Die Schlacht im Bild: Auf einer Grösse von 6 mal 2,70 Metern wird die Schlacht vom 1. Oktober 1799 in der Hesigen (Blick Richtung Muotathal) in Öl nachgebildet. Bild Bruno Facchin
Die Schlacht im Bild: Auf einer Grösse von 6 mal 2,70 Metern wird die Schlacht vom 1. Oktober 1799 in der Hesigen (Blick Richtung Muotathal) in Öl nachgebildet. Bild Bruno Facchin

Kunst & Design

Russen auf Suworows Spuren

In Muotathal wird derzeit ein Ölgemälde in der Grösse von über 16 Quadratmetern fertiggestellt. Das Bild zeigt die Schlacht der Russen gegen die Franzosen am 1. Oktober 1799 im Muotatal.

Zwei junge ukrainische Künstler,Veronoka Chmaiko und Fjodor Ivanizki, haben ihr Atelier vorübergehend in einer leer stehenden «Schreinerbuutig» an der Hauptstrasse in Muotathal eingerichtet. Darin entsteht ein riesiges Gemälde, das die Schlacht der Suworow-Armee (Division Ferster) gegen die Franzosen (4. Division Mortier), die über die steinerne Brücke flüchten mussten, darstellt. Das Bild soll dereinst einmal im Suworow- Museum in Linthal GL, das derzeit gebaut wird, ausgestellt werden. Etwa 90 Prozent des Gemäldes sind bereits fertig. Jetzt wollen sich die Künstler vor Ort mit der Region und Landschaft befassen, damit sie dem Werk eine «echte Identität verpassen können», hiess es an der gestrigen Medienveranstaltung.

Es ist grosse Aufgabe

«Hier und heute wird nicht nur ein Kapitel Geschichte illustriert», so Boris Poljakov, Initiant und Autor des laufenden Projektes. Er betrachtet es als eine Aufgabe, zusammen mit Wissenschaftlern das Andenken an die schweren Zeiten von damals zu erhalten: «In Erinnerung wachhalten, dass hier im friedlichen Tal vor 212 Jahren ein Kapitel Weltgeschichte geschrieben wurde. Obwohl die Franzosen in Muotathal in die Flucht geschlagen wurden, sei das Ereignis für die Franzosen wichtig gewesen. Am Arc de Triomphe in Paris sind alle bedeutenden Schlachten der Franzosen in Stein gehauen; aus der Schweiz: Dietikon und «Mutta Thal». Poljakov muss es wissen Boris Poljakow muss es wissen. Er ist der Sponsor, Projektleiter und Initiant in einer Person. Über seinen wirklichen Beruf sagt er nichts. «Der hat mit diesem Projekt rein nichts zu tun», lässt er über die Dolmetscherin gegenüber dem «Boten» ausrichten. Er ist aber zweifellos ein Suworow- Kenner und hat vor Kurzen eine zweisprachige Broschüre über Suworows Feldzug verfasst und veröffentlicht.

10 Prozent vor Ort

Dass er jetzt mit seinen beiden Künstlern Veronoka Chomaiko und Fjodor Ivanizki in Muotathal weilt, hat seinen Grund. «Es ist wie beim Schiffsbau, wo 90 Prozent eines Schiffes auf dem Trockendock und der Rest im oder auf dem Element gebaut wird. Auch die Künstler malen die restlichen 10 Prozent vor Ort, um die Schlacht in eine authentische Landschaft einbetten zu können.» In der richtigen Betrachtungsweise, aus einem Abstand von zirka acht Metern, kann sich der Betrachter mitten in die Szenerie hineinversetzen. Mit viel Liebe zum Detail werden Ausrüstungsgegenstände und einzelne Körperteile abgebildet. So ist unschwer auszumachen, wie in den Gesichtern der Franzosen bereits die Sekunden später eintreffende Niederlage erkennbar ist, während man auf der russischen Seite die Freude des Erfolges unschwer ausmachen kann. Des einen Freud, des anderen Leid, möchte man sagen, obschon man als Betrachter nicht in dieVersuchung einer Parteiergreifung kommt, sondern den Moment, wie er gewesen sein muss, wahrnimmt.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

28.06.2011

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schwyzkultur.ch/Sf2Dd8