Alex Gwerder wird in der Kirche spielen – vier Songs mit Unterstützung von Sohn Marcel Gwerder und Michaela Gwerder. Bild: PD
Alex Gwerder wird in der Kirche spielen – vier Songs mit Unterstützung von Sohn Marcel Gwerder und Michaela Gwerder. Bild: PD

Musik

Alex Gwerder tritt für einmal in Kirche auf

Das Kirchenkonzert 2018 wird dieses Mal Songs der Dustyboots beinhalten. Der Sänger der ehemaligen Muotathaler Road-Music-Band wird in der Pfarrkirche singen. Weitere Lieder spielt der Organist Markus Aellig.

Mit Alex Gwerder sprach Nicole Auf der Maur


Nicole Auf der Maur: Wie kam es zum Konzert in der Kirche in Muotathal?


Alex Gwerder: Peter Betschart, Organisator und Moderator der alljährlichen Konzerte in der Kirche, hat mich vor dem Dustyboots- Abschlusskonzert angerufen und gesagt, dass er am Kirchenkonzert einmal eine andere Musikrichtung einschlagen möchte. Er hat seit Längerem mit dem Gedanken gespielt, meine Songs in dieser Form einmal dem Publikum vorzustellen.


Haben Sie gezögert?


Ja, habe ich auf jeden Fall! Ich wusste ja, dass ich im Juni mit den Dustyboots aufhören würde. Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, ob meine Musik die richtige für ein Konzert in der Kirche ist und ob das die Kirchgänger überhaupt interessiert. Ich wusste nicht, ob ich es wagen oder lassen sollte. Dann kam mir plötzlich etwas in den Sinn!


Was denn?


Vor Jahren war ich mit meiner Frau in Los Angeles. Am Abend waren wir mit einem Bekannten in einem Musikklub, und dieser wollte unbedingt, dass ich mit der amerikanischen Band im Klub einen Song auf meiner Mundharmonika spiele. Als mich die Band auf die Bühne holen wollte, hatte ich ein ganz mulmiges Gefühl und getraute mich tatsächlich nicht! Das habe ich später immer wieder bereut. Es wäre doch ein schönes und unvergessliches Erlebnis gewesen, mit dieser Band auf der Bühne zu stehen. Dies hat mich dazu bewogen, mich dieser speziellen Aufgabe in der Kirche zu stellen.


Ist es das erste Konzert nach dem Ende der Dustyboots?


Ja, denn bis jetzt hatte ich keine Zeit für etwas anderes. Es gibt doch noch einiges zu tun, wenn man eine Band auflöst.


Ist es schwierig für Sie, so ganz alleine auf der Bühne zu sitzen und zu spielen?


Es ist sicher nicht ganz so einfach, wenn man ganz alleine mit Gitarre und Mundharmonika vor Publikum ist. Vor allem in einer Kirche hat man das Gefühl, dass man dem Publikum noch näher oder noch mehr ausgesetzt ist als auf einer «normalen» Musikbühne. Aber da ich Auftritte in dieser Form doch schon einige Male an anderen Orten erleben durfte, weiss ich ja, worauf ich mich da einlasse.


Was ist das Schwierigste?


Das Schwierigste ist, speziell am Anfang, sich nicht gross auf das Publikum zu konzentrieren – vor allem nicht auf einzelne Personen. Du musst in deine eigene Welt abtauchen und dich voll und ganz auf deine Musik, deine Songs fokussieren. Schwieriger macht das Ganze natürlich auch, dass Fehler mehr zum Tragen kommen, als wenn man mit der ganzen Band auf der Bühne steht.


Spielt noch jemand mit Ihnen?


Drei Songs werde ich alleine spielen, und während vier Songs habe ich Unterstützung. Zum einen begleitet mich Michaela Gwerder (Gesang) und zum anderen beim Rhythmus der Schlagzeuger der Band Dreadful sowie mein Sohn Marcel Gwerder. Es hat mir grossen Spass gemacht, mit Michi und Mäsi zu proben und dabei zu sehen, oder besser gesagt zu hören, wie die Songs in dieser neuen Art gewachsen sind.


Welche Songs haben Sie ausgewählt?


Wenn ich diese Art von Musik mache, spiele ich nur eigene Songs und vor allem Songs, die mir sehr viel bedeuten. Die meisten meiner Songs handeln von Geschichten, die ich selber erlebt habe. Oder sie beinahlten zumindest Aussagen, die mir sehr wichtig sind und nach denen ich mein Leben richte.


Sind Sie selber auch Kirchgänger?


Ja, ich gehe ab und zu in die Kirche. Ich bin der Meinung, dass wir nicht alles ganz alleine im Leben im Griff haben können – auch wenn es uns sehr gut geht.


Haben Sie noch weitere Projekte?


Obwohl das Musikerleben als «Dustybootsler» immer wieder mal in meinen Gedanken auftaucht, freue ich mich doch sehr auf die Zeit, die jetzt kommt. Ich freue mich darauf, mehr Zeit zu haben für meine anderen Hobbys. Ich möchte mich mehr sportlich betätigen, Kontakt mit meinen Sound- und Fassfreunde-Kollegen pflegen und ausgeruhter Schwingfeste besuchen. Das Wichtigste ist aber, mehr Zeit für die Familie mit meinen fünf Grosskindern zu haben. Ich freue mich darauf, mit ihnen mehr unternehmen zu können und hie und da mit ihnen «ä chli umäztüflä». Weitere Musikprojekte habe ich keine, ich lasse es auf mich zukommen.


Bote der Urschweiz / Nicole Auf der Maur

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

05.09.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/iHi2JS