Unvergesslich: Die Freude war riesig, als Salome Grab erfuhr, dass ihr Fund von uralten Braunbären stammt. Bild Walter Imhof
Unvergesslich: Die Freude war riesig, als Salome Grab erfuhr, dass ihr Fund von uralten Braunbären stammt. Bild Walter Imhof

Dies & Das

Salome mit spektakulärem Fund

Die Schülerin Salome Grab hat in einer Muotathaler Höhle Knochen und Zähne von Bären gefunden und damit die Höhlenforscher in Erstaunen versetzt.

Salome Grab aus Schwyz war mit ihren Eltern in einer Muotathaler Höhle unterwegs. Auf dem Rückweg legten sie vor dem Höhleneingang eine Pause ein, und dabei entdeckte sie einen ungewöhnlichen grossen Zahn. Jetzt war die Neugier geweckt, und sie fand noch weitere Zähne, die sie mit nach Hause nahm. Diese aber liessen sie nicht in Ruhe, und so fanden die Knochen den Weg zur Bestimmung wieder nach Muotathal. Die Tatsache, dass es sich um uralte Knochen eines Bären handelt, freut Salome ebenso wie die erfahrenen Höhlenforscher, die vor allem ob des Fundort perplex sind. Da der Höhleneingang schon etliche heftige Wasserausbrüche aus dem Höhleninnern erlebt hat, ging man allgemein davon aus, dass hier kaum mehr Überreste von Tieren vorgefunden werden können.

Heftige Hochwasser

Abklärungen vor Ort bestätigten den ungewöhnlichen Fund, und es konnten noch weitere Zähne und Knochen geborgen werden, die bei einem nächsten Hochwasser wohl für immer ins Tobel gespült worden wären. Der nach heftigen Unwettern tosende Höhlenbach vermochte in den letzten Jahren die steinharte, schützende Sinterschicht des Höhlenbodens aufzubrechen und das darunterliegende Erdreich wegzuspülen. Dabei gelangten die darin eingebetteten Knochen ans Tageslicht. Unter der Sinterschicht sind drei unterschiedliche Sedimentschichten auszumachen. Am Höhlenboden erkennt man eine Schicht, die aus grauen Tonablagerungen aus der letzten Eiszeit stammt. Darüber befindet sich eine feinkörnige Sandschicht, die von feinen Ablagerungen und faustgrossen Steinen überdeckt ist. In dieser Schicht befanden sich die Bärenknochen. Zudem waren in der darüberliegenden Sinterschicht Knochen eines weiteren Bären eingelagert.

Höhlenbach mit Urgewalt

Bei überaus heftigen Niederschlägen kann es vorkommen, dass der Höhlenbach mit Urgewalt aus der Höhle stürzt und alles mitreisst, was dem gewaltigen Wasserdruck nicht standhält. In solchen aktiven Höhlen geht man allgemein davon aus, dass keine derartigen Funde gemacht werden. Bis sich solche oben genannte Schichten bilden und eine dermassen mächtige Sinterschicht entstehen kann, braucht es unheimlich viel Zeit. Bei der Entstehung der Ablagerungen floss während Jahrtausenden kein Hochwasser aus der Höhle, da diese ansonsten fortgespült worden wären. Dies war während einer Kaltzeit möglich, als das Wasser in Form von Schnee und Eis an der Oberfläche gebunden war.

Altersanalyse hat weitergeholfen

Die Altersanalysen der zwei Braunbären wurden an der ETH Zürich durchgeführt. Das Alter des einsedimentierten Braunbären wird mit 33 000 Jahren v. Chr. angegeben. Dieser Bär lebte demnach in einer nachgewiesenen Warmphase während der letzten Eiszeit, die für die Zeit vor etwa 40 000 bis 30 000 Jahren belegt ist. Das Klima war damals dem heutigen ähnlich und ermöglichte eine Vegetation, die grössereTiere zu ernähren vermochte. Der Bär, dessen Knochen weiter oben eingesintert waren, lebte vor 17 000 Jahren, und das ist absolut erstaunlich. Es handelt sich hier wohl um den ältesten inneralpinen Knochenfund aus der Nacheiszeit, der je gemacht wurde. Das Tier lebte demnach etwa 2000 Jahre nach der grössten Vergletscherung, bei der bis zu 90 Prozent des Kantons Schwyz unter einem tausend Meter dicken Eispanzer lagen.

Felsabbruch in prähistorischer Zeit

Die Fundsituation weist darauf hin, dass der Höhleneingang ursprünglich an anderer, höher gelegener Stelle lag. Sinter bildet sich vorwiegend in Höhlen, und Knochen können sich nur in Höhlen mit ihren konstanten Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit über Hunderte oder Tausende von Jahren erhalten. Der heutige Höhleneingang war einmal zumindest eine Senke oder ein Siphon und war damals noch Teil eines Höhlenganges. Möglicherweise hat ein Felsabbruch infolge der Erwärmung nach der Eiszeit den Höhleneingang nach innen verschoben. Mit dem Verschwinden des Eises, das Druck auf die Talflanken ausübte, und des Permafrostes, der instabile Boden- oder Felspartien zusammenhielt, kam es nacheiszeitlich stell

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

21.10.2011

Webcode

schwyzkultur.ch/hr3fYk