Artur Beul war der letzte Nachkomme der Künstlerfamilie Beul, die die Lachner Kunstszene im 19. Jahrhundert geprägt hatte. Bild: Keystone
Artur Beul war der letzte Nachkomme der Künstlerfamilie Beul, die die Lachner Kunstszene im 19. Jahrhundert geprägt hatte. Bild: Keystone

Musik

Was bleibt, sind seine schönen Lieder

Einen Monat nach seinem 94. Geburtstag ist der bekannte Komponist Artur Beul am Samstag gestorben.  Der Komponist zahlreicher Hits, unter anderem «Nach em Räge schiint d’Sunne» und «Am Himmel staht es Sternli», der über 60 Jahre lang in Zollikon lebte, wird in seinem Heimatort Lachen bestattet.

«Und muss ich gehen, soll niemand weinen, ich lass ja Lieder euch zurück. Sie werden euch mit mir vereinen in Liebe, Fröhlichkeit und Glück», schrieb Artur Beul an seinem 80. Geburtstag. Zurück lässt der am vergangenen Samstag verstorbene Beul Lieder wie «Stägeli uf, Stägeli ab», «Übere Gotthard flüget Bräme», «Am Himmel staht es Stärnli» und seinen grössten Erfolg, «Nach em Räge schiint d’Sunne». Alt Gemeindepräsident Kaspar Michel ist einer der wenigen Lachner, die Artur Beul gut kannten. So hielt er unter anderem die Ansprache anlässlich der Feierlichkeiten zu Beuls 80. Geburtstag im Jahr 1995. Auch an der Vernissage von Beuls Bildern – die Begabung für die Malerei hatte er von seinen Vorfahren geerbt – 1982 in den Räumlichkeiten der ehemaligen Growela, hielt Michel eine Rede. Auch hat er einen Teil des Nachlasses von Beul verwaltet. Dieser befindet sich im Gemeindearchiv. Im Gang vor dem Singsaal des Seefeldschulhauses hängen Originalnoten von Artur Beuls Liedern.

Künstlerfamilie Beul

Artur Beul war der letzte Nachkomme der Künstlerfamilie Beul, die der March eine ganze Reihe von Kunsthandwerkern und Künstlern geschenkt hatte. Er wurde 1915 als Sohn von Kirchenmaler Hermann Beul geboren. Dieser war unter anderem bei der Renovation der Riedkapelle in Lachen und bei der Ausmalung der Hauskapelle des Spitals Lachen beteiligt. Hermann Beul starb im Alter von nicht einmal 40 Jahren – Sohn Artur war damals gerade zwei Jahre alt – und wurde in Einsiedeln bestattet. Artur Beuls Grossvater Josef Marius Beul hatte die Lachner Kulturszene des 19. Jahrhunderts massgeblich geprägt. Er ging in Lachen zur Schule und genoss dabei Zeichenunterricht beim damaligen Kunstmaler Georg Anton Gangyner. Studien und Arbeitsaufenthalte führten ihn in viele Länder Europas und vor allem in den Vorderen Orient. Dort war er auch als Illustrator für europäische Zeitschriften tätig. Ende der 1860er-Jahre berief man ihn nach Lachen, um bei der Restauration der Pfarrkirche mitzuhelfen. Von ihm stammten die 1969 bei der Innenrestauration wieder entfernten Malereien im Chor der Kirche, an den Seitenwänden der Sakristei und der Beichtkapelle. Später richtete er sein Augenmerk vermehrt auf Monumentalbauten und Villen und malte viele Staffeleibilder: Blumen, Landschaften, Portraits. Einige davon hängen in den Alterswohnungen der Gemeinde Lachen. Josef Marius Beul fand seine letzte Ruhestätte in Lachen. Ihm ist übrigens auch der Beulweg gewidmet.

Erfolg auch in Amerika

In Lachen soll nun auch sein Enkel, Artur Beul, bestattet werden. Er wurde 1915 in Einsiedeln geboren und verbrachte dort seine Jugendzeit. Nach der Matura an der Klosterschule in Einsiedeln studierte er an den Universitäten Freiburg und Zürich und schloss mit dem Mittelschullehrerdiplom ab. Danach unterrichtete er aushilfsweise in Lachen und Siebnen. In seiner Zeit als Lehrer entstanden unter anderem «Stägeli uf, Stägeli ab» und «Übere Gotthard flüget Bräme». Später lernte Beul das bekannte Geschwistertrio Schmid kennen und war bald dessen Hauskomponist. Das Trio Schmid und Artur Beul blieben zehn Jahre zusammen und waren überaus erfolgreich. Die englische Version von «Nach em Räge schiint d’Sunne», interpretiert von den Andrew Sisters, thronte sogar ein halbes Jahr lang an der Spitze der US-Hitparade. 1945 baute Artur Beul sein Haus in Zollikon, und 1949 heiratete er Lale Andersen («Lili Marleen»), die 1972 starb. Beul widmete sich vermehrt dem Kunstmalen und zog für zehn Jahre nach Cannes. 1978 heiratete er seine zweite Frau, Pat Gysin.

Rund 2000 Kompositionen

Seit seinem 90. Geburtstag hat er sich definitiv von der Bühne verabschiedet. Bis dahin hatte er rund 2000 Kompositionen erschaffen. Im September 2007 wurde ihm vom Zürcher Regierungsrat die goldene Ehrenmedaille verliehen, als Anerkennung seiner Verdienste für die Musikkunst. Seit Januar 2008 ging es Artur Beul körperlich zunehmend schlechter. Er war immer mehr auf den Rollstuhl angewiesen, und im Spätsommer darauf vermochten seine

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

12.01.2010

Webcode

schwyzkultur.ch/AZZmTQ