Narrenvater Philippe Benz (Mitte) begrüsste die neuen Obernarren: (v. l.) Götti Stefan Böni mit David Hebling und Maximilian Hofmann mit Götti Andrin Schuler. Bild Marie-Eve Hofmann
Narrenvater Philippe Benz (Mitte) begrüsste die neuen Obernarren: (v. l.) Götti Stefan Böni mit David Hebling und Maximilian Hofmann mit Götti Andrin Schuler. Bild Marie-Eve Hofmann

Volkskultur

Machtwechsel an der Spitze

Traditionell beginnt die Fasnacht in Lachen mit der närrischen, feierlichen und durchweg mit einem augenzwinkernden Schmunzeln geprägten GV der Narrhalla, die gleichzeitig der Abschluss des Jubiläumsjahrs war und einen Führungswechsel mit sich brachte.

Narrenvater Martin Stählin eröffnete die 151. Generalversammlung der Narrhalla Lachen im Restaurant «Schützenhaus». Neben den vielen Urururs des erlauchten Altobernarren-Kreises hiess er die Narrhalla Achern aus Deutschland, den Ehrenpräsidenten des Hefari, Noldi Bünter, den obersten Narr Peter Züger, Präsident der NEG, die Narrenpfaffen Ruedi Baumann und Christopher Zintel, die Vertreter der Politik und viele mehr, genau genommen 79 Närrinnen und Narren, willkommen.

Dreieinigkeit beschworen

Mit bombastischen Worten umrankte Narrenschreiber René Bünter das eigentlich recht einfache Traktandum der Stimmenzählerwahl. «Die Fahnen sind ein Symbol der Zusammengehörigkeit, und wie einst Schwyz, Ob- und Nidwalden, so stehen in der Fasnacht der Lachner Grind, der Rölli und der Domino zusammen.» Anny Spieser und Martin Stählin sen. wurden als Fahnenpaten mit einem dreifachen «Harrus» gewählt. Die Satzung, dass bis Aschermittwoch die Anrede «Sie» bei strengster Strafe verboten sei, war schnell verlesen, ebenso das letztjährige Protokoll, welches mit «Es ist einfach schön gewesen» vollumfänglich und ohne lästiges Gemecker genehmigt wurde.

Schöne Erinnerungen

Der von Konjunktiven überflutete Jahresbericht von Narrenvater «Mädli » beinhaltete ausser den sowieso üblichen Aktivitäten noch gesellschaftliche und soziale Einsätze, auswärtige Umzüge, Butznen, Turniere, Grümpi, Wanderungen, Grillabenden et cetera. Ebenso das 150-Jahr-Jubliäum, «das wir nicht gross feierten – wir sind ja bescheiden». Deshalb blieb es ja nur bei zwei gigantischen Umzügen, unauslöschlich schönen Erinnerungen ans Narrenspiel, an Festakte und überhaupt. «Wenn es so gewesen wäre, dann wäre es wunderschön gewesen und es würde uns alle sehr stolz machen, weil es von allen getragen wurde.» Wäre Narrenvater Stählin nicht fast vor Stolz geplatzt, würde man ihm den Konjunktiv vielleicht sogar abnehmen. Mit einem dreifachen «Die Kohle ist weg, was solls» genehmigte dieVersammlung den Kassenbericht von Daniel Heinrich, trotz seines Statements: «Im Gegensatz zu mir, hat die Kasse abgenommen.»

Philippe Benz neuer Narrenvater

In sehr eigenwilligem Latein, das unbedingt nicht überprüft werden sollte, vollzog Narrenstiefvater JürgWattenhofer einen gewichtigen Amtswechsel. Martin Stählin, der massgeblich an den Fasnachtsfahnen, dem Kinderumzug, der Aufnahme von Jungnarren und als OK-Präsident des 150Jahr-Jubliäums beteiligt war, gab sein Amt ab und wurde mit stehenden Ovationen in den Stand des Altobernarren erhoben – ausgestattet mit einem Lachner-Grind-gekrönten Zepter, dessen frappante Ähnlichkeit nur zufällig sein kann. Mit einem «Gaudium maximum» wurde «Magister potente Philippus Benzis» ohne Kampfwahl neuer Narrenvater. Ausserdem darf sich Materialwart Walter Böni nach 14 verdienten Jahren nun Altobernarr nennen. Zwei gehen, zwei kommen: Maximilian Hofmann und David Helbling, beide familiär mit dem Fasnachtsgen vorbelastet, füllten die entstandene Lücke und sind als Obernarren in Amt und Würden bestätigt worden. Der frisch gebackene Narrenvater vollzog bereits sehr talentiert die anstehenden Ehrungen von Ivo Gyr und Donat Schwyter und das gleichsam geliebte wie gehasste Nachtliechtli wechselte von Andrin Schuler zu «Hausi» Helbling.

Gewichtiger Orden

Ralph Kiefer, Präsident der Narrhalla Achern, verlieh dem neuen sowie scheidenden Narrenvater und Peter Züger einen gewichtigen Orden. Und Letzterer überbrachte der Versammlung einen Gruss der Schwyzer Japanesen in Form eines riesigen Kuchens. Das letzteWort hatte wie immer der Gemeindepräsident Pit Marty, der augenzwinkernd das Jahr 2014 Revue passieren liess. «Das Narrenspiel und der Gemeinderat haben vieles gemeinsam: Alles hervorragende Schauspieler und der Inhalt ist nicht immer für alle verständlich.» Er lobte die länderübergreifende fasnächtliche Zusammenarbeit und zitierte Kiefer mit den Worten, dass sich Deutschland und die Schweiz sehr nahe und nur durch die totale Verschiedenheit der Sprache getrennt seien. Er

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

08.01.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/wZP3Fy