Der Muotathaler Gabriel Betschart bei seinem letzten Konzert 2008 in Goldau. Bild pd
Der Muotathaler Gabriel Betschart bei seinem letzten Konzert 2008 in Goldau. Bild pd

Musik

Zur Erinnerung an Gabriel Betschart

Der Volks-Musiker Gabriel Betschart galt als einmaliger Akkordeon-Virtuose. Fünf Jahre nach seinem Tod kommt er zu Ehren.

Im Oktober 2011 erlag der brillante Akkordeonist Gabriel («Gäbel») Betschart in seinem 50. Lebensjahr einer unheilbaren Krankheit. Dank seinem grossen Können, seiner bewundernswerten Technik, vor allem aber dank seiner Bescheidenheit, war er in der ganzen Volksmusik-Szene, aber auch darüber hinaus, ein überaus beliebter und geschätzter Kollege. In Muotathal trauerten seine Frau und zwei Kinder um ihren Partner und Vater, aber auch seine vielen Musik-Freunde, die von einem begnadeten Musiker Abschied nehmen mussten.

Als Fünfjähriger mit Plastikörgeli

Gabriel Betschart begann als fünfjähriger Knirps seine musikalische Laufbahn mit einem Plastikörgeli. Der legendäre Fredy Zwimpfer wurde sein erster Lehrer, in Willi Valotti fand er sein grosses Vorbild. Mit 14 Jahren hatte Gabriel Betschart seine ersten öffentlichen Auftritte sowie die erste Fernsehsendung mit Franz Schmidig jun. Von 1982 bis 1991 spielte er in der Kapelle vom Urner Sepp Wipfli, später gründete er mit seinem Schulkollegen Markus das Trio Betschart- Betschart-Krienbühl. Er konzertierte auch mit den hochstehenden Bläsern Bruno Syfrig, Dani Häusler und Walter Grimm, während Urs Krienbühl lange Jahre als treuer Klavierbegleiter fungierte. Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte Gabriel Betschart im Mai 2008 in Goldau mit einem vierstündigen Konzert zum 60. Geburtstag von Thury Horat.

Eine CD und ein Notenbuch

Unter dem Titel «In Memoriam Gabriel Betschart» haben nun seine ehemaligenMitspieler ein Projekt realisiert, das eine CD, ein Notenheft sowie verschiedene Konzerte beinhaltet. Dank der Initiative von Sepp Wipfli und Urs Krienbühl ist ein Tonträger entstanden, der 16 bisher unveröffentlichte Kompositionen von Gabriel Betschart umfasst. An fünf Konzerten wird dann in einer Formation mit bekannten Namen aufgespielt: Fränggi Gehrig (Akkordeon), Dani Häusler, Sepp Wipfli, Bruno Syfrig, Walter Grimm (Klarinette/Saxofon), Urs Krienbühl (Klavier) und Oski dell Torre (Kontrabass). Dani Häusler hat schon in den 90er-Jahren mit Gabriel Betschart einige Konzerte gegeben und charakterisiert ihn so: «Er musizierte aus seinem Innersten heraus und spielte seine Musik wie zum ersten oder letzten Mal.»

Bote der Urschweiz (Kurt Zurfluh)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

03.03.2016

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schwyzkultur.ch/bPx7Nu