Die Fremden kommen ins Dorf: Bänzli und Trudi (z Felis Geschwister Luzia Betschart und Remo Gwerder), Mirko (Christian Gwerder), Anna (Karin Gwerder), Sämi (Franz Betschart), Janosch (Albin Schelbert) und Mafalda (Sandra Bürgler). Bild Sandra Büeler
Die Fremden kommen ins Dorf: Bänzli und Trudi (z Felis Geschwister Luzia Betschart und Remo Gwerder), Mirko (Christian Gwerder), Anna (Karin Gwerder), Sämi (Franz Betschart), Janosch (Albin Schelbert) und Mafalda (Sandra Bürgler). Bild Sandra Büeler

Bühne

Wer hat die Kristallkluft geräumt?

Der Theaterverein Muotathal präsentierte am vergangenen Samstag die Uraufführung des Stücks «D’Kristallsag». Mit der gelungenen Premiere ist der Grundstein für eine tolle Theatersaison gelegt.

Kaum war der Vorhang ganz geöffnet, hatten die Laienschauspieler der Theatervereinigung Muotathal das Publikum fest im Griff. Das Dutzend Schauspieler wusste die rund 300 Besucher der Premiere gänzlich zu begeistern.

Für Muotathaler geschrieben

Das Theaterstück «D’Kristallsag» wurde extra für das Muotathaler Theater geschrieben. Es ist bereits das zweite Stück vom Autor Lukas Bühler, das in der Muotathaler St. Josefshalle gespielt wird. Das Volksstück in vier Akten wurde vom Regisseuren-Team Nathalie Zwyssig und Daniel Heinzer in den unverzichtbaren Muotathaler Dialekt umgeschrieben. Die zwei Drahtzieher haben «D’Kristallsag » mit viel Leidenschaft vorbereitet und mit den fünf Frauen und sieben Männern bis ins letzte Detail einstudiert.

Engagement hinter den Kulissen

Die beiden Regisseure wissen, worauf es im Muotathaler Theater ankommt. Beide waren selbst schon mehrmals auf der Bühne aktiv. Für dieses Jahr aber liegt ihr ganzes Engagement hinter den Kulissen. Für die aktuelle Theatersaison, die im Übrigen in kürzester Zeit restlos ausverkauft war, konnte wieder auf altbekannte Spieler zurückgegriffen werden. Erstmals auf der Bühne steht in diesem Jahr Remo Gwerder (Bänzli Studer), der das Publikum an der Seite von Luzia Betschart («Chrüter»-Trudi) mit gut platzierten Sprüchen zum Lachen bringt. Auch das geschwätzige Fräulein Gitzitanner (Luzia Betschart) brachte die Zuschauer immer wieder zum Schmunzeln. Aber wer ist denn nun dem erfahrenen Strahler Sämi (Franz Betschart) zuvorgekommen und hat die Kristallkluft geräumt? Ist es wohl die Zigeunerfamilie Romani? Im Ort ist man allgemein skeptisch gegenüber Fremden, besonders Zigeunern. Aus Geldnot gehandelt? Ist es Zufall, dass die Familie just zu diesem Zeitpunkt auftaucht? Könnte der Wirt der «Krone», Jakob Baumann (Jürg Heinzer), aus Geldnot gehandelt haben, oder haben am Ende doch seine Ziehtochter Anna (Karin Gwerder) und Melk Schmid (Martin Steiner) die Finger im Spiel? Die alte «Kristallsag» trägt einiges dazu bei, dass Polizist Grüter (Daniel Büeler) das Rätsel aufzulösen vermag.

Nicht zu viel versprochen

Wer ein Billett hat, wird auch in diesem Jahr voll auf seine Kosten kommen. Das Stück beinhaltet Themen, die durchaus Parallelen zu der Realität bilden und so auch zum Nachdenken anregen. Mit «D’Kristallsag» wird ein Stück mitTiefe, Schalk und erahnbarem Happy End, gespickt mit einer gesunden Portion Humor, gespielt. Und einmal mehr verspricht das rund 50-köpfige Team der Theatervereinigung Muotathal nicht zu viel.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

21.10.2013

Webcode

schwyzkultur.ch/hPvxW8