Fredy Zwimpfers Tochter Myrtha Beeler lässt die lüpfigen Tänze ihres Vaters wieder aufleben. Bild Silvia Camenzind
Fredy Zwimpfers Tochter Myrtha Beeler lässt die lüpfigen Tänze ihres Vaters wieder aufleben. Bild Silvia Camenzind

Musik

Zwimpfer-Tänze aus dem Estrich

Mit «Der urchige Muotathaler» hat Fredy Zwimpfer ein Meisterwerk geschaffen. Nun leben andere Zwimpfer-Tänze wieder auf. Seine Tochter Myrtha Beeler hat die Noten vom Estrich geholt.

2005 erhielt Myrtha Beeler-Zwimpfer eine Kiste voller Noten. Darin alles Kompositionen ihres Vaters Fredy Zwimpfer, der im Jahre 1977 mit 52 Jahren starb. Zwimpfer war ein Stegreifler und hatte ein Repertoire von bis zu 70 Eigenkompositionen, darunter «Der urchige Muotathaler», eine Komposition, die zuvor «Chüefer» hiess und zu Fredy Zwimpfers Lebzeiten noch nicht der Klassiker war wie heute.

Suter schrieb die Noten auf

Tochter Myrtha Beeler erinnert sich: Bei der Familie Zwimpfer zu Hause in Muotathal habe der Vater seinem Musikfreund Kari Suter jeweils Teilstück um Teilstück seiner Tänze vorgespielt. Suter schrieb die Noten dann auf. Nun wird es möglich, einige dieser Kompositionen, 37 Jahre nach dem Tod des Vollblutmusikanten, wieder zu hören, denn Myrtha Beeler hat die Kiste mit den Noten hervorgeholt. «Ja, da hat es noch vieles» Die Idee kam von Vreny Hollenstein-Ulrich, aufgewachsen im Bisisthal, ehemals Mitglied des Echos vom Pfannenstock. Heute lebt die zweifache Mutter mit ihrer Familie im Toggenburg. Im Mai 2007, an einem Gedenkabend für die Altmeister der Ländlermusik, sprach Vreny Hollenstein Myrtha Beeler auf ihren Vater und sein Werk an: Ob denn da noch etwas vorhanden wäre? «Ja, es hat noch vieles», sagte Myrtha Beeler damals und dachte über Vaters Nachlass nach. So wurde die Idee einer CD immer konkreter. Vreny Hollenstein freute sich, dass die Originalnoten vorhanden waren, sichtete sie, spielte die Stücke auf der Handorgel und traf eine Auswahl. Sie wählte langsame, melodiöse Tänze, runde Sachen und auch ein Walzerlied, das die Zwimpfer-Tochter Astrid Schuler singt. Mit Urs Zehnder an der Handorgel, Roger Schmidig am Klavier und Christian Grob, Bassgeige, ging die Kapelle ins Studio. «Ä Chratte voll Fredy- Zwimpfer-Tänz» heisst die CD, die dabei entstand und am Samstag im Muotathaler «Sternen»-Saal getauft wird.

«Ein Muss für jedes Repertoire»

Myrtha Beeler war als Kind oft bei den Auftritten ihres Vaters dabei: «Das war mir lieber, als zu Hause zu sitzen.» Ihr Vater sei mit 52 Jahren viel zu früh verstorben, meinte Myrtha Beeler, die mit vier Schwestern in Muotathal aufgewachsen war. Die Liebe zur Ländlermusik blieb bestehen, und besucht sie heute eine Stubete oder ein Konzert, wird zu ihrer Begrüssung «Der urchige Muotathaler» angestimmt. «Wenn man die urchige Ländlermusik spielt, gehört er einfach dazu», sagt Vreny Hollenstein zum Zwimpfer-Hit: «Er ist ein Muss für jedes Repertoire.»

Der Fredy-Zwimpfer-Abig mit CD-Taufe findet am 15. Februar im «Sternen», Muotathal, statt. Türöffnung ist um 19.30 Uhr, keine Platzreservationen
möglich.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

12.02.2014

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schwyzkultur.ch/UkM7fi