Grosse Aufmerksamkeit für Mozart: Er schrieb sein «Requiem in d-moll» auf dem Sterbebett, ohne es zu vollenden. Bild Marie-Eve Hofmann
Grosse Aufmerksamkeit für Mozart: Er schrieb sein «Requiem in d-moll» auf dem Sterbebett, ohne es zu vollenden. Bild Marie-Eve Hofmann

Musik

Mozarts letztes, sehr persönliches Werk

Als Gast der Kulturgruppe Begägnig am Sey begeisterten der Zürichsee Chor und das Orchester Ensemble La Partita weit über 400 Menschen in der Pfarrkirche in Lachen mit Mozarts letztem Werk «Requiem in d-Moll».

Der Zürichsee Chor, unter der Leitung von Stefan Kuchelmeister, überzeugte wieder einmal mit sensibler Stimmengewalt und einfühlsamer Interpretation. Gemeinsam mit dem Orchester Ensemble La Partita und den Solisten Sarah Maeder (Sopran), Anna Schaffner (Alt), Markus Ullmann (Tenor) und Robert Koller (Bass) begeisterte er am vergangenen Sonntagnachmittag in der Pfarrkirche Lachen weit über 400 Zuhörerinnen und Zuhörer. Der enthusiastische Applaus am Ende dieses eindrücklichen Konzertes wollte dann auch schier kein Ende nehmen.

Requiem ist Gemeinschaftswerk

Das Requiem in d-Moll (KV 626) ist Wolfgang Amadeus Mozarts letzte Komposition. Obwohl es nur zu etwa zwei Dritteln von Mozart selbst stammt, ist es eines seiner beliebtesten und am höchsten eingeschätzten Werke. Und doch ist es durch seine Entstehungsgeschichte und Qualität der nachträglichen Ergänzungen seit langem heftig diskutiert. Während des Kompositionsprozesses erkrankte Mozart schwer. Bis zu seinem Tod am 5. Dezember 1791 hatte er lediglich den Eröffnungssatz des «Introitus» mit allen Orchester- und Vokalstimmen niedergeschrieben.

Witwe drängte auf Fertigstellung

Das folgende «Kyrie» und der grösste Teil der «Dies irae» Sequenz waren lediglich in den Gesangsstimmen und dem bezifferten Bass fertig gestellt, darüber hinaus verschiedentlich einige wichtige Orchesterpartien kurz skizziert. Der Witwe Mozarts war verständlicherweise sehr daran gelegen, dass das unvollständige Werk abgeschlossen wurde, um die Vorauszahlung nicht zurückzahlen zu müssen und die zweite Hälfte der Kaufsumme zu erhalten. Sie beauftragte zunächst Mozarts Schüler Joseph Eybler, der an der Instrumentation der Sätze vom« Dies irae» bis zum «Lacrimosa» arbeitete, den Auftrag dann aber aus unbekannten Gründen zurück gab. Die Arbeit wurde einem jungen Komponisten und ebenfalls Schüler Mozarts, Fanz Xaver Süssmayr, anvertraut, der das Requiem vollendete.

Ernste Grundstimmung

Im Vordergrund steht im Mozart-Requiem durchweg der vierstimmige Vokalsatz. Das Orchester hat mit wenigen Ausnahmen eher dienende Funktion. Auch die Vokalsolisten treten hinter dem Chor deutlich zurück und werden im Wesentlichen als Ensemble eingesetzt. Mozarts letztes und sein erstes grosses kirchenmusikalische Werk erzielt durch die sparsame Instrumentation eine verstärkte Abdunklung und eine düster-ernste Grundstimmung. Dunkelheit, Emotionen, Romantik und Sterben werden durch die B-Tonarten assoziiert. Das ganze Werk wirkt als eine sehr persönliche und erschütternde Auseinandersetzung Mozarts mit dem Tod, deren Anziehungskraft sich keiner entziehen kann.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

08.11.2011

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schwyzkultur.ch/UuNSyL