Musik

«Moser Musig» – Senkrechtstarter mit viel Herzblut

In Rothenthurm gehört die Volksmusik zum guten Ton, doch was die Familie Moser in den letzten zwei Jahren erreicht hat, gleicht einer kleinen Erfolgslawine. Unter dem Namen «Moser Musig» hat sich die sympathische Formation innerhalb kürzester Zeit von der heimischen Stube auf die grossen Bühnen und in die Herzen der Zuschauer gespielt.

Wer die Musikerfamilie zu Hause in Rothenthurm besucht, spürt sofort: Hier wird die Liebe zur Musik tief im Blut getragen. Hinter dem Erfolg steckt eine eingeschworene Truppe: Vater Ruedi (47), die drei Kinder Sarina (15), Lorena (13) und Kilian (12) sowie Mutter Nadja (38), die Familien- und Band-Managerin.

Eine musikalische Liebesgeschichte Die Wurzeln der Familienkapelle reichen weit zurück. Vater Ruedi, im Alltag gelernter Landmaschinenmechaniker mit eigenem Allround- und Schlossereibetrieb und fünf Angestellten, fand schon in der Kindheit zur Musik. Mit 13 Jahren erbte er die Handorgel seines verstorbenen Grossvaters – zuerst probierte er es selbst, dann folgte der Unterricht. Mit 27 Jahren packte ihn zusätzlich die Bassgeige, auf der er jahrelang als treuer Aushilfsspieler in verschiedenen Formationen im Einsatz stand.

Diese Passion hat er sichtlich weitergegeben. Die Kinder wurden vom Musikfieber gepackt, noch bevor sie überhaupt lesen konnten. Mit den verschiedenen Instrumenten, die in der heimischen Stube standen, wurde schon früh spielerisch ausprobiert, in die Tasten gedrückt und gezupft. Heute bilden die drei Geschwister gemeinsam mit ihrem Vater ein perfekt eingespieltes Quartett.

 

Die Managerin im Hintergrund

Mutter Nadja hält derweil abseits von Saiten und Tasten die Fäden zusammen. Als gelernte Floristin leitet sie heute das Büro des Familienbetriebs, arbeitet Teilzeit in der Küche eines Personalrestaurants und stemmt ganz nebenbei die grosse Aufgabe als Familien- und Bandmanagerin. Dabei ist sie selbst überaus musikalisch und spielt Klarinette im Musikverein Schönenberg.

Auf der Bühne der «Moser Musig » sucht man sie jedoch verge-bens. «Nein, nein, ich bin gern im Hintergrund», winkt sie schmunzelnd ab. «Ich fühle mich im Musikverein wohl – im kleinen Ensemble wäre ich viel zu nervös!» Ihre wichtigste Rolle hatte sie ohnehin schon vor Jahren. Als der jüngste Sohn Kilian geboren wurde, schrieben die stolzen Eltern prophetisch auf die Geburtskarte: «Kapelle Moser isch komplett». Ein Satz, der heute auf den Volksmusikbühnen der Region Realität geworden ist.

 

Früh übt sich: Musikfieber im Wohnzimmer

Das Musikfieber packte die Geschwister schon, bevor sie überhaupt lesen konnten. Sarina (15) machte ihre ersten musikalischen Gehversuche auf einem kleinen Batterie-Klavier. Vater Ruedi kaufte ein Übungsbuch und zeigte ihr geduldig die ersten Griffe in C-Dur. Mit Erfolg: Schon im Alter von fünf Jahren folgte ihr erster familieninterner Auftritt zum Geburtstag des Grossvaters. Im Wohnzimmer der Mosers lief derweil fast ununterbrochen Ländler- und Volksmusik im Radio, besonders hoch im Kurs stehen bis heute «Oesch’s die Dritten», «Rusch-Büeblä» und viele weitere Interpreten. «Wir begannen damals als Wurst-und-Brot-Musikanten», erinnert sich Ruedi lachend.

Auch die jüngeren Geschwister blieben nicht untätig. Lorena (13) erlernte die Handorgel sowie das Schwyzerörgeli, und sorgt heute für den harmonischen Teppich der Formation. Kilian (12) hingegen zog es schon als Dreikäsehoch zu den tiefen Tönen. Spielte er anfangs noch mit einem Lineal «Luftbassgeige », wünschte er sich bald ein echtes Instrument. Weil die nor-male Bassgeige im Wohnzimmer noch viel zu gross für ihn war, bekam er kurzerhand die kleinste Ausführung. Mittlerweile beherrscht er auch die Bassgitarre für modernere Stücke. Ein geschickter Schachzug: Sobald Kilian zum E-Bass greift – kann er im Sitzen gleichzeitig noch die Fusspauke und das Hi-Hat bedienen.

 

Das Band-Logo entstand auf einer Serviette

Dank unermüdlichem Üben besticht die «Moser Musig» heute durch eine bemerkenswerte Vielseitigkeit. Während Vater Ruedi mit der Handorgel das musikalische Fundament legt, ziehen die Kinder auf der Bühne das Publikum wie Magnete an.

Der steile Aufstieg der Familienkapelle liess nicht lange auf sich warten. Bereits im Jahr 2020 verzeichnete die Familie in der SRF-Sendung «Potzmusig #zämedihei» mit dem Hit «Urnerbode-Kafi» ihren ersten grossen TV-Auftritt. Der offizielle Startschuss unter dem heutigen Bandnamen fiel schliesslich am 12. Februar 2023 beim Geburtstagsfest der Urgrossmutter – damals bereits stilecht in bedruckten Hemden. Das passende Band-Logo entstand übrigens ganz spontan beim Abendessen auswärts: Es wurde kurzerhand bei Schnitzel und Pommes auf eine Serviette skizziert.

 

Vom «Kromenfest» zum Prix Walo

Danach ging es Schlag auf Schlag. Nach einer Anfrage für das bekannte «Kromenfest» in Wangen, bei dem traditionell vielversprechende Jungformationen eine Bühne erhalten, folgten Engagements beim Männerchorchränzli in Samstagern – sowie weitere kleinere und grössere Auftritte.

Der vorläufige Höhepunkt ihrer noch jungen Karriere folgte prompt: Der Gewinn des renommierten «Kleinen Prix Walo 2024», der den Status der Kapelle als herausragende Nachwuchsformation der Schweiz untermauerte. Im November desselben Jahres erschien schliesslich der erste eigene Tonträger. Die CD mit dem passenden Titel «Chumm miär wend go tanzä gah» wurde in der Markthalle Rothenthurm, mit über 600 Besuchern, gebührend getauft. Das vielseitige Repertoire der «Moser Musig» ist dabei eine echte Hommage an die Heimat: Es reicht von lüpfigen Tänzli über traditionelle Naturjüützli bis hin zu volkstümlichen Schlager- und Rock-Melodien, mit denen die Familie ihr Publikum begeistert. 

 

Einsiedler Anzeiger / Franziska Keller

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kontakt

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

03.07.2026

Webcode

www.schwyzkultur.ch/HFuiQM