Wechsel an der Spitze der Närrischen europäischen Vereinigung: Die Leitung hat neu Präsident Peter Züger (rechts) übernommen, ein grosser Sprung von der Narrhalla Lachen auf die internationale Bühne. Bild cj
Wechsel an der Spitze der Närrischen europäischen Vereinigung: Die Leitung hat neu Präsident Peter Züger (rechts) übernommen, ein grosser Sprung von der Narrhalla Lachen auf die internationale Bühne. Bild cj

Volkskultur

Lachner ist Europas oberster Narr

Der Kanton Schwyz und die Schweiz stellen für die nächsten vier Jahre den Präsidenten der Närrischen Europäischen Gemeinschaft (NEG): Peter Züger, Rechtsanwalt in Lachen und erfahrener Fasnächtler.

In einer überraschenden Wahl ist an der NEG-Jahrestagung im belgischen Hasselt Peter Züger, Lachen, zum neuen Präsidenten dieses grossen internationalen Verbands gewählt worden. Er löst den bisherigen Vorsitzenden Volker Wagner, Waldfischbach/D, ab, welcher den europaweit ausgerichteten Fasnachts, Faschings-, Fasnet- und Karnevals-Verband seit zwölf Jahren geführt hat und jetzt nicht mehr zur Wahl angetreten ist.

NEG hat neue Projekte lanciert

Mit Peter Züger erhält die Närrische Europäische Gemeinschaft NEG einen fasnächtlich versierten Vorsitzenden. Züger ist in der Fasnachtsgesellschaft Narrhalla in Lachen verankert. Von 1982 bis 2011 war er als Obernarr Mitglied des Vorstands und hat den Verein von 1990 bis 1994 als Narrenvater (Präsident) geleitet. Seit 1998 war er Sekretär und Protokoller der NEG. Beruflich ist der 59-jährige Züger seit 1995 als frei praktizierender Rechtsanwalt und Urkundsperson mit eigener Kanzlei in Lachen tätig. Züger erklärte bei seinem Amtsantritt, dass er von dieser Wahl überrascht worden sei, aber auch die grosse Verantwortung kenne, die damit verbunden ist. Vor allem weil die NEG an der gleichen Jahresversammlung auch ein strategisches Programm verabschiedet hat, das mehrere aufwändige Projekte beinhaltet. Unter anderem ist auch eine NEG-Jugend gegründet worden.

Über acht Millionen Mitglieder

Der NEG angeschlossen sind zehn Landesverbände aus Deutschland, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Italien, Österreich, Liechtenstein und der Schweiz. Gesamthaft sind dies rund 10 000 Vereine mit rund acht Millionen Mitgliedern. Die NEG bezweckt als internationaler Zusammenschluss den Austausch von Informationen und Erfahrungen, die Schaffung von Kontakten und die Förderung des fasnächtlichen Brauchtums auf europäischer Ebene. Auch betreut und führt sie die europäische Dokumentationszentrale für fasnächtliches Brauchtum in Kitzingen/D. Dass nun ein Schweizer und Schwyzer Präsident dieses grossen Verbands geworden ist, kommt nicht von ungefähr. Die Schweiz gilt mit ihrem gelebten und bedeutenden Fasnachtsbrauchtum zu den Säulen dieser Tradition in Europa. Die NEG hat mit Oscar Treyer, Zürich, schon bei der Gründung 1970 den ersten NEG-Präsidenten gestellt. Die NEG hat zudem ihre Jahresversammlung schon fünfmal in der Schweiz abgehalten: 1992 und 2010 in Lachen, 1986 in Zürich, 1998 in Luzern und 2005 in Brunnen.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

25.09.2012

Webcode

schwyzkultur.ch/gWmthR