Kari (Christian Gwerder) transportiert seinen angeblich verletzten Bruder Bärti (Remo Gwerder) vor staunenden Augen.
Kari (Christian Gwerder) transportiert seinen angeblich verletzten Bruder Bärti (Remo Gwerder) vor staunenden Augen.
Regisseur Daniel Heinzer gibt den Theaterspielern Anweisungen, links Nathalie Zwyssig, Mitglied im vierköpfigen Regieteam. Bilder Andrea Schelbert
Regisseur Daniel Heinzer gibt den Theaterspielern Anweisungen, links Nathalie Zwyssig, Mitglied im vierköpfigen Regieteam. Bilder Andrea Schelbert

Bühne

Ein Horror-Erlebnis mit Folgen

Sechs Abgänge, sieben neue Spieler und ein Horror-Szenario: Die Muotathaler Theaterleute haben turbulente Zeiten hinter sich.

Ausserordentliche Umstände haben heuer in der St. Josefshalle in Muotathal regiert. Regisseur Daniel Heinzer und das Regieteam wurden vor schwierige Tatsachen gestellt. Die Theatervereinigung Muotathal musste sechs Abgänge verzeichnen und damit auf einige langjährige und erfahrene Spieler verzichten. Hinzu kam, dass heuer sieben Spieler zum ersten Mal auf der Bühne stehen, was Mehraufwand für die Regie bedeutet. Doch damit nicht genug.

Folgenschwere Erkenntnis

Nach zweieinhalb Wochen Probearbeiten kam Daniel Heinzer zu einer folgenschweren Erkenntnis: «Das ist es nicht», musste er sich eingestehen. Ihm wurde klar, dass zwei Stimmungsmacher in ihrer Rolle wie gefangen waren und darum nicht überzeugen konnten. «Zu wenig Pfupf», lautete seine Bilanz. Es folgten intensive und anspruchsvolle Zeiten: «Es war der Horror», berichtet der 49-jährige Regisseur. Heinzer wusste, dass er und sein Team sofort handeln mussten. Zu viel stand auf dem Spiel, war doch allen klar, dass das Publikum in Muotathal vor allem unterhalten werden will. Die ungewöhnliche Situation stellte die Regie auf eine harte Probe. Heinzer entschied sich, Lukas Büeler anzurufen, der schon zwei Volksstücke für die Muotathaler Bühne geschrieben hatte. «Ich habe ihm meine Sorgen, Ängste und Ideen mitgeteilt.» Innerhalb von wenigen Tagen schrieb Büeler die zwei Rollen komplett um und half damit den Muotathalern aus der Patsche. «Lukas hat das sensationell umgesetzt», lobt Heinzer. Kaum ein Satz sei noch wie zuvor gewesen. Die neuen Figuren verlangten viel Aufmerksamkeit vom Regisseur, sodass er die zwei Akteure Remo Gwerder und Christian Gwerder einige Szenen fünf- oder sechsmal hintereinander wiederholen liess. Dies habe in der Theaterclique manchmal zu Widerständen oder, wie Heinzer es ausdrückt, zu «Surren» geführt.

«Laut schmusen»

Mittlerweile aber ist klar: Die Umstrukturierungen haben sich gelohnt. Dies war auch an der Probe von Montagabend spürbar. Zwar hält Heinzer seinen 14 Akteuren auf der Bühne vor Beginn der Probe noch eine kleine Standpauke, doch diese betrifft die aktuelle Situation und hat wenig mit den Anpassungen zu tun: «Ich will jetzt, dass alles bereit ist. Wenn wir Wein trinken, dann trinken wir Wein und keine Cola. Es muss jetzt laufen und funktionieren», fordert der 49-Jährige. Er kündigt an, dass Szenen, die für ihn noch nicht stimmen, wiederholt werden müssen. «Wenn wir laut reden, dann reden wir laut. Wenn wir schimpfen, dann schimpfen wir. Und wenn wir schmusen, dann könnt ihr dies auch laut machen» meint er, worauf Gelächter folgt.

Schwierige Voraussetzungen

Keine Minute später starten die Muotathaler mit dem ersten Akt von «Bim Waldbrünneli», einem Volksstück in vier Akten von Josef Brun. Es dreht sich dabei um eine Liebesgeschichte unter schwierigen Voraussetzungen: Elian (Sabrina Föhn) und Tobias (Gabriel Schelbert) lieben sich, ihre Väter Werner (Simon Gwerder) und Othmar (Jürg Heinzer) aber sind seit langer Zeit zerstritten. Als dann auch noch Werners Schafe gerissen werden und dieser den Hund seines Rivalen verdächtigt, gerät die Situation aus dem Ruder. Wut und Hass existieren zwischen den zwei Feinden, doch glücklicherweise gibt es Menschen, welche das junge Paar unterstützen.

Überraschende Schüsse

Eine katzenliebende Frau, ein verdächtiger Luchs und überraschende Schüsse gehören ebenfalls zum diesjährigen Theaterstück. Die Brüder Kari (Christian Gwerder) und Bärti (Remo Gwerder) sorgen für Auflockerung und zahlreiche amüsante Situationen, während Zeitungsverträgerin Dora (Luzia Betschart) und ihr Mann Gustav (Albin Schelbert) das Publikum sicher auch begeistern werden. Neu wird Daniel Heinzer ohne seine Kollegin Nathalie Zwyssig Regie führen. Auf ihr Organisationsgeschick kann er aber nach wie vor zählen. Denn Nathalie Zwyssig, Kurt Gwerder und Melanie Schmidig gehören neben Heinzer zum neu gegründeten Regieteam, das sich um die zahlreichen Arbeiten neben der Bühne kümmern wird.

Tickets für das diesjährige Muotathaler Theate

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

08.10.2014

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schwyzkultur.ch/2tkQCg