Fund: Werkzeug von Steinzeitmenschen. (Bild Walter Imhof)
Fund: Werkzeug von Steinzeitmenschen. (Bild Walter Imhof)

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Ältestes Steinwerkzeug in Muotathal gefunden

Auf der Silberenalp machten Forscher den ersten Feuersteinfund auf dem Gemeindegebiet von Muotathal. Es handelt sich dabei um einen «Bohrer» aus Feuerstein, dessen Alter auf 5000 bis 10 000 Jahre geschätzt wird.

Seit mehreren Jahren sind Archäologen zusammen mit Höhlenforschern der Arbeitsgemeinschaft Höllochforschung (AGH) in der Gebirgsregion des Muotatals auf der Suche nach Spuren urzeitlicher Menschen. So ist in den letzten Jahren ein hochinteressantes Bild entstanden, wie sich die Landschaft nach dem Ende der Eiszeit vor 12 000 Jahren entwickelte und nach und nach von Menschen belebt wurde. Anhand von bearbeiteten Knochenfunden, Holzkohlenanalysen und Wüstungs-Befunden kann belegt werden, dass das Gebiet Silberen-Bödmeren seit 11 000 Jahren von Menschen begangen wird. Zuerst streiften sie als Jäger und Sammler durch diese Gebirgswelt. Ab etwa 600 vor Christus tauchen dann Haustierknochen in den Funden auf, was auf eine gewisse Sesshaftigkeit hinweist.

Ein Zufallsfund

Die diesjährige Kampagne hatte zum Ziel, in den unzähligen Flöschen (kleinen Seen) und Mooren der Hinter Silberen Probebohrungen für Pollenanalysen vorzunehmen. Im Zusammenhang mit diesen Untersuchungen kam erstmals auch ein prähistorischer Silexfund zum Vorschein. Das Objekt lag oberflächig in einem Viehweglein im Bereich unmittelbar unterhalb der Altstafel-Balm und dürfte, von dort den Hang hinunterverlagert, von diesem natürlichen Unterstand stammen.

Ortsfremdes Material

Beim bearbeiteten Feuerstein handelt es sich um ein Werkzeug, das als Bohrer Verwendung fand. Die Kanten sind sehr scharf und frisch, also vermutlich nicht benutzt. Dieses Rohmaterial ist in der näheren Umgebung in der Natur nicht zu finden und muss demnach aus einer anderen Gegend stammen. Das Exemplar ist 22 mm lang, 19 mm breit und 7 mm dick.

Urs Leuzinger, prähistorischer Archäologe und Leiter der Kampagne, meint dazu: «Eine genaue Datierung des Artefakts ist nicht möglich. Der Bohrer datiert aber entweder in die Jungsteinzeit oder die Mittelsteinzeit.» In Jahren ausgedrückt, entspricht das etwa einem Alter von 5000 bis 10 000 Jahren. Dieses Fundstück ist bisher das älteste Artefakt aus der Gemeinde Muotathal.

Die archäologischen Forschungen im Muotatal finden in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Kultur statt.



Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

22.08.2009

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schwyzkultur.ch/Y5MyVY