Sie harmonierten in der Lachner Pfarrkirche bestens: Camerata Schweiz, die Sopranistin Amelia Scicolone und die Dirigentin Graziella Contratto. Bild Lilo Etter
Sie harmonierten in der Lachner Pfarrkirche bestens: Camerata Schweiz, die Sopranistin Amelia Scicolone und die Dirigentin Graziella Contratto. Bild Lilo Etter

Musik

Musiksommer 2014 endete vielgestaltig

«Wiederentdecken und Würdigen » war das Motto des letzten Festkonzerts im Musiksommer am Zürichsee 2014, das am Sonntagabend in der Pfarrkirche in Lachen gegeben wurde. Den fulminanten Schlusspunkt setzte eine Suite des in Lachen geborenen Joachim Raff.

Sanft und verträumt eröffnete «Scherzo» aus «Romantische Suite op. 8 für Streichorchester» von Franz Schreker (1878 bis 1934) das Konzert, gespielt von Camerata Schweiz unter der Leitung von Graziella Contratto, welche die ersten beiden Werke dirigierte. Dann wurde die Musik lebhafter wie ein auffrischender Wind, der über ein Ährenfeld streicht und sich wieder sachte legt. Sinnierend und melodiös folgte «Intermezzo». Bei vier Liedern aus «Des Knaben Wunderhorn» von Gustav Mahler (1860 bis 1911) kamen auch die Bläser von Camerata Schweiz dazu, als Sängerin trat Sopranistin Amelia Scicolone auf. Mit ihrer gestaltungsstarken, vollen Stimme sang sie etwa «Wer hat dies Liedel erdacht» und «Wo die schönen Trompeten blasen» lebenslustig, unbeschwert oder mit einem Schuss Melancholie.

Mit italienischem Temperament

Nach einer Pause übernahm Giovanni Bria denTaktstock, wandte sich vorher aber noch kurz an die vielen Zuhörer. Erfreut hob er hervor, dass dieser 19. Musiksommer am Zürichsee einer der vielfarbigsten und bestbesuchten in seiner Geschichte gewesen sei. Dann gab Bria einige Hinweise auf die anschliessende «Italienische Suite für Orchester e-Moll» von Joachim Raff (1822 bis 1882), von deren fünf Sätzen die vier besonders italienischen zu hören seien. Voluminös und kraftvoll entfaltete sich der Klang von «Ouvertüre», temperamentvoll schloss sich «Intermezzo (Pulcinella)» an, «Barcarole» war romantisch wie die Fahrt in einem kleinen Boot in den Sonnenuntergang. Energiegeladen erfüllte die Musik von «Tarantella» die ganze Kirche und endete im markanten Schluss. Begeistert erhob sich das Publikum zu einem stehenden, anhaltenden Applaus. Als Dank konnten die Zuschauer nochmals einenAusschnitt aus «Intermezzo (Pulcinella)» geniessen.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

28.10.2014

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schwyzkultur.ch/m7knJM