Der Jodlerklub Maiglöggli Lachen: 1963 als Nachfolger eines «Führwehrchörlis» gegründet. Bild zvg
Der Jodlerklub Maiglöggli Lachen: 1963 als Nachfolger eines «Führwehrchörlis» gegründet. Bild zvg

Musik

Junge Feuerwehrler und «es Blüemli»

Neulinge der Feuerwehr Lachen sangen sich an einem Jodler-Familienabend in die Herzen der Zuhörer und beschlossen, einen Jodlerklub zu gründen. Langjährige Dirigenten, Präsidenten und ein Jodelliederkomponist ganz eigener Art prägten die Geschichte des «Maiglöggli» Lachen.

Den Leitspruch «Kameradschaft ha und fröhlich jutze, isch gwüss s’Schönschti uf der Wält. Es Jodellied vo Herze gsunge, bedütet meh als Guet und Gäld» setzte Hermann Köpfli an den Beginn seiner Amtszeit im Jahr 1963. Die Aussage hatte während seiner insgesamt 28-jährigen Präsidialzeit und noch heute oberste Priorität. Die Gründungsversammlung am 29. August 1958 im Alten Schulhaus verzeichnete zehn Personen. Die meisten waren die damaligen Jungen der Feuerwehr Lachen, welche für die Unterhaltung des traditionellen Familienabends im «Bären» verpflichtet wurden. Im musikalischen Teil begeisterte das «Führwehrchörli» mit dem Jodellied «Es Blüemli» von Emil Herzog.

Lachner Vereinsleben bereichert

Im Verlaufe dieses Abends stand es fest: Das Lachner Vereinsleben sollte mit einem Jodlerklub bereichert werden. Hauptinitiant und erster Präsident war Walter Beeler. Mit dem Siebner Lehrer Josef Muheim fanden die motivierten Sänger einen versierten, mit der Jodelliteratur vertrauten Dirigenten. Muheim blieb 23 Jahre und führte den Klub von Erfolg zu Erfolg. Auch seinem Nachfolger Bruno Hug (Direktion von 1981 bis 1993) gelang es, das hohe Niveau zu halten.

Sogar im «Teleboy»

Dass das «Maiglöggli» schweizweit bekannt wurde, hatte nebst dem gepflegten Jodelgesang noch weitere Gründe. Untrennbar mit dem JK Maiglöggli wird der begnadete Musiker und Komponist Fred Stocker in Verbindung gebracht. Die meisten seiner musikalisch sehr hochstehenden Lieder wurden in das Repertoire aufgenommen, an Jodlerfesten mit grossem Stolz vorgetragen und von den Juroren anerkennend bewertet. Mit den Stocker-Liedern vertraut war auch das sehr beliebte und erfolgreiche Jodelduett Josef Schuler/Bruno Hug. Am 10. Dezember 1977 fiel dem Klub die Ehre zu, bei Kurt Felix im «Teleboy» aufzutreten. Auch dazu komponierte Fred Stocker ein Lied nach dem Text von Laurenz Bravin: «De Teleboy- Kurt».

Aktiver Dorfverein

Der JK Maiglöggli zählt heute rund 20 Mitglieder, davon zwei Jodlerinnen. Präsidiert wird der Verein von Erich Zahner und musikalisch geleitet von Jürg Spadin. Ein kleines «Vorjodlerfest» organisierten die Lachner Jodlerinnen und Jodler vor vier Jahren anlässlich ihres 50-Jahr-Jubiläums unter der bewährten Federführung von Walter Stählin. Der ganze Dorfkern wurde zum Jodlerdörfli und hinterliess bei der Bevölkerung einen nachhaltigen Eindruck. Auch im Dorfleben beteiligt sich der Klub aktiv an verschiedenen Festen und Jubiläen, an Familienfeiern oder an der Fasnacht und immer mit einer respektvollen Kameradschaft.

«Cheibe gmüetli»

Unter dem Motto «Cheibe gmüetli» findet vom 22. bis zum 24. Juni das Zentralschweizerische Jodlerfest in der March statt. Trägervereine sind die vier Märchler Jodlerklubs Sängertreu Siebnen, Bärgblüemli Wangen, Maiglöggli Lachen und das Jodelchörli Am St. Johann Altendorf.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

22.02.2012

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schwyzkultur.ch/9jfEPS