Cecilia Schmidig, die bescheidene, erfolgreiche Komponistin, wäre heuer 100 Jahre alt geworden. Bild: PD
Cecilia Schmidig, die bescheidene, erfolgreiche Komponistin, wäre heuer 100 Jahre alt geworden. Bild: PD

Musik

Kirchenkonzert, neue CD und Notenheft mit Muotathaler Volkslieder-Hits

Cecilia Schmidig aus Ried wäre heuer 100 Jahre alt geworden. In Erinnerung an die begnadete Komponistin findet ein Konzert statt.

Volksmusikfans aus der ganzen Schweiz kennen die schlagerähnlichen, oft am Radio gewünschten Volkslieder «Im Muotaland isch schön», «Hochsiggloggä » oder «Uf em Stoos ob Schwyz». Bei der Frage, wer denn diese Gassenhauer eigentlich komponiert hat, wird es schon schwieriger. Fakt ist: Alle stammen aus der Feder von Cecilia Schmidig-Schmidig, einer stets bescheidenen Bauersfrau und Mutter aus Ried-Muotathal. Sie lebte von 1919 bis 2012 und war die Ehefrau des legendären Akkordeonisten und Komponisten Franz Schmidig senior (ds Lunnis Franz).


Lieder fürs «Härz und Gmüet»


Die Lieder berühren die Menschen. «Melodie und Text sind eine harmonische Einheit und erobern ‹Härz und Gmüet› der Zuhörer. Sie regen zum Mitsingen an», schreibt Peter Betschart im neuen Notenheft mit Liedern von Cecilia Schmidig, das am 8. September anlässlich des Kirchenkonzertes in Muotathal veröffentlicht wird. Betschart ist Vorstandsmitglied im Verein Giigäbank. Und was meinte die Komponistin selbst zu ihrem Schaffen? «Nüüd Bsunders» sei das, erklärte sie im Jahr 2007 rückblickend mit 88 Jahren. Natürlich hat sie sich über ihre Erfolge gefreut, und es erfüllte sie mit Stolz, wenn am Radio eines ihrer Lieder zu hören war. Cecilia Schmidig erblickte vor hundert Jahren – am 30. Oktober 1919 – als jüngstes von 12 Kindern im Bisistal das Licht der Welt. Sie sang und juuzte oft und gerne mit ihren Geschwistern und war Mitglied im örtlichen Kirchenchor. An einem Tanzanlass lernte sie ihren späteren Ehemann Franz kennen. Das Paar bewirtschaftete gemeinsam das Heimwesen Tristel in Ried-Muotathal und die Alp Tröligen, Stoos.


«Im Muotaland isch schön» stand am Anfang


Die Bäuerin und Älplerin komponierte quasi im stillen Kämmerlein, denn sie sang ihre Lieder nie selbst in der Öffentlichkeit. Es waren andere sangesfreudige Personen, welche Schmidigs Neukompositionen nach und nach unters Volk brachten. Als erstes Lied wurde im «Muotaland isch schön» öffentlich gesungen, und zwar an einer GV des Müttervereins Anfang der 1970er-Jahre. Das Lied fand sehr guten Anklang. Später folgten diverse Tonträger, worauf einzelne Schmidig-Lieder zu hören waren. Als Erstes nahmen Theres und Vreni Ulrich 1977 drei Lieder auf, dann folgten 1983 Toni Büeler und Josef Ulrich. Doch insbesondere die Aufnahmen des Pragelchörlis und der Formation Iten-Grab verliehen der Bekanntheit der Lieder enormen Schub, und die Titel wurden immer mehr zu Volksmusik-Hits in gemütlicher Runde und an Liederabenden. Cecilia Schmidig hat insgesamt rund 60 Lieder komponiert.


Kirchenkonzert mit CD- und Notenheft-Vorstellung


Nun findet am nächsten Sonntag, 8. September, um 16.30 Uhr in der Pfarrkirche Muotathal ein Konzert im Gedenken an Cecilia Schmidig statt. Zum 100. Geburtstag der Komponistin werden beliebte und bisher noch unbekannte Lieder zu hören sein. Es wirken Nachkommen aus drei Generationen mit. Ausserdem werden Maryna Burch (Orgel) und Bernhard Betschart (Gitarre/ Gesang) das Konzert mitgestalten. Pünktlich aufs Konzert erscheint eine neue CD mit zehn bekannten und zehn noch unbekannten Liedern. Die CD heisst «Muotathal – Mi Heimat». Die Zuhörerschaft darf sich zum Beispiel auf folgende neu entdeckte und nun erstmals auf einer CD verewigte Lieder freuen: «Kanufahrt am Muotastrand», «Pragelchörli-Lied», «Muotathaler Heimweh», «Ich spiel’ auf der Gitarre», «Hoch im Gebirge» und andere mehr. Im schön illustrierten CD-Büchlein findet man alle 20 Liedtexte. Das Kirchenkonzert wird vom Verein Giigäbank organisiert. Dieser präsentiert am Anlass ein neues Notenheft mit den rund 60 Cecilia-Schmidig-Liedern. Wer gerne selber einmal einen Abend lang Schmidig-Lieder singen möchte, hat dazu am 30. Oktober ab 20 Uhr im Restaurant Alpenrösli in Muotathal Gelegenheit.


Bote der Urschweiz / Guido Bürgler

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

04.09.2019

Webcode

schwyzkultur.ch/67ZfGC