Der Gesamtchor – bestehend aus Kirchenchor und Jodlerklub Muotathal – eröffnete und beschloss das Adventskonzert in der Pfarrkirche St. Sigismund. Bild: Guido Bürgler
Der Gesamtchor – bestehend aus Kirchenchor und Jodlerklub Muotathal – eröffnete und beschloss das Adventskonzert in der Pfarrkirche St. Sigismund. Bild: Guido Bürgler

Musik

Kirchenchor und Jodlerklub Muotathal begeisterten

Der Kirchenchor und der Jodlerklub Muotathal luden am Samstag und Sonntag zu einem Adventskonzert ein. Die Lieder und Jüüzli kamen beim zahlreichen Publikum sehr gut an.

Die Pfarrkirche Muotathal erwies sich am Samstag- und Sonntagabend als Oase der Ruhe und Besinnlichkeit. Kein Stress, keine funkelnde Glitzerwelt, keine Werbeblöcke. Es ging um den Kern der Frohen Botschaft, es ging um die schlichte Ankündigung, die an Dramatik nicht zu überbieten ist: Gott wird Mensch. Die Menschen erwarten den Erlöser, es ist Advent. Die Liederliste zum Thema scheint endlos lang zu sein. Einige musikalische Trouvaillen aus dem riesigen Fundus gaben der Kirchenchor Muotathal und der örtliche Jodlerklub zum Besten. Diese hatten sich unter der Leitung von Raphael Schelbert – respektive Rita Ehrler – intensiv aufs Adventskonzert vorbereitet. Die Pfarrkirche war gut besetzt. Eröffnet wurde das Konzert durch den Gesamtchor mit «Wiehnachtsglogge» von Ernst Sommer. Diese Komposition haben viele Jodlerklubs und Chöre im Repertoire, ausserhalb der Weihnachtszeit mutiert sie jeweils zu «Aabeglogge » oder «Hochziitsglogge». «Das Lied drückt Ruhe und Besinnung aus, es macht Hoffnung», kommentierte Moderator Peter Betschart, der informativ und mit Feingefühl durchs Konzertprogramm führte. Der Kirchenchor und der Jodlerklub wechselten sich ab und interpretierten jeweils zwei Stücke. Am grossen Adventskranz brannte schon die dritte Kerze. Der Chor begeisterte teils mit sehr alten Liedern wie «Schlaf, mein Kindlein», «Kommet, ihr Hirten» oder «Tibie pajom», einem beschaulichen Lied aus der orthodoxen Liturgie. Einen guten Kontrast dazu boten Songs aus neuerer Zeit wie «Glory hallelujah» oder «O happy day». Diese packenden Gesänge wurden durch Organist Fritz Bachmann am E-Piano auf brillante Weise unterstützt. Der Jodlerklub liess einige typische Muotathaler Naturjüüzli erklingen. Aber nicht nur diese waren ein Hörgenuss, sondern auch die dargebotenen Jodellieder wie etwa «Verlorni Heimat»,«Sunntig»oder «Heb Vertruä».Letzteres ist bekanntlich Teil der berühmten Jodlermesse von Jost Marty.

Olga Gwerder singt schon seit 70 Jahren mit

Der Moderator bedankte sich bei den Mitwirkenden für die schönen Gesänge und Jüüzli. Zugleich erwähnte er, dass Olga Gwerder schon seit 70 Jahren Mitglied im bereits 120-jährigen Kirchenchor ist und dass Alfred Hediger schon seit 49 Jahren im mittlerweile 54-jährigen Jodlerklub mitsingt. Dies würdigte das Publikum mit einem kräftigen Applaus. Auch forderten die Zuhörerinnen und Zuhörer zum Konzertabschluss mit Nachdruck drei Zugaben. So sang zuerst der Kirchenchor das Lied «Adventjodler» von Lorenz Maierhofer, als Zweites gab der Jodlerklub ein weiteres Jüüzli zum Besten, und schliesslich interpretierte der Gesamtchor nochmals«Wiehnachtsglogge ». Darin heisst es sehr schön: «Allne Gsunde, allne Chranke rüefid d Wiehnachtsglogge hüt: Für e Friede wend mer danke, müedi Wält, stand uf, sing mit!»

Bote der Urschweiz (Guido Bürgler)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

12.12.2016

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schwyzkultur.ch/6y8Evw