Ingolf Turban (links) und Sebastian Bohren mit der Violine und Dmitri Demiashkin am Klavier beeindruckten und begeisterten in Lachen mit ihrer Musik. Bild Janine Jakob
Ingolf Turban (links) und Sebastian Bohren mit der Violine und Dmitri Demiashkin am Klavier beeindruckten und begeisterten in Lachen mit ihrer Musik. Bild Janine Jakob

Musik

Musikalischer Genuss im «Trialog»

Die Joachim-Raff-Gesellschaft hat am Samstag zum 50. Konzert mit den Musikern Ingolf Turban, Sebastian Bohren und Dmitri Demiashkin eingeladen. Die Kammermusik und Turbans Erläuterungen begeisterten.

Am Samstag fand im reformierten Kirchgemeindehaus in Lachen ein Kammermusikkonzert der Sonderklasse statt. Die Joachim-Raff-Gesellschaft konnte die drei begehrten Musiker Ingolf Turban, Sebastian Bohren und Dmitri Demiashkin für ihr 50. Konzert gewinnen. Seit Bestehen der Gesellschaft war es das erste Mal, dass Turban – in München lebend – Werke von Raff in Lachen interpretierte. Er, aber auch der Klaviervirtuose Demiashkin, hat sich intensiv mit den Werken von Raff auseinandergesetzt.

Freunde abseits der Bühne

Res Marty, Präsident der Joachim-Raff-Gesellschaft, drückte seinen Dank und hohe Wertschätzung gegenüber den drei Musikern aus. Speziell: Nicht nur die für das Konzert gewählten Komponisten Joachim Raff für den ersten Teil und Max Reger, Moritz Moszkowski und Pablo de Saraste für den zweiten Teil waren untereinander befreundet, sondern auch die drei Musiker und Stars des Abends. Unter dem Motto «Romantische und feurige Stücke» fügte Turban «Freundschaften» als weiteren Programmtitel hinzu. Turban vermittelte zwischen den einzelnen Interpretationen historische Hintergründe und erläuterte Besonderheiten der Instrumente: Er erzählte davon, wie der junge Raff als Fan bettelarm barfuss von Lachen nach Basel lief, um gerade noch rechtzeitig Franz Liszt live zu hören, der ihm trotz ausverkauftem Haus einen Podiumsplatz anbot. «Liszt hat in Raffs Leben eine zentrale Rolle gespielt», so Turban.

Alt und Neu ergänzen sich

«Zwischen den beiden Geigen liegen 299 Jahre», erklärte der Musiker. Die Violine von Bohren stammt von Stradivari aus dem Jahr 1710, Turban spielte auf einer Violine von Martin Schleske von 2009.«Das Alte wird immer seinen Erfahrungswert haben. Das Neue darf nachwachsen. Heute kann sich Alt mit Neu zeigen und in den Dialog treten beziehungsweise wie bei uns ‹trialogisieren› », so Turban erfreut darüber, dass sich der Geigenbau in den letzten Jahren positiv entwickelt hat. Der «Trialog» zwischen den drei Profimusikern war sehr emotional und hoch professionell. Die Instrumente ergänzten sich ideal. Die Wirkung der lebenslustigen, teils romantischen Melodien und das heitere Naturell der Musiker zauberten den Zuschauern ein Lächeln ins Gesicht.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Janine Jakob)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

18.01.2016

Webcode

schwyzkultur.ch/dZrV9N