Bühne
Autor vorgestellt und Kulturfonds deutlich erhöht
Am Mittwochabend trafen sich im Kultur- und Kongresszentrum Zwei Raben knapp 100 Mitglieder der Welttheatergesellschaft Einsiedeln zur alljährlichen Generalversammlung.
Wie üblich zu dieser Jahreszeit erhalten die rund 468 Mitglieder die Einladung der Welttheatergesellschaft zur Generalversammlung. Neu bestand die Möglichkeit, sich für die Versammlung via QR-Code an- oder abzumelden. Ebenfalls konnten über den Code Anträge eingereicht werden. Beim Eingang zum Zwei Raben lagen dann allerdings zwei verschiedene A4-Blätter auf. Auf einem Blatt waren die angemeldeten Mitglieder aufgeführt, auf dem anderen die nicht angemeldeten, aber dennoch erschienenen Mitglieder.
Ein Jahr mit viel Arbeit
Pünktlich konnte Präsident Lukas Lang die Versammlung eröffnen. Wie gewohnt wurden die Traktanden rasch behandelt. Der Jahresbericht des Präsidenten benötigte dann aber etwas mehr Zeit. Gleich zu Beginn des Berichts gedachten die Anwesenden den zehn verstorbenen Mitgliedern im vergangenen Vereinsjahr. Nach einer Gedenkminute zeigte Lang auf, welche Arbeiten der Vorstand im Jahr 2025 zu erledigen hatte. Ebenfalls wurde erwähnt, dass sich der Vorstand zu neun Sitzungen und einer Klausur getroffen hat-te. Im Weiteren gab es unzählige bilaterale Treffen, um die anstehenden Aufgaben zu erfüllen. Zudem wurde die Statutenrevision in Angriff genommen. Die aktuellen Statuten datierten aus dem Jahr 1986, und es war unumgänglich, diese in die heutige Zeit zu überführen. Und natürlich stand auch die nächste Spielperiode für das Jahr 2031 auf der To-do-Liste. Ein Team um Fredi Trütsch organisierte zudem den Fundus des Welttheaters neu.
Auch Anlässe wurden im letzten Jahr organisiert und durchgeführt. So wurde in der Cineboxx der Film über Lukas Bärfuss gezeigt. In diesem Jahr sieht der Vorstand vor, das Morgarten- Spektakel mit der Gesellschaft zu besuchen. Als Höhepunkt des vergangenen Jahres bezeichnete der Präsident die neue Dauerausstellung im Fram: «Ein Dorf von Welt». Hier konnte sich das Welttheater einen Platz in der Geschichte von Einsiedeln sichern. Kulturfonds wird massiv erhöht
Nach dem letzten Jubiläumsspiel verfügt die Gesellschaft über sehr gesunde Finanzen. Aufgrund der aktuellen Zinssituation wirft das Vermögen jedoch kaum Erträge ab. Da die vorhandenen Mittel zweckgebunden für ein weiteres Spieljahr sind, können diese nicht gewinnbringend, sprich langfristig, angelegt werden. Beim Kulturfonds beantragt der Vorstand eine Erhöhung von 12’000 auf 18’000 Franken, dies vor allem wegen des Wegfalls der Casinogelder. Gelder aus diesem Fonds werden kulturellen Projekten der Region Einsiedeln auf Antrag zugesprochen. Die Entscheidungsgewalt liegt dabei beim Vorstand. Entsprechende Eingaben nimmt Präsident Lukas Lang entgegen.
Zeitgemässe Statuten
Bei der Statutenrevision wurden die 40-jährigen Statuten in die heutige Zeit überführt. Neu werden auch die aktuellen Kommunikationswege und zeitgemässen Medien darin erwähnt. Nach dem Versand der Einladung zur Versammlung stellte sich heraus, dass es im Jahr 1993 eine weitere, kleinere Revision gab. Dort wurden «Freimitglieder» als Mitglieder definiert. Dies sind Mitglieder, die sich besonders um den Verein verdient gemacht haben. Diese Ergänzung wurde am Mittwoch noch in die Statuten aufgenommen. Im Weiteren gab es zur Revision keine Diskussionen, und die neuen Statuten wurden in Kraft gesetzt.
Neuer Quästor
Bei den Wahlen gab es einen Rücktritt aus dem Vorstand zu verzeichnen. Felicia Bettschart, Verantwortliche für Kommunikation, tritt aus gesundheitlichen Gründen aus dem Vorstand zurück. Ein Ersatz konnte bislang nicht gefunden werden. Gefunden wurde hingegen ein neuer Quästor (Kassier) für den Verein. In der Person des 32-jährigen Robin Kälin stellt sich ein Fachmann aus der Finanzbranche für diese Aufgabe zur Verfügung. Er wurde einstimmig gewählt.
Charles Lewinsky als Autor bestimmt
Beim Traktandum «Antrag und Information zum Spiel 2031» wurde es sehr spannend. Lukas Lang erklärte, dass auf den Aufruf zur Einreichung von Ideen für das Jahr 2031 neun Konzepte eingegangen seien. Dies ist in der Geschichte des Welttheaters die grösste je eingereichte Zahl. Es gab auch Autorinnen und Autoren, die abgesagt haben – sei es aufgrund einer hohen Auslastung oder weil sie sich noch nicht dazu bereit fühlten. Sechs dieser Ideen wurden genauer geprüft und Gespräche geführt. Am erfolgreichsten war das Konzept von Charles Lewinsky (siehe separates Interview in dieser Zeitung). Er darf sich nun offiziell mit der nächsten Spielperiode befassen. Die nächsten Schritte werden das Finden einer Regisseurin oder eines Regisseurs sein. Danach kommt jeweils ein weiteres Puzzleteil hinzu, bis der gesamte kreative Stab für das Jahr 2031 steht. Nach den Grussworten des Präsidenten der Tellspiele Altdorf, Markus Frösch, konnte Lukas Lang die 42. Generalversammlung nach etwas mehr als einer Stunde schliessen und die Anwesenden zum Apéro ins Foyer einladen.
Einsiedler Anzeiger / René Hensler
Autor
Einsiedler Anzeiger
Kontakt
Kategorie
- Bühne
Publiziert am
Webcode
www.schwyzkultur.ch/Q1AF44