Alles drehte sich um die Chilbi: Carlo Gamma (von links), Fränggi Gehrig und Hanspeter Müller-Drossaart brachten Urner Tanzund Spottlieder ins Muotathal. Bild: Silvia Camenzind
Alles drehte sich um die Chilbi: Carlo Gamma (von links), Fränggi Gehrig und Hanspeter Müller-Drossaart brachten Urner Tanzund Spottlieder ins Muotathal. Bild: Silvia Camenzind

Literatur

Musik

«Spoken Word» wurde in Uri erfunden

Hanspeter Müller-Drossaart nahm in Muotathal Urner Chilbilieder auseinander.

Chilbi, eine richtig unbeschwerte Chilbi. Wie sie einst war, und wie sie in Uri und auch in Muotathal – zumindest in Ansätzen – noch gefeiert wird, wenn denn Chilbi sein darf, davon erzählte Hanspeter Müller-Drossaart am Sonntag bei einem Besuch im «Alpenblick» in Muotathal. Begleitet wurde der Schauspieler von den Urner Musikern Fränggi Gehrig, Akkordeon, und Carlo Gamma, Sopransaxofon. Beim Projekt «Mäitäli, wenn dü witt ga tanzä…», mit welchem das Trio auf seiner Tournee im Muotathal halt machte, geht es um das Zerpflücken dieser Lieder. Sowohl der Text wie auch die Musik wurden auseinandergenommen. Volkslieder, die man unbeschwert vor sich hinsingt, offenbaren ihren Tiefgang. Die Musik, variiert im Tempo und frei interpretiert, wird zu einem jazzigen Hörerlebnis.

Ein Ausbildungsseminar der besonderen Art



Müller-Drossaart nannte das Ganze ein Ausbildungsseminar. Er bewies sich als glänzender Unterhalter, erzählte anhand von «Maitäli, wenn dü witt ga tanzä… » von der Vorfreude auf die Chilbi, über die Unbeschwertheit am Tag selber bis zu den Nachwehen danach. «‹Spoken Word› wurde in Uri erfunden », sagte der Schauspieler und bewies sich als Poetry-Slammer, als er aus «Zoogä-n am Boogä dr Landammä tanzet » die Zeilen «und d Süü und dr Bock» rhythmisch wiederholte. Was lernte man am Seminar? Chilbilieder sind Tanzlieder, in deren Einfachheit liegt ihre Genialität. Ausgeteilt wird nach oben, in Richtung Landammann und Pfarrer. Das Publikum, etwas mehr als 30 Personen, war bestens unterhalten. Es gab viel zu lachen und auch ein paar Seitenhiebe. Denn neben allem, was die Nachbarn verbindet, stichelte der Schauspieler auch gezielt gegen die Muotathaler. Aber letztlich war es ein Besuch bei Freunden. Spontan hatten sich nämlich Bernhard Betschart, Karin Gwerder und Markus Bürgler, Illgau, zusammengetan, und den Anlass mit einem Naturjuuz eingerahmt.

Bote der Urschweiz / Silvia Camenzind

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Literatur
  • Musik

Publiziert am

30.11.2021

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www.schwyzkultur.ch/wBV2BD