Rechts im Bild die Herberge «Rütli» in einer Aufnahme von 1920 von der damaligen Bahn-Barriere her in Richtung Dorfmitte. Abbruch des später umgebauten Gasthauses 1984, danach Neubau des Restaurants «Caminetto». Bilder aus der Sammlung von Dr. Kaspa
Rechts im Bild die Herberge «Rütli» in einer Aufnahme von 1920 von der damaligen Bahn-Barriere her in Richtung Dorfmitte. Abbruch des später umgebauten Gasthauses 1984, danach Neubau des Restaurants «Caminetto». Bilder aus der Sammlung von Dr. Kaspa
Gasthof «Zum Schwanen» in einer Aufnahme von 1922.
Gasthof «Zum Schwanen» in einer Aufnahme von 1922.
Gasthof «Zum Ochsen» im Jahre 1900. Von 1941 bis 1955 hiess das Gebäude Hotel «Du Lac». Das Haus erlebte verschiedene Umbauten, die letzte 2006. Heute heisst der ehemalige «Ochsen» «Ox» und ist ein Restaurant mit asiatischer Küche.
Gasthof «Zum Ochsen» im Jahre 1900. Von 1941 bis 1955 hiess das Gebäude Hotel «Du Lac». Das Haus erlebte verschiedene Umbauten, die letzte 2006. Heute heisst der ehemalige «Ochsen» «Ox» und ist ein Restaurant mit asiatischer Küche.

Volkskultur

Kulturhistorischer Rundgang durch Lachen

Der soeben von der Lachner Kulturkommission herausgegebene, sehr sorgfältig geschaffene Prospekt «KulTour Lachen» vermittelt einen sehr informativen kulturhistorischen Rundgang durch die Dorfgeschichte. Einen grossen Stellenwert nimmt auch die Geschichte der Lachner Restaurants ein.

Unter den über 30, mit hervorragenden Aufnahmen und einem erläuternden Text gezeigten Objekten von besonderem historischen Wert, befinden sich mehrere frühere Wirtshäuser, beispielsweise der schon 1791 erwähnte «Alte Adler» oder die Schenke «bey der Sonne», auch schon 1794 erwähnt, oder das Gasthaus «beim Hirtzen» (Hirschen) von 1626, die 1633 erbaute Gaststube «Allhier zur Traube» wie auch das schon 1597 eröffnete Gasthaus «Zum Storchen». Nach und nach eingegangen Anfang des 19. Jahrhunderts dürfte es in Lachen über 40 Gastwirtschaften gegeben haben. Allein um das Rathaus und den Hauptplatz – heute Rathausplatz – herum gab es 15 Wirtshäuser, meistens Erststockwirtschaften. Der Zürichsee wurde erst 1878 reguliert. Vorher gab es oft Überschwemmungen.

Restaurants in obere Etage verlegt

Nach einem Gewitter am 17. Juni 1876 reichte das Wasser bis zur Rathaustreppe. Deshalb verlegte man die Wirtschaften in den ersten Stock. Im Parterre waren die Keller. Schon früh eingegangen sind die Wirtschaften «Stählin», «Betschart», «Appert», «Rose», «Eintracht», «Pfauen», «Alter Adler», «Kreuz», «Hirschen», «Hecht», «Storchen», «Krone», «Kronenhof», «Freihof», «Schlüssel» und «Löwen». Später schlossen dann der «Neue Adler», «Merkur», «Metzg», «Tell», «Biergarten» und noch später auch die beiden Cafés «Brioche» und «Jost» wie auch die erst in den jüngsten Jahrzehnten verschwundenen Gasthäuser «Eckstein», «Sternen», «Rosengarten», «Eisenbahn», «Jäger», «Frohsinn» und «Bahnhof». Geschlossen werden nächstens auch die Gasthäuser «Alpenrösli» und «Alpenblick».

Die Überlebenden und die Neuen

Geblieben in der Wirtschafts-Landschaft Lachens sind die Gasthäuser «Bauernhof», «Kreuzplatz», «Schützenhaus», «Bären», «Kapelle», «Pöstli» (zurzeit allerdings geschlossen), «Falken», «Sonne», «Schäfli», «Ratskeller», «Marktstübli» und die Cafés «Friedeck», «Dörfli», «Knobel» und «Roxy». Neu etablierten sich im Gastgewerbe des Dorfes Namen wie Pizzeria «Casanova», Pizzeria «Angolino», Pizzeria und Trattoria «Francesco» (vorher «al Capone»), Bistro «Laqua», Lounge «al Porto», Osteria «al Porto», «Ox Asian Cuisine», Migros Restaurant und Café «Gabriel» im Obersee Center.

Umbenennungen

Von Interesse ist auch ein Blick auf die Umbenennungen auf neue Gasthausnamen. Das «Rütli» erhielt den Beinamen «Caminetto», das frühere «Sagenriet» nennt sich heute nach dem Gastgeber «Oliveiras». Eine eher untypische Umbenennung erhielt die «Traube». Sie heisst jetzt «Jam’s Kebap House» und bietet in der früheren Gaststube mit dem schönen Kreuzgewölbe nebst Döner Kebap auch Internet, Fernsehen, Getränkeautomat und Töggelikasten an. Der «Schwanen» wurde in den 70-er Jahren zum «Pop-in-Pub», später zum «X-Large». Das Café «Gerbi» heisst neu «Typisch Thai», die beiden Lokale des früheren «Engels», später «Central», heissen nun «Angel-Pub» und «Döner Kebap», die «Rose» wurde geändert in «Döner Kebap-Burek-Bar Agimi», das «Rössli» wurde zur Pizzeria «D.O.C.», die «Bierhalle» zum «Seehus», der «Ochsen» zum «Ox» und das erst 1984 eröffnete «Gangyner», zur Erinnerung an diese berühmte Familie, die dem Dorf Geistliche, Behördenmitglieder, Offiziere, Musiker und Künstler gab, erhielt stets neue Namen wie «Sinfonia», «Thai», «da Pietro», «Donna Isabella» und jetzt «La Forchetta ».

Woher kommen die Gasthausnamen?

Erwähnenswert ist auch die Namensgebung für die Wirtschaften, als solche nach dem 16. Jahrhundert nach und nach entstanden. Allerdings muss man berücksichtigen, dass damals der grösste Teil der Bevölkerung weder lesen noch schreiben konnte. Daher hat der Gastwirt seine Gaststube mit einem meist kunstvoll geschmiedeten eisernen oder auch mit einem hölzernen Schild am Haus bekannt gemacht. Dargestellt wurden Teile von Wappen oder Zunftzeichen, und beliebt waren vor allem Tiernamen wie Bären, Löwen, Hirschen, Ochsen, Schäfli, Widder und Steinbock. Vielfach nahm man auch Attribute von Kirchenpatronen oder sonst fromme Zeichen wie beispielsweise die Heiligen Drei Könige, der Mohr,

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

17.03.2010

Webcode

schwyzkultur.ch/M3MpCK