Die Publikumslieblinge im Clinch: Armin Ablondi als Köbel und Marianne Imhof als Marie sorgen auch dieses Jahr für viel Heiterkeit und Witz. Bild Roger Bürgler
Die Publikumslieblinge im Clinch: Armin Ablondi als Köbel und Marianne Imhof als Marie sorgen auch dieses Jahr für viel Heiterkeit und Witz. Bild Roger Bürgler

Bühne

Träfe Sprüche, deftiger Wortwitz

In Muotathal wird wieder Theater gespielt. Die Titelfigur des Stücks «Dr Schoche Buur» sieht man zwar nie, ist aber allgegenwärtig. Die Fans des einzigartigen Theaters werden auch diese Saison auf ihre Rechnung kommen.

Es sitzt sich definitiv bequemer in den neuen Sesseln im sanft renovierten MuotathalerTheater. Das schätzen die Zuschauer, die hier das erfolgreichste aller Volkstheater in der Schweiz besuchen und in der Regel vier Akte über beinahe drei Stunden «durchzusitzen» haben.

De Köbel und s Marie

Letzteres ist natürlich keineswegs schlimm, kommen doch die Liebhaber der träfen Muotathaler Sprache, des deftigen Wortwitzes, der bäuerlichen Dramatik mit erahnbarem Happy End und vor allem der volkstümlich- heimatlichen Bühne stets auf ihre Kosten. Das aktuelle Stück «Dr Schochä Buur» der Küssnachter Autorin Cornelia Amstutz ist die zweite Regiearbeit von Patrick Suter (z Guggers) – und der junge Theatermann folgt der Tradition der Muotathaler Bühnenerfolge. Das meiste ist eigentlich wie immer, und genau dies wird ja auch geschätzt. Trotzdem gab es schon mehr Witze und frechere Dialoge zu hören. Die elf Darstellerinnen und Darsteller spielen auch eher wenig miteinander. Sie achten viel mehr darauf, dass ihre Texte sitzen. Da könnte Patrick Suter noch mehr aus dem motivierten Ensemble herausholen. Dass dies geht, beweisen Daniel Heinzer als vermeintlicher Bösewicht Franz von Matt und natürlich die Publikumslieblinge Armin Ablondi als Köbel und sein weibliches Pendant Marianne Imhof als Marie.

Applaus auch für das Bühnenbild

Die beiden sind gewissermassen das Muotathaler Duo Fischbach. Sie zanken und necken sich unentwegt, versuchen es mit kleinen Liebeleien und sorgen durchs Band für Heiterkeit im Publikum. Patrick Suter räumte den beiden so viel Bühnenpräsenz wie noch nie ein, und das würdigte das Publikum mit viel Gelächter und sogar Szenenapplaus. Diesen verdient einmal mehr auch das liebevolle und aufwändige Bühnenbild von Melk Suter und seinem Team. Es erfüllt exakt diese Sehnsucht nach Bauernromantik und heiler Welt (auch wenn diese auf dem Schochen ziemlich spät eintritt) perfekt und ist zweifellos ein Mitgarant für den Erfolg des Muotathaler Theaters. Natürlich ist so ein Volkstheater, ausnahmslos mit Laiendarstellern besetzt, immer Geschmackssache. Manchmal ist es etwas lustiger oder wie damals bei Belinda im Jahr 2000 sogar traurig und mutig. Aber in Muotathal werden auch dieses Jahr die Volkstheaterfreunde mit Sicherheit auf ihre Rechnung kommen. Der Schlussapplaus an der Premiere bestätigt dies jedenfalls.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

26.10.2009

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