mit «Gavotte undTarantella op. 6 für Bläserquintett und Piano» des Berliners Fritz Fuhrmeister, einem Schüler von Franz Liszt. Der berühmte und immer wider gern gehörte Berliner Witz mag es vielleicht sein, der hauptsächlich beim Gavotte zum Tragen kam und sich humorvoll und unterhaltend auf die Zuhörer übertrug.



Höfner Volksblatt und March Anzeiger

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

28.10.2014

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