Maria Sigrist mit Johannes Franke und Annina Walt. Bild SRF
Maria Sigrist mit Johannes Franke und Annina Walt. Bild SRF

Film

Das steckt in wenigen Sekunden

Im neuen SRF-Schweizer-Film «Die Einzigen» von der Brunner Autorin Martina Clavadetscher werden es einige Sekunden sein. Hinter jeder Szene der rund 1,5-Mio.-Produktion steckt aber stundenlange Arbeit.

Jan, gespielt von Johannes Franke, kommt in den «Sternen», fragt nach Telefon und Telefonbuch. Wirtin Doris, gespielt von Manuela Biedermann, reicht ihm ein Tablet und schickt ihn in den Gang. Es ist eine Szene von wenigen Sekunden im neuen SRF-Schweizer-Film. Der Besuch am Filmset im «Sternen» zeigt aber, was alles dahinter steckt. Alles ist minutiös geplant: Neben dem groben, im Vorfeld erstellten Drehplan, auf dem für jeden Tag aufgeschrieben ist, welche Szene von wann bis wann gedreht wird, gibt es eine jeweils am Vortag erstellte Dispo für jeden Tag.

Wichtig ist die Planung

Diese enthält alles, was man irgendwie planen kann. «Die genaue Planung ist wichtig, damit jeder genau weiss, wann was und wer wo gebraucht wird», erklärt Produzentin Sabine Girsberger, «im Film ist Zeit Geld.» Denn ist etwas nicht zur richtigen Zeit am rechten Ort, müssen rund 30 Crew-Mitglieder warten. Den Überblick hat Set-Aufnahmeleiter Elias Dellers. Via Funk informiert er, was gerade läuft und gibt Anweisungen an die Crew, im WhatsApp-Chat schreibt er, wann eine Szene abgedreht ist oder teilt Dinge wie die Essenszeitprognose mit. Gleichzeitig ist er Herr über einen Wagen mit allen möglichen nützlichen Dingen von Handyladestation und Besen über Kaffeemaschine und Sonnencreme bis zum Erste-Hilfe-Koffer.

Enge Verhältnisse auf und neben dem Set

Die Schauspieler und Statisten werden nach der ersten Szene in der Garderobe, die mit dem Produktionsbüro neben dem «Sternen» eingerichtet ist, für die zweite Szene, die ja im Film nicht zwingend nacheinanderkommen, neu hergerichtet. Gleichzeitig bereiten am Set Licht-, Ton- und Kameratechniker alles für die erste Einstellung der nächsten Szene vor. Die Szene wird kurz geprobt, und dann gilt es ernst. Mehrmals muss die gleiche Einstellung aufgenommen werden. Einmal steht eine Figur zu weit rechts, ein andermal hängt die Perche (Mikrofon-«Angel») im Bild. Nicht weniger eng als auf dem Set ist es im Nebenraum: Am Bildschirm verfolgen Kostüm, Maske und Regie die Aufnahme, und eine Scripterin notiert alle Besonderheiten der Szene, die wichtig sein könnten für den Dreh der Fortsetzung dieser Szene.

Lange Arbeitstage

Mittlerweile ist es 19 Uhr, Zeit fürs «Zmittag». Für manche Schauspieler, zum Beispiel Noah Beeler, ist danach bereits Feierabend. Auch der Muotathaler Dani Heinzer, der als Regisseur der Muotathaler Theatervereinigung vom Filmteam angefragt wurde, um das Drehbuch in den Dialekt zu übersetzen und so auch noch zu einer Statistenrolle kam, hat seinen Einsatz vorbei. Für die Crew geht der Arbeitstag nach der Stärkung aber weiter bis um Mitternacht. In der Schreinerei neben dem «Sternen» haben die Ausstatterinnen und die Requisiteurin zudem bereits alles eingerichtet für die nächsten Drehtage. Nur durch die Scheibe kann man reinschauen. Denn die Gefahr, dass beim Reingehen ein Windstoss die extra über alles gelegte Staubschicht verweht, wäre zu gross.

Bote der Urschweiz (Nadine Annen)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Film

Publiziert am

23.06.2017

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schwyzkultur.ch/B4HMt2