Urs Attinger, auf dem Brüschstock im Wägital, im Hintergrund das Bockmattli. Das Foto stammt aus dem Jahr 2008. Bild zvg
Urs Attinger, auf dem Brüschstock im Wägital, im Hintergrund das Bockmattli. Das Foto stammt aus dem Jahr 2008. Bild zvg

Literatur

«Meine Gedichte entstehen meist zügig»

Der «Höfner»- und «March-Anzeiger»-Redaktor Urs Attinger aus Rüti findet in der Bergwelt und in der Natur den Ausgleich zum Alltag, Ruhe und Inspiration. Sein heimatverbundenes Denken findet Ausdruck in vielen Gedichten.

Mit seinem Vater ist er von Kindesbeinen an in den Bergen geklettert. Der Zürcher Oberländer war auch im Wägital und auf den Glarner Gipfeln. «Es war manchmal fast eine Art von Flucht, raus aus der Menschenmasse, hinauf in die luftige Weite»,erzählt Urs Attinger. Zugleich habe er sich dort frei und heimatverbunden gefühlt. In der Tat muss gut zu Fuss sein,wer in die Berge geht. Das ist Urs Attinger bis heute. Dazu gesellt sich eine ausgeprägte Beobachtungsgabe und die Liebe zur Natur: «Des Herbstes Blätter fallen, wie alles einmal fällt, mit leisem Widerhallen, auf die Dächer dieser Welt», dichtete Urs Attinger 1993.


Leben und Menschen beobachten


«Meine Prioritäten haben sich aber nach und nach verschoben. Heute klettere ich nicht mehr, lieber wandere ich mit meiner Frau und Freunden», sagt der 45-jährige Vater von zwei Teenagern. Was sich durch Höhen und Tiefen des Lebens nicht verändert hat, ist seine Liebe zum Wort. Der verträumte Sohn einer Primarlehrerin und eines Primarlehrers schrieb gerne und kreativ, und schon früh entstanden Gedichte. Mit den Jahren sind es sehr viele geworden. Eine Auswahl davon, 80 Gedichte und einige Fotos, fasste er 2015 auf 130 Seiten zusammen. «Der Aufschwung beginnt am Berg», so lautet der Titel. Nebst der Bergwelt sind Natur, Jahreszeiten, Arbeit, Sport, die Liebe, die Menschen und der Glaube an Gott weitere Themen.


Positive Lebenshaltung


Die ausgewählten Gedichte sind Ausdruck einer positiven Lebenshaltung. Die meisten Gedichte reimen sich, andere sind Gedankengänge, mit einer besinnlichen oder witzigen Pointe. «Ich habe oft den Drang, kreativ zu schreiben, würde mich aber nicht als besonders gefühlsreich beschreiben», sagt er zur Motivation. «Meine Gedichte entstehen meist zügig, nachdem sich erste Gedanken im Kopf formuliert haben.»


Beruflich mehrere Wege


Beruflich hat Urs Attinger einige Stationen durchlaufen. Nach dem Abschluss der Kantonsschule bildete er sich zum Landwirt aus.«Ich wollte früh schon bodenständig und selbstversorgerisch leben», begründet er seine damalige Berufswahl. Es folgten einige Alpsommer. Später absolvierte er eine Ausbildung zum Technischen Kaufmann. Doch längst tut er das, was er am allerliebsten tut: Schreiben. Seit Jahren ist er als freier Korrespondent für den «Rütner» tätig, seit einigen Monaten arbeitet er zudem in Teilzeit für diese Zeitung. Jüngst hat Urs Attinger auch ein Buch mit Bergsteigergeschichten geschrieben. Es ist bei Book on Demand (BoD) hinterlegt, was bedeutet, dass das Buch stückgenau auf Nachfrage hin gedruckt wird.


Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Johanna Mächler

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

12.02.2019

Webcode

schwyzkultur.ch/YDAW2n