Für die Erhaltung des Kulturguts: Der Giigebank-Vorstand mit (von links) Peter Betschart, Konrad Bürgler, Franz Föhn, Robert Suter, Jolanda Schmidig, Walter Gwerder und Dani Heinzer. Es feht Louise Betschart. Bild Bruno Facchin
Für die Erhaltung des Kulturguts: Der Giigebank-Vorstand mit (von links) Peter Betschart, Konrad Bürgler, Franz Föhn, Robert Suter, Jolanda Schmidig, Walter Gwerder und Dani Heinzer. Es feht Louise Betschart. Bild Bruno Facchin

Volkskultur

Verein Giigebank: Dialektstunden in Schule?

Der dritte «Muotitaler Ländlersunntig» findet am 2. Januar 2011 statt. Das beschloss die Generalversammlung des jüngsten Muotathaler Vereins «Giigebank». Über 50 Mitglieder genossen die anschliessende Stubete.

Als vor einem Jahr der Verein Giigebank gegründet wurde, durfte man zweifellos mit einem positiven Echo rechnen. Die Erwartungen wurden mehr als erfüllt, denn inzwischen haben 122 Einzelpersonen, 48 Familien und 8 juristische Personen ihren Beitritt erklärt. Nach aussen heisst das Giigebank-Markenzeichen «Ländlersunntig». Dieser wurde vor zwei Jahren, damals noch im Rahmen eines Regio-Plus-Projektes, ins Leben gerufen und wurde zum Gassenfeger imThal. Das hat einige Initianten dazu bewogen, den jüngsten Verein zu gründen. Der Verein Giigebank ist ein Beispiel, wie Regio Plus in Muotathal, Illgau und Morschach einiges ausgelöst hat.

Ein Tunnel ist ein «Durnell»

Hauptziel des Vereins Giigebank ist, das vielfältige volkstümliche Brauchtum und verschiedenste Kulturgüter, die grosses Potenzial aufweisen, zu pflegen und zu erhalten. Viele wertvolle Kulturschätze schlummern in Muotathal vor sich hin, und diese sollen nun zu neuem Leben erweckt werden. Muotathal, eine Hochburg der Volksmusik, hat unzählige Komponisten und Interpreten. Mehrere hundert Tänzli sind überliefert und sollen nun «verschriftlicht» und der Nachwelt erhalten werden. Das ist eines der grossen Ziele von Giigebank. Aber auch der Muotathaler Dialekt müsse gerettet werden, war an der GV zu erfahren. Für Präsident Dani Heinzer ist das Hochdeutsche eine Fremdsprache. Noch schlimmer seien die unzähligen englischen Wörter und Ausdrücke, welche den Muotathaler Dialekt immer mehr «versauen». Die Muotathaler sind sogar in der Tunneldebatte «fremd gegangen», so Heinzer. «Es gibt weder im Horä noch in unserer Sprache einen Tunnel, sondern einen Durnell, weil man ‹dure› geht.» So ist man derzeit mit den Schulbehörden im Gespräch, um im Schulfach Mensch und Umwelt Dialektlektionen erteilen zu können.

Vieles ist im Köcher

Der Verein konnte auf ein erfolgreiches erstes Jahr zurückblicken und wird auch in Zukunft noch einige interessante Projekte verfolgen. Der «Ländlersunntig» grundsätzlich am ersten Sonntag nach Weihnachten geplant, muss dieses Jahr ausnahmsweise auf den 2. Januar 2011 verschoben werden, da der erste Sonntag auf den 26. Dezember fällt, und dieser Tag ist traditionell für die Illgauer Musikstubete reserviert. Im Weiteren soll am 8. Oktober in der Aula des unverwüstlichen Leo Schelbert (z Tönis) gedacht werden. Aus seiner Feder stammen zahlreiche Tänzli und Kompositionen, welche auf einer CD zusammengetragen werden. Leo Schelbert würde heuer seinen 105. Geburtstag feiern.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

04.06.2010

Webcode

schwyzkultur.ch/hHeua4