Musik
Neue Trommeln für Schwyzer Tambouren
Der Tambourenverein Schwyz hat 27 neue Trommeln angeschafft – in erster Linie für den Nachwuchs.
Die Schwyzer Tambouren investieren in die Zukunft. «Drei statt sechs Kilo schwer sind sie, und der Klang ist einfach viel klarer.» Cornel Betschart, Jungtambouren-Obmann des Tambourenvereins Schwyz, gerät ins Schwärmen, wenn er über die neuen Trommeln spricht. Nach einem längeren Planungsprozess hat sich der Verein 27 neue Instrumente angeschafft. Im Materialraum im Schulhaus Herrengasse in Schwyz sind sie derzeit noch gut verstaut. Nach den Sommerferien dürfen die Jungtambouren erstmals darauf spielen. Ihren ersten grossen Einsatz haben die neuen Trommeln am Zentralschweizer Jungtambouren- und Pfeiferfest im September in Biberist. Die Neuanschaffung war aus Sicht des Vereins dringend notwendig. «Unsere Instrumente sind in die Jahre gekommen », sagt Betschart. Die bisherigen Trommeln verfügten über einen Trommelkessel aus Messing. Die neuen Modelle besitzen eine Zarge aus Aluminium. Dadurch sind sie deutlich leichter. Gleichzeitig kann das Material dünner verarbeitet werden, was den Klang verbessert. Auch technisch haben sich die Instrumente weiterentwickelt. Das Saitenschloss, mit dem die Schnarrsaiten gespannt oder gelöst werden, funktioniert heute anders als früher. Statt zwei kommen heute bis zu sechs verschiedene Saiten zum Einsatz. «Das Tonbouquet ist anders, besser», sagt Cornel Betschart. Die neuen Trommeln klingen klarer, direkter und etwas aggressiver, während die älteren Instrumente eher dumpf wirken. «Man kann diesbezüglich schon von einem Quantensprung sprechen.»
Leichter für den Nachwuchs
Die neuen Trommeln wurden bewusst in erster Linie für die 32 Jungtambouren des Vereins angeschafft. «Hauptgrund ist, dass die Jungen ein gutes und vor allem leichteres Instrument haben.» Das geringere Gewicht erleichtere längere Proben, die mit den bisherigen, rund sechs Kilogramm schweren Trommeln kaum ohne Pause möglich gewesen seien. Die erwachsenen Vereinsmitglieder besitzen grösstenteils eigene Holztrommeln mit Kalbsfell. Die neuen Vereinstrommeln sind dagegen mit Kunststofffellen ausgerüstet, die weniger empfindlich sind.
Bessere Voraussetzungen für Wettspiele
Der Tambourenverein Schwyz tritt bei offiziellen Anlässen, Schlachtfeierlichkeiten oder Bundesfeiern auf, spielt aber ebenso Konzerte und nimmt an Wettspielen sowie Tambourenfesten teil. Gerade dort seien gute Instrumente wichtig. «Natürlich muss man in erster Linie gut spielen können», betont Cornel Betschart. Gleichzeitig habe sich der Verein in den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren stark weiterentwickelt. Eigene Juroren im Verein hätten den Blick auf die Ausbildung der Jungtambouren und die Bewertungskriterien geschärft. Bereits in den Proben werde gezielt an den Faktoren gearbeitet, die an Wettspielen bewertet würden. «Unsere alten Instrumente waren nicht mehr das, was heute gefordert ist. Diesen Faktor haben wir nun eliminiert und können all unseren Jungtambouren die gleichen Voraussetzungen bieten.» Dass die Jungtambouren in den vergangenen Jahren trotzdem immer erfolgreicher wurden, habe den Wunsch nach neuem Material zusätzlich verstärkt. «Wir wollten auf einem vergleichbaren Niveau wie die Konkurrenz sein.» Die Schwyzer Jungtambouren haben sich am Eidgenössischen Jungtambourenfest 2026 in die Top fünf der Schweiz getrommelt. Finanziert hat der Verein die Neuanschaffung vollständig aus eigenen Mitteln. «Wir haben in den vergangenen Jahren gut gearbeitet und Geld auf die Seite gelegt», sagt Cornel Betschart. Den Gesamtbetrag für die neuen Trommeln möchte der Verein nicht nennen. Ganz ausgedient haben die bisherigen Instrumente noch nicht. Zunächst sollen sie innerhalb des Vereins verteilt werden. «Es wird aber sicher noch Trommeln übrig haben, die wir über eine Auktionsplattform verkaufen werden», sagt Betschart.
Nachwuchs als wichtigste Motivation
Der Tambourenverein zählt derzeit 32 Jungtambouren und 25 Aktive. Mit dem Nachwuchs ist der Verein zufrieden. «Nach der Pandemie hatten viele Vereine Mühe, neue Mitglieder zu finden. Wir haben immer volle Jungtambourenkurse. Das ist perfekt, wie es ist. Viele Leute haben Freude daran.» Warum das Trommeln für junge Menschen attraktiv bleibt, erklärt Betschart mit der grossen Vielseitigkeit. Neben offiziellen Auftritten gebe es zahlreiche Showmöglichkeiten. «Neben dem traditionellen Trommeln können Showkompositionen mit Perkussionsinstrumenten, Schlegeltricks und Choreografien aufgeführt werden.» Zudem ist das Trommeln durch den Schwyzer Narrentanz eng mit der Schwyzer Fasnacht verbunden. «Der Einsatz des Tambourenvereins an der Schwyzer Fasnacht wird sehr beachtet und geschätzt.» Dass nun die nächsten Generationen von den neuen Instrumenten profitieren können, freut ihn besonders. «Wir haben lange darauf hingearbeitet. Unser Nachwuchs profitiert davon, das motiviert sehr. Die nächsten Generationen können nun davon zehren.»
Bote der Urschweiz / Petra Imsand
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Bote der Urschweiz
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