Der Präsident der Joachim-Raff-Gesellschaft Res Marty zeigt stolz Originalstücke aus seinem Archiv. Links im Bild sitzt seine Partnerin Yvonne Götte, im Hintergrund zu sehen ist ein Bild von Franz Liszt. Bild Tobias Simonis
Der Präsident der Joachim-Raff-Gesellschaft Res Marty zeigt stolz Originalstücke aus seinem Archiv. Links im Bild sitzt seine Partnerin Yvonne Götte, im Hintergrund zu sehen ist ein Bild von Franz Liszt. Bild Tobias Simonis

Musik

Leben «unseres» Komponisten

Der Saal des «Marina» in Lachen war am Mittwochabend gefüllt, als Res Marty einen gleichermassen interessanten, sowie humorvollen Vortrag über das Leben des Komponisten Joachim Raff hielt.

Der Andrang war gross und praktisch jeder Stuhl im Saal besetzt, als Res Marty, Präsident der Joachim- Raff-Gesellschaft, mit seinem Vortrag begann. Dieser war Teil einer Vortragsreihe und diente komplementär zur kürzlich stattgefundenen Ausstellung über das Leben des Künstlers, anlässlich seines 190. Geburts- und 130. Todestags.

Umfangreiche Sammlung

Kaum jemand anderes als Res Marty verfügt über ein solch profundes Wissen über «unseren» Komponisten, wie er von den Lachnern liebevoll genannt wird.Marty durchforstete unzählige Archive und Bibliotheken, was nicht zuletzt auch zu einer umfangreichen Sammlung an Anekdoten und Geschichten über Raff führte, welche Marty geschickt in den Vortrag einfliessen liess.

Kein einfaches Leben

Das Leben des Musikers war alles andere als einfach. Früh kam es zum Bruch mit der eigenen Familie, vor allem mit dem strengen Vater. Raffs Eltern wollten, dass der junge Joachim Lehrer oder Pfarrer wird. Er selbst aber hegte schon früh den Wunsch, Berufsmusiker zu werden. Noch als junger Mann zog er von zu Hause fort, probierte sich in Rapperswil und Zürich, wo er oft mit «Trunkenbolden» unter freiem Himmel schlief.

Leidenschaft umgesetzt

Seine Leidenschaft, das Komponieren, liess ihn aber nie los und trotz Bankrott und schlechten Kritiken hielt er an seinem Traum fest. Zum Glück! Denn hätte der junge Joachim Raff aufgegeben, wäre er nie Komponisten wie Felix Mendelssohn oder Franz Liszt begegnet, mit denen er teils in einer symbiotischen Beziehung lebte und die ihn schon in jungen Jahren prägten. Heute wissen wir, dass Raff seinen Weg gegangen war. Von Basel, nach Weimar, verschlug es ihn über Wiesbaden, wo er endlich die Anerkennung bekam, welche ihm zustand, schliesslich nach Frankfurt. Dort bekleidet er den Posten als Direktor des Hoch’schen Konservatoriums und starb im Jahre 1882 mit 60 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes.

Heimat nicht vergessen

Trotzdem vergass der Autodidakt nie seine Heimatstadt und kehrte oftmals wieder nach Lachen zurück, wo er vor allem vom See und den Bergen zu Meisterwerken inspiriert wurde. So brachte das Musikgenie über 200 Werke zu Papier, welche sich auch heute noch grosser Beliebtheit erfreuen, dies zeigte auch der gefüllte Saal des «Marina» in seiner Geburtsstadt Lachen.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

25.01.2013

Webcode

schwyzkultur.ch/xspM5M