Freudige Gesichter an der Uraufführung: Salome Pitschen und Thomas Horat (Mitte hinten), umrahmt von den Familien Betschart, Schelbert und Bürgler. Bild Patrick Kenel
Freudige Gesichter an der Uraufführung: Salome Pitschen und Thomas Horat (Mitte hinten), umrahmt von den Familien Betschart, Schelbert und Bürgler. Bild Patrick Kenel

Film

Bilder poetisch, Sprüche urchig

Wenige Tage nach der Fertigstellung des Tonschnitts stellten Thomas Horat und Salome Pitschen am Freitagabend ihren neuen Dokumentarfilm «Alpsummer» am Fuss der Muotathaler Berge vor

An der Welturaufführung haben auch die drei Muotathaler Familien als Protagonisten den Dokumentarfilm erstmals gesehen. In gespannter Erwartung durften sie noch vor dem beginnenden Alpsommer einen Abend im Kino Muotathal verbringen.«Der Film hat mir sehr gefallen. Es gab keine unpassenden Aussagen, die Regie durfte alles verwenden», sagte etwa Romy Betschart nach der Premiere. Horat und Pitschen haben rund 100 Stunden gedreht, hauptsächlich im letztjährigen Alpsommer. Mit 89 Minuten ist die Endfassung des Films leicht kürzer als vorgesehen. Die Dokumentationzeigt abwechselnd. Einblicke in den Alltag der Familien, von der Vorbereitung auf die Alpauffahrt bis zur Rückkehr ins Tal, wo die Älpler im restlichen Jahr anderen Berufen nachgehen.

Drei Generationen

Die Drei-Generationen-Familie Betschart zieht mit über 1000 Schafen auf die Charetalp. Beatrice und Daniel Bürgler verbringen mit ihren vier Töchtern mehrere Wochen auf der Glattalp. Mit der längsten Erfahrung und den kernigsten Sprüchen bereichert Koni Schelbert, der das Vieh im Rätschtal weidet, den Film. «Fürs Alpnä mues me gebore sii, meinti», sagt der 75-Jährige, der nach sechs Jahrzehnten ans Aufhören denkt, zuerst aber ausdrücklich noch einmal «regieren» wollte.

Die Tiere und das Wetter

Die Auseinandersetzung mit den Generationen ist eine der Stärken des Films. Eher private Dinge, etwa das Übernachten in einfachen Alphütten oder allfällige Konflikte, lässt er dagegen aus. Im poetischen Werk der beiden Filmemacher spielen neben den Familien die Tiere und das Wetter eine grosse Rolle. Es wird auch gezeigt, wie selbstverständlich die Herstellung von Käse und Butter auf der Alp ausgeführt werden. Die musikalischen Beiträge zum Film stammen ebenfalls aus dem Muotatal: So hat die Naturjuuzgruppe «Natur pur» etwa mehrere Intermezzi sowie eine winterliche Szene am Schluss klanglich untermalt. Am Premierenapéro durften ein paar Jüüzli vor denzahlreichen Besuchern nicht fehlen, ebenso wenig wie einheimischer Alpkäse.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Film

Publiziert am

10.06.2013

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schwyzkultur.ch/eJJSx3