Erdigster Powerrock und stampfender Bluesrock: Polution kennen viele Seiten der Musik.
Erdigster Powerrock und stampfender Bluesrock: Polution kennen viele Seiten der Musik.

Dies & Das

Zuerst überhitzt und jetzt ausser Kontrolle

«Beyond control» heisst der zweite Silberling von Polution. Das Quintett aus dem Muotathal im Herzen der Schweiz setzt dabei konsequent auf die Rohheit des Rock ’n’ Rolls und switcht gekonnt durch dessen Epochen.

Fünf Jungs bedeuten fünf Meinungen, und dass diese bei Polution alle nach helvetischer Manier demokratisch zählen, ist die Quintessenz des jüngsten Polution- Werks «Beyond control». «In den zwölf Songs sind alle individuellen Rock-Vorlieben der Bandmitglieder vereint», sagt Sänger Pascal Gwerder, der als Einziger nicht Betschart mit Nachnamen heisst. Trotzdem ist «Beyond control» kein Jekami-Gebastel, sondern ein feines Stück Rock ’n’ Roll für Puristen und Freunde von ehrlich-kompromisslosen Rock-Grooves.

Aufs Wesentliche konzentriert

Das 2008 erschienene Debütwerk «Overheated» der fünf Thaler Rocker war eine kleine Offenbarung und katapultierte Polution nicht nur in die CD-Regale vieler Rockfans, sondern auch in die Verkaufsauslage desVirgin Mega Stores am Times Square in New York. Dort allerdings unter Deathmetal. «Tja, man scheint uns einfach nicht einordnen zu können», sagt Leadgitarrist Marcel Betschart. «Aber das können auch wir nicht, und vor allem war unsere erste CD von der Ballade bis zur knallharten Metallnummer in der Tat etwas gar vielseitig.» Der eigenen Reputation hat dies nicht geschadet. Im Gegenteil. Die alleine schon durch ihre Herkunft aus dem sehr musikalischen Muotatal geerdeten Musiker erhielten Angebote für Supportings bei Helden aus früheren wie heutigen Tagen. Man stand mit Bands wie Krokus, Shakra,Treshold oder The New Black auf der Bühne und tourte durch Deutschland, Holland, Belgien, Italien und Tschechien. Dies hat geprägt und Polution auch einen Weg aufgezeigt. Jenen des guten alten Rock ’n’ Rolls in all seinen Facetten und mit seiner kernigen Ehrlichkeit. Insofern hat die Band den Konsens gefunden. «Reduced to the max» (aufs Wesentliche reduziert lautet das Credo.

Lebensgefühl nicht downloaden



Nach dem CD-Release im Frühling 2012 wird es für die fünf Jungs wieder Zeit, auf dem nationalen wie auch internationalen Parkett mit den neuen Songs loszubrettern. «Mit einer solch tollen Arbeit im Gepäck geht man richtig gerne auf Tour», meint Schlagzeuger Armin «Cuche» Betschart. Und live staunt man über die fünf Jungs. Keine peinlichen Pseudorocker- Klamotten, kein gestelltes Posing, und zum Headbangen fehlt sowieso die Haarpracht. Polution kommen so auf die Bühne, wie sie sich auch privat bewegen. Und so ehrlich rocken sie los. Das muss man erlebt haben, und dann versteht man auch einen der Leitsätze der fünf Musiker. «Das Lebensgefühl, das wir mit unserer Musik umsetzen, kann man nicht downloaden. Das muss man erleben.»

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

02.05.2012

Webcode

schwyzkultur.ch/Hn76CU