Archaische Jüüzli, urchige Tänze aus dem Muotatal auf CD von den Musikanten Heinz Gwerder (v.l.), Christian Gwerder, Cornel Schelbert, Bernhard Betschart, Daniel Schmidig und Kurt Gwerder von Natur pur und dem Echo vom Schattenhalb. Bild Silvan Bucher
Archaische Jüüzli, urchige Tänze aus dem Muotatal auf CD von den Musikanten Heinz Gwerder (v.l.), Christian Gwerder, Cornel Schelbert, Bernhard Betschart, Daniel Schmidig und Kurt Gwerder von Natur pur und dem Echo vom Schattenhalb. Bild Silvan Bucher

Musik

«Schrägers und Gräders us äm Muotatal»

Naturjuuz und Örgelimusik aus alten Zeiten: Die Formationen
Natur pur und Echo vom Schattenhalb veröffentlichen heute eine gemeinsame CD.

Der Muotataler Naturjuuz und auch die dortige Schwyzerörgelimusik sind einzigartig. Vor allem der Naturjuuz in seiner urtümlichen Art drohte zu verschwinden. Mit einer gemeinsamen CD legen nun die Formationen Natur pur und Echo vom Schattenhalb eine Sammlung musikalischer Perlen aus dem Muotatal vor.

«Wir wurden belächelt»

«Die Idee dazu hat sich langsam in unseren Köpfen entwickelt, und nun ist ein Resultat da, auf das wir stolz sein dürfen», sagt Beny Betschart, der nicht nur ein begnadeter Juuzer und vielseitiger Sänger ist, sondern aktuell mit der Formation Schluneggers Heimweh national von Erfolg zu Erfolg reitet. «DsLippschä Benys» Herzblut schlägt jedoch für die Muotataler Musik, wie sie seine Vorfahren pflegten. Diese Leidenschaft teilt er seit einigen Jahren mit den Musikanten Daniel Schmidig «ds Hebamms Dänl», Cornel Schelbert «ds SchmiedsCornel», Christian Gwerder «ds Heiris Chrigl», Heinz Gwerder «ds Wiäzeners Heinz» und Kurt Gwerder «ds HeirisKürtl». Letzterer meinte einst, es wäre wichtig, dass man die alten Jüüzli, wie sie sich über viele Generationen entwickelt haben, zusammen singen und mit Tonaufnahmen festhalten sollte. In der Folge wurde 2007 mit einfachsten Mitteln eine CD produziert, die ein überraschender Erfolg wurde. Auftritte an Festivals und die Zusammenarbeit mit der bekannten Einsiedler Jodlerin Nadja Räss sorgten dafür, dass der Muotataler Naturjuuz plötzlich in der ganzen Schweiz und sogar im Ausland auf Interesse stiess. Dies war nicht immer so, sagt auch Daniel Schmidig: «Wir haben früher schon immer gejuuzt, wurden aber nicht ernst genommen und gar belächelt.» Heute ist das anders, wie auch der vor zwei Jahren erschienene Dokumentarfilm «Muotataler Jüüzli – 30 Jahre später» von Hugo Zemp belegt.

Tänze sind wieder beliebt

Ähnlich verhält es sich mit den Muotataler Schwyzerörgelitänzen. Mit dem aktuellen Örgeli-Boom und der Beliebtheit der Innerschwyzer Tänze wird überall wacker geörgelt.Doch esgibt einen grossen Fundus sehr alter Stücke, die Muotataler Örgeler wie Alois Suter («Lisäbethler »), Georg-Anton Langenegger («Egg-Basch»), Anton Betschart («ds Jakä Tönel») oder auch Rees Gwerder («Eigeler») spielten. Jene von Rees Gwerder, die vielfach auf noch älteren Tänzen basierten, sind heute gut dokumentiert, aber solche vom «Lisäbethler» (der wahrscheinlich erste Örgeler im Muotatal) oder von Vater und Sohn «Egg-Basch» sind wenig bekannt und haben selten einen Namen. Die Formation Echo vom Schattenhalb mit Cornel Schelbert und Daniel Schmidig pflegt die noch überlieferten Tänze jedoch seit Jahren und geniesst damit grosse Beliebtheit. Eineinhalb Jahre nahmen sich die sechs Muotataler Musikanten Zeit für die CD. «Wir haben sorgfältig geplant und wollten eine gute Auswahl treffen», sagt Bernhard Betschart. Im Cornhouse Studio von Marcel Elmer in Brunnen fand man Bedingungen vor, die es erlaubten, so authentischwie möglich aufzunehmen. Das war zentral für die sechs Musikanten. Die CD «Schrägers und Gräders us äm Muotatal» umfasst 27 Jüüzli,«Chuäreihäli » (Viehlockruf) und Schwyzerörgelitänze. Ein schmuckes Büchlein beschreibt die Musik, die Formationen und die Entstehung der CD, die im Fachhandel sowie online unterwww.naturjuuz.ch erhältlich ist. Und von einem sind alle Beteiligten überzeugt: Diese CD hat einen hohen dokumentarischen Wert.

Infos / Bestellung

www.naturjuuz.ch

Bote der Urschweiz (Roger Bürgler)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

25.01.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/Sj2bVP