Film
Zwischen Bergwelt und Filmset – der Produzent hinter «Mein Freund Barry»
Er kommt aus Merlischachen und trägt grosse Geschichten in die Welt hinaus. Produzent Marcel Wolfisberg bringt mit «Mein Freund Barry» nicht nur eine Legende zurück ins Kino, sondern erzählt auch von Emotionen und der Kraft eines zusammengewachsenen Teams.
Wenn Marcel Wolfisberg über «Mein Freund Barry» spricht, klingt darin mehr mit als Produktionslogistik und Drehplanung. Es ist die Stimme eines Produzenten, der seine Arbeit als Berufung versteht. Er produziert nicht auf Distanz, sondern mitten im Erleben. «Meine Arbeit besteht vor allem darin, die kreative Vision und die praktische Umsetzung zusammenzubringen », sagt er. «Ich begleite ein Projekt von der ersten Idee über Finanzierung und Dreh bis zur Auswertung – und halte dabei künstlerische Ambition und wirtschaftliche Realität im Gleichgewicht. » Doch hinter dieser Sachlichkeit liegt viel Gefühl. Besonders in jenen Momenten, die man nicht planen kann, wie nach Drehschluss, irgendwo zwischen Felsen, Schnee und Abendlicht. «Die ganze Crew sitzt zusammen und schaut die Sekunden oder Minuten an, die wir an diesem Tag gedreht haben», erzählt Wolfisberg. «In diesen Momenten flossen bei Markus Welter, meinem Regisseur, und mir öfter Tränen der Freude und Dankbarkeit, dass wir so ein grossartiges Projekt realisieren durften.»
Zwischen Legende und Lebendigkeit
Mit «Mein Freund Barry» nähert sich Wolfisberg einer Figur, die tief in der Schweizer Identität verankert ist. Barry ist ein weltweites Symbol für Mut und Treue. «Unser Anspruch war es, den Kern der Legende zu bewahren und sie zugleich so zu erzählen, dass gerade jüngere Zuschauer einen Zugang finden. » Er habe Barry nicht museal darstellen, sondern ihn als lebendige Figur erfahrbar machen wollen. «Bei historischen Stoffen ist Authentizität für uns die Grundlage», betont Wolfisberg. Und: «Wir haben intensiv recherchiert, mit Historikern gesprochen und uns an belegte Ereignisse gehalten. Gleichzeitig erzählen wir aber einen Film und keine Dokumentation. Die Balance entsteht aus Respekt vor der Geschichte und dem Mut, sie lebendig zu interpretieren.»
Filmdreh am Simplon und im Tessin
Gedreht wurde am Simplon und im Tessin, ergänzt durch Studiosequenzen. «In den Bergen passt man sich der Natur vollständig an», sagt Wolfisberg. Am Simplon und im Tessin seien vor allem das wechselhafte Wetter, die Höhenlage und die eingeschränkte Zugänglichkeit der Drehorte prägend gewesen. Tageweise waren auf dem Simplon über 140 Personen am Filmset. «Vieles entscheidet sich von einem Moment auf den anderen. Und man trägt Verantwortung für Kinder, Tiere und die Crew.» Genau diese Realität habe dem Film seine Intensität verliehen. «Und dann sind da die Bernhardiner. Ja, ich habe mich in diese Hunde verliebt», sagt er. Ihm sei schnell klar geworden, dass sie nicht nur Tiere am Set seien, sondern echte Partner in der Erzählung. «Sie strahlen Ruhe, Stärke und eine grosse Sanftheit aus», erzählt Wolfisberg.
Warum SRF und SRG SSR unverzichtbar sind
Wenn Wolfisberg über die Struktur hinter dem Film spricht, wird er ebenso klar wie leidenschaftlich: «Koproduktionen mit SRF und der SRG SSR sind für Projekte dieser Grössenordnung von zentraler Bedeutung», sagt er. «Sie geben nicht nur finanzielle Stabilität, sondern auch inhaltliche Sicherheit und Planungssouveränität.» Für ihn sind diese Partnerschaften weit mehr als ein Budgetbaustein. «Gerade bei aufwendigen Stoffen mit historischen, landschaftlichen und technischen Anforderungen sind SRF und SRG SSR oft der Schlüssel zur Realisierbarkeit. Sie bringen redaktionelle Kompetenz, Verlässlichkeit und ein tiefes Verständnis für das heimische Publikum ein. Dadurch können wir Geschichten entwickeln, die klar in der Schweizer Kultur verankert sind, und gleichzeitig ein breites Publikum erreichen.» Wolfisberg sieht darin auch eine Investition in die Zukunft: «Solche Koproduktionen stärken den Standort Schweiz, schaffen Arbeitsplätze, fördern Nachwuchs und zeigen, dass wir Geschichten haben, die international relevant sind», betont er. Internationale Koproduktionen seien für die Schweizer Filmbranche enorm wichtig, weil sie Reichweite, Know-how und finanzielle Möglichkeiten bündeln.
Renommierte Schauspielgrössen auf der Leinwand zu sehen
Mit Max Hubacher («Der Verdingbub», «Sisi»), Carlos Leal («Casino Royale», «Snow White») und Ulrich Tukur («Der Koch», «Tatort») sind drei renommierte Schauspielgrössen auf der Leinwand zu sehen. Zudem wurden über 600 junge Talente für die Hauptrollen gecastet. Die Rolle der Resi an der Seite von Paco von Wyss, als Georg, spielt Alma Büchenbacher. «Alma hat unsere Casting-Experten und mich sofort begeistert. Ihre natürliche Ausstrahlung, ihr zurückhaltendes Spiel und ihre emotionale Offenheit verleihen ihr trotz ihres jungen Alters eine aussergewöhnlich glaubwürdige Präsenz », sagt Wolfisberg. Paco überzeugte mit seiner inneren Präsenz und seiner bemerkenswerten Authentizität. «Er kann grosse Emotionen glaubwürdig spielen», sagt Wolfisberg. Und genau darum gehe es auch im Film: um Freundschaft, Mut und Loyalität. «In einer schnellen, digitalen Welt gewinnen diese Werte neue Bedeutung. ‹Mein Freund Barry› erinnert daran, wie wichtig Vertrauen und Verantwortung füreinander sind.» Wenn der Film am 14. Januar in die Kinos kommt, wünscht sich Wolfisberg etwas ganz Einfaches und sehr Grosses: «Ich wünsche mir, dass das Publikum den Saal mit einem Gefühl von Nähe und Verbundenheit verlässt. Wenn Menschen nach dem Film noch zusammenbleiben, darüber sprechen und vielleicht mit einem neuen Blick aufeinander hinausgehen, dann hat der Film sein Ziel erreicht.»
Bote der Urschweiz / Edith Meyer
Autor
Bote der Urschweiz
Kontakt
Kategorie
- Film
Publiziert am
Webcode
www.schwyzkultur.ch/S5tkuJ