Musik vom Feinsten: In der voll besetzten Aula in Muotathal genossen die Besucher die konzertanten Stücke von Leo Schelbert.
Musik vom Feinsten: In der voll besetzten Aula in Muotathal genossen die Besucher die konzertanten Stücke von Leo Schelbert.
Botschafter: Mit der Aufnahme ins Repertoire kann Willi Valotti den Komponisten Leo Schelbert einer breiten Öffentlichkeit wieder schmackhaft machen.
Botschafter: Mit der Aufnahme ins Repertoire kann Willi Valotti den Komponisten Leo Schelbert einer breiten Öffentlichkeit wieder schmackhaft machen.
Leo lebt weiter: Völlig blind und mit Hingabe interpretiert Ronny Schelbert die Werke seines Ur-Ur-Onkels. Im Hintergrund der «Ambäck» von Leo. Bilder Bruno Facchin
Leo lebt weiter: Völlig blind und mit Hingabe interpretiert Ronny Schelbert die Werke seines Ur-Ur-Onkels. Im Hintergrund der «Ambäck» von Leo. Bilder Bruno Facchin

Musik

Volksmusik vom Allerfeinsten

In der voll besetzten Aula der Stumpenmatt erlebten 300 Personen die Renaissance von Kompositionen des Muotathalers Leo Schelbert (z’Tönis Leo). Schelbert verstarb im Jahr 1966 im Alter von nur 61 Jahren. Er hatte rund 50 nicht einfach zu spielende Stücke komponiert und ist nicht zuletzt deshalb fast in Vergessenheit geraten.

Auf Initiative von Kurt Schelbert (Ur-Neffe) mit Unterstützung des Vereins Giigäbank und der Gemeinde wurde eine CD erstellt und am Freitagabend dem Publikum vorgestellt. Interpretiert wurden die Stücke von HD Suter- Föhn, Ländler-Wurlitzer,Willis Wiiberkapelle und dem HD Schelbert- Herger.

Schelbert war ein Genie

Man war sich einig: z’Tönis Leo war ein Genie, und Willi Valotti brachte es auf den Punkt: «Hohe Schule, die nicht leicht zu interpretieren ist.» Mit Vaters Schwyzerorgel begann Leo Schelberts Musikleidenschaft. Im Jahr 1927 stellte er auf «chromatisch » um, und 1932 liess er sich bei Eichhorn eine Orgel mit sechs Knopfreihen bauen. Es war ein Experiment, das er schon schnell wieder abbrach und die Orgel auf fünf Reihen zurückbauen liess. Er nannte sie «Ambäck», und diese – schon fast legendäre – Orgel ist heute noch erhalten.

Persönliche Anekdoten

Zahlreiche Anekdoten von Leuten, die Leo noch persönlich kannten, waren im Verlauf des Abends zu hören. So beispielsweise, dass er einst einmal im «Schlüssel» seine Musik abbrach und erklärte: «Schnorid ihr jetzt.» Wie speziell Leo Schelbert war, kommt auch in der Benennung seiner Stücke zum Ausdruck. So ist der «Muotathaler Tango» ein Schottisch, und das Stück «Heissa rundumä» hiess ursprünglich «Hoch das Bein», was den damaligen Plattenproduzenten zu frivol war.

Er lebte Volksmusik

Leo Schelbert komponierte, spielte und lebte seine Volksmusik. Andere Stilrichtungen soll er nicht toleriert haben, und so sei er mehrmals von den damals jungen Muotathalern aus dem «Tellen» vertrieben worden, wenn sie in der Musikbox (es war die erste im Tal) einen Schlager abspielten. Einer der Interpreten vom Freitag war Willi Valotti, der weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist.

Bald in Valotti's Repertoire

Valotti erklärte, einige Stücke von Leo Schelbert in sein Repertoire aufzunehmen. Das eröffnet die grosse Chance, dass Leo Schelbert national und über die Grenzen hinaus wieder bekannt gemacht wird. «Ich benötige heute noch Noten dazu, doch ich hoffe, Leos Tänze mit 80 Jahren dann endlich auswendig spielen zu können», sagte Valotti.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

11.10.2010

Webcode

schwyzkultur.ch/HLin9E