Der frühere Musikpartner von Franz Schmidig senior, Willi Valotti, sprang bei den Hujässlern für Markus Flückiger ein. Bilder Roger Bürgler
Der frühere Musikpartner von Franz Schmidig senior, Willi Valotti, sprang bei den Hujässlern für Markus Flückiger ein. Bilder Roger Bürgler
Hochmusikalische Nachkommen: die Familienkapelle Schmidig mit Franz (von links), Renja, Florin, Mirielle, Cécile und Jolanda.
Hochmusikalische Nachkommen: die Familienkapelle Schmidig mit Franz (von links), Renja, Florin, Mirielle, Cécile und Jolanda.

Musik

Musikalisches Gipfeltreffen für «ds Lunnis Franz»

Franz Schmidig senior hätte die grösste Freude gehabt. Nachkommen und Gastmusikanten würdigten am Donnerstag sein immenses Werk.

Franz» in Muotatal war in vielerlei Hinsicht einmalig wie einzigartig. Die Musik desgrandiosenAkkordeonistenundKomponisten Franz Schmidig senior, der am Donnerstag vor 100 Jahren das Licht der Welt erblickt hatte, wurde in der ausverkauften Aula Stumpenmatt von seinen hochmusikalischen Nachkommen und einer ganzen Reihe exzellenter Instrumentalisten förmlich zelebriert.

Melodiös und täktig

Der Verein Giigäbank, der zusammen mit der Familie Schmidig diesen denkwürdigen Abend organisierte und gleichzeitig ein umfangreiches Notenheft mit den 79 Kompositionen von Franz Schmidig senior publizierte, wurde überrannt. Das Konzert war längst ausverkauft, und die Schwiegertochter von «ds Lunnis Franz», Jolanda Schmidig, wurde mit vielen Anfragen nach Plätzen konfrontiert. Das Interesse hatte seine Gründe. Franz Schmidig prägte mit seiner virtuosen, täktigen und melodiösen Musik die ohnehin schon reiche Musikkultur des Muotatals wie kaum ein anderer. Zusammen mit Leo Schelbert (ds Tönis Leo) und Anton Betschart (Jakä Toni) war er die musikalische Lichtgestalt der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Und seine Musik ist von den drei genannten (Rees Gwerder sei hier ausgenommen, da er in dieser Zeit längst in Arth lebte), die populärste. Sie wird vor allem von seinem Sohn Franz Schmidig junior und dessen Familie, aber auch von Grössen der heimischen Volksmusik gepflegt. Willi Valotti brachte es auf den Punkt: «Lunnis-Tänze sind einmalig und zeitlos.»

Virtuose Könner

Und so durfte das begeisterte Publikum einen Gedenkabend der Extraklasse erleben. Der erste Teil gehörte der Familie, deren Musikalität nahezu beängstigend ist. Ob als Handorgelduo der Lunnis-Kinder Lydia und Franz, als Kleinformation mit einem Thaler Naturjuuz, in der Kombination Schwyzerörgeli (Florin Schmidig) und Handorgel (Franz Schmidig), als Familienkapelle oder in der Grossformation mit einem Jodellied von Franz Schmidigs senior Gattin Cecilia. Bei Letzterem dürfte sogar der eine oder andere Jodlerklub neidisch werden. Im zweiten Teil des von Beat Tschümperlin fachkompetent moderierten Abends traten Grössen wie Willi Valotti, Fredy Reichmuth, Andrea Ulrich, die Hujässler oder Rampass auf. Bei den beiden Letzteren musste auf den Schwyzerörgeler Markus Flückiger verzichtet werden, der sich im Nachgang der Riemenstaldner Chilbi vor einer Woche den rechten Daumen verletzt hatte. Dies wäre insofern noch spannend gewesen, weil Flückiger der erste Schwyzerörgeler war, der sich an die hochkomplexen Akkordeontänze von Franz Schmidig senior wagte. Dank Willi Valotti und Fredy Reichmuth konnten die Hujässler und Rampass aber dennoch auftreten. Bei jedem Vortrag würdigte das Publikum die Musikanten mit frenetischem Applaus. Und diese wiederum hatten sichtlich Freude, auch wenn man gelegentlich bemerkte, dass selbst grosse Könner mit den «Lunnis-Tänzen» gefordert sind. Zum Finale gab es mit der Adhoc- Grossformation unter anderem den bekannten Marsch «Treue Freunde» von Franz Schmidig senior zu hören. Dies als finale Reminiszenz an das treue Franz- Schmidig-Publikum und ebenso an alle Musikanten, die ihn einst begleitet haben oder heute dessen Werk mit viel Würde und Können pflegen und erhalten.

Bote der Urschweiz (Roger Bürgler)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

16.09.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/ND7nSZ