Barbara Gwerder (rechts) zeigt dem interessierten Publikum einige ihrer grossflächigen Bilder, die auf der Alp entstanden sind. Bild: Franz Steinegger
Barbara Gwerder (rechts) zeigt dem interessierten Publikum einige ihrer grossflächigen Bilder, die auf der Alp entstanden sind. Bild: Franz Steinegger

Kunst & Design

«Vieles passierte einfach»

Barbara Gwerder malte ein Jahr lang in der Abgeschiedenheit der Muotathaler Bergwelt. Entstanden sind über 70 grossflächige Bilder und ein Film, der gestern gezeigt wurde.

«Über den Tannen» heisst der Film von Esther Heeb, den sie über Barbara Gwerder gedreht hat. Er wurde gestern auf Anregung der Kulturkommission Muotathal im heimischen Kino gezeigt, zusammen mit einigen der über 70 Bilder, die im Verlauf von vier Jahren auf der Alp Oberstafel im Gebiet Ruosalp entstanden sind. «Es ist mir wichtig, dass wir hier den Film zeigen können und ich meine Bilder ausstellen darf», erzählte die Künstlerin nach der Filmvorführung. «Für mich schliesst sich so der Kreis.» Sie wuchs als Bergbauerntochter auf der Schwyzer Seite der Rigi auf, ihre Wurzeln sind aber im Muotatal, genau genommen in der Hilträteren. Seit 1999 ist sie freischaffend. 2015 erhielt sie den mit 100 000 Franken dotierten Prix Fems (Fondation Edouard und Maurice Sandoz), «was mir die Freiheit gab, das zu machen, was ich will, und nicht das, was man von mir erwartet». So packte sie ihre Malutensilien und begab sich während vier Jahren immer wieder für längere Zeit in die rauhe Muotathaler Bergwelt, in eine Alphütte ohne Strom und Wasser. Von diesen Erlebnissen erzählt der Film in ruhigen Bildern. Mal philosophierend, mal nachdenklich, mal jauchzend geht Barbara Gwerder ihrer Leidenschaft nach.


Kräftige Bilder aus einer eindrücklichen Bergwelt


Die Nächte im Winter waren lang und einsam und wollten ausgehalten werden. Sie musste aufkommende Gespenster vertreiben, dann wieder gegen die Langeweile ankämpfen, indem sie 3000 Edelweisse aus Holz schnitzte. Die Zeit auf der Alp habe sie auch in ihrem künstlerischen Schaffen weitergebracht: Anfänglich gegenständlicher, mit der Zeit immer frecher und experimenteller habe sie den Pinsel geführt. «Vieles passierte einfach», sagte sie dem Kinopublikum gestern im Anschluss an die Filmvorführung. Herausgekommen sind kräftige Bilder, die sie unter dem Titel «AlpStreich» nun in verschiedenen Städten zeigt – im Mai in Zürich, nächsten Januar in Luzern.


Bote der Urschweiz / Franz Steinegger

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

18.03.2019

Webcode

schwyzkultur.ch/SVGcDw