Laura Farisè Schauspielschülerin Laura Farisè auf der 600 Personen fassenden Tribüne des Freilichtspiels auf dem Benkner Büchel. Bild Urs Attinger
Laura Farisè Schauspielschülerin Laura Farisè auf der 600 Personen fassenden Tribüne des Freilichtspiels auf dem Benkner Büchel. Bild Urs Attinger

Bühne

«Muss keine Ein-Frau-Show abliefern»

Bei den Freilichtspielen der Bühne Thurtal auf dem Benkner Büchel vom 2. August bis 6. September spielt die Reichenburgerin Laura Farisè die Hauptrolle. Als Miriam wird sie das Publikum entführen, berühren und begeistern.

Der Benkner Büchel und insbesondere Maria Bildstein ist ein besonderer Ort. Das findet auch Laura Farisè, die im bald beginnenden Freilichtspiel vor Ort die Hauptrolle spielt. Wege und Weglein schlängeln sich durch lauschigen Mischwald. Spaziergänger und Biker kommen immer wieder vorbei und verweilen in der Kirche Maria Bildstein oder auch bei den Proben. Laura Farisè muss zwar die Kantonsgrenze überqueren, wohnt aber trotzdem in einem Nachbardorf von Benken: in Reichenburg. «Der Ort war ein guter Grund, mich für die Rolle zu bewerben, er liegt ja wirklich vor meiner Haustüre», erzählt Farisè. Das war aber nicht der Hauptgrund. Die Medizinische Praxisassistentin besucht im zweiten Jahr die European Film Actor School in Zürich. «Es ist gut, wenn man bereits während des Schulbesuchs möglichst viele Erfahrungen sammeln kann», sagt die 27-Jährige. Obwohl die Schule auf Filmschauspiel spezialisiert sei und sie auch in diese Richtung gehen möchte, ist sie froh um die Chance in Benken. «Es ist mein erstes grösseres Projekt, und ich habe sehr viel gelernt. Mich so in die Rolle der Miriam hineinzuversetzen, hat mich weitergebracht», bekennt Farisè.


Miriam, ein schwieriger Charakter


Sie kann die Rolle der Miriam (Aramäisch für Maria) jedoch auch wieder ablegen: «Wie ein Arbeitsgewand ziehe ich mir den Charakter und die Eigenheiten meiner Rolle an und nach Probe- oder Spielende wieder aus.» Die zu spielende Person sei auch etwa zehn Jahre jünger als sie. Als Jüngste von drei Geschwistern hat Farisè praktisch nie rebelliert, wie sie sagt. Die Figur Miriam sei jedoch sehr aufmüpfig und laut, was auf sie auch nicht zutreffe. Die Schauspieler sprechen zwar mit Mikrofon, die Tonalität einer Aussage müsse man trotzdem finden. Und noch einen weiteren Einblick in die Welt der Miriam gibt uns Laura Farisè: Sie ist ein Einzelkind, eine, die nicht richtig dazugehört. Sie verfährt sichinBegleitungihresFreundesmit dem Motorrad und gelangt so auf Maria Bildstein. Dort schenkt er ihr ein Medaillon und verlässt sie dann, weil sie ihm eröffnet, von ihm schwanger zu sein. Danach träumt und fantasiert sich Miriam durch verschiedene Jahrhunderte und begegnet vielen Menschen auf diesem Weg. Ob es ein Happy End gibt, bleibt offen. Die Zusammenarbeit mit den Regisseuren Monika Wild und Peter Locher sei lehrreich und intensiv gewesen, resümiert Farisè. Sie findet es toll, dass die meisten Schauspieler aus der Region kommen. Die Musik des Stücks stammt von Dany Nussbaumer. Sie bereichere die Atmosphäre sehr, findet die Hauptdarstellerin. Farisè freut sich, dass es jetzt nach einem halben Jahr üben endlich los geht. Sie fühlt sich sicher, getragen vom Team, sie ist überzeugt: «Ich muss keine Ein-Frau-Show abliefern.» Aber sie will für das Publikum spielen, es ansprechen, es zum Lachen bringen oder zu Tränen rühren, es begeistern und mitnehmen in die Geschichte «Miriam und das geheimnisvolle Medaillon». «Mich in die Rolle der Miriam hineinzuversetzen, hat mich weitergebracht.»


Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Urs Attinger

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

29.07.2019

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schwyzkultur.ch/vkZ4tY