Unerhörte Alpenmusik: (v.l.) Max Lässer (Gitarren), Philipp Küng (Bass), Markus Flückiger (Akkordeon), Gastspieler Anton Bruhin aus Schübelbach (Trümpi) und Töbi Tobler (Hackbrett). (Bild Marie-Eve Hofmann-Marsy)
Unerhörte Alpenmusik: (v.l.) Max Lässer (Gitarren), Philipp Küng (Bass), Markus Flückiger (Akkordeon), Gastspieler Anton Bruhin aus Schübelbach (Trümpi) und Töbi Tobler (Hackbrett). (Bild Marie-Eve Hofmann-Marsy)

Musik

Unerhörte Alpenmusik fand Anklang

Mit Max Lässer & dem kleinen Überlandorchester startete die Kulturgruppe Begägnig am Sey in einer voll besetzten Bühne Fasson Lachen hochkarätig in ihr Veranstaltungsjahr – tobender Applaus inklusive.

Der Schweizer Ausnahmegitarrist Max Lässer mit seinem kleinen Überlandorchster, in dem ebenso hochkarätige Namen wie der Topbassist Philipp Küng, der kreative Schwyzer - örgelispieler Markus Flückiger und der Hackbrettkünstler Töbi Tobler vertreten sind, zog am vergangenen Freitag Gäste weit über unsere Region hinaus in die Bühne Fasson Lachen. Der Saal war bis auf den letzten (Bar-) Platz voll besetzt. Als Gast unterstützte der Märchler Anton Bruhin aus Schübelbach mit seinem Trümpi das angestammte Quartett.

Musikalische Weltumrundung

Mit diesem Konzert, das begeisterten, nicht enden wollenden Applaus erntete, eröffnete die Kulturgruppe Begägnig am Sey ihren Veranstaltungsreigen 2010. Die Lieder wie die Künstler waren aussergewöhnlich und überraschten mit einer Musik, die ihre Wurzeln in volkstümlichen Weisen aus aller Welt, insbesondere aus der Schweiz hat, jedoch auf einzigartige Weise entfremdet, ergänzt und umkomponiert ist. Heraus kommt eine musikalische Weltreise, die berührt, ans Herz geht oder einfach nur Laune macht, unbeschwingt und voller Lebenslust das Tanzbein zu schwingen. Die einzelnen Instrumente führen stets ein gewolltes Eigenleben, improvisieren, und doch geht der harmonische Zusammenhalt nie verloren. Die Grundlage vieler Stücke ist die Volksmusik-Enzyklopädie von Hanny Christen. «Wir nehmen ein Lied aus dem Buch, und wenn es nicht so viel hergibt, dann komponieren wir es einfach nach unserer Weise weiter. Sie merken schon, wo das anfängt » erklärte Lässer schmunzelnd. Dazu kommen Eigenkompositionen von Markus Flückiger, wunderschöne Balladen voller süsser Melancholie, die zum Träumen verführen.

Alpenmusik der besonderen Art

Die innovative Kreation, alpine Stimmung mit harmonischen, melodischen und rhythmischen Elementen aus verschiedenen Musikstilen zu kombinieren, ist einzigartig. Es ist einfach unerhörte Alpenmusik, die schlichtweg begeistert. Die Mischung überzeugt: «Aller Anfang ist schwer», eine Tarantella von der Alpensüdseite, oder «Hasliberger», eine lüpfige Polka aus dem Bernbiet, wurden wiedergegeben, ebenso «Iigschniet», bei dem die Ruhe des Schnees, der Friede über einer Winterlandschaft und das zarte Klirren von Eiskristallen fast spürbar sind. Rockige Passagen in der temperamentvollen Ballade reizen in der, so Lässer, «optimal akustischen Umsetzung von Tell» und enden wie ein abgerissenes Notenblatt. Beim Appenzeller Hackbrettwalzer ist der französische Einschlag unüberhörbar. Mit einer lautstark geforderten Zugabe kam das für viele allzu frühe Ende des ungewöhnlichen, faszinierenden Abends.



March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

01.03.2010

Webcode

schwyzkultur.ch/PdUMdV