Ingo Moser (P. Reichmuth, Mitte) hat etwas Probleme beim Aufstellen des Tisches. Platzwart Luca Salvatore Campanille (Th. Oberholzer, rechts) würde gerne helfen, doch seine Frau Alexandra Moser (S. Bisig, links) untersagt das strikte. Bild Konrad Schuler
Ingo Moser (P. Reichmuth, Mitte) hat etwas Probleme beim Aufstellen des Tisches. Platzwart Luca Salvatore Campanille (Th. Oberholzer, rechts) würde gerne helfen, doch seine Frau Alexandra Moser (S. Bisig, links) untersagt das strikte. Bild Konrad Schuler

Bühne

Publikum dankte mit Lachsalven

Die Theatergesellschaft Oberiberg überzeugte am Montagabend vollends anlässlich der Premiere der Komödie «Camper-Fründä» in drei Akten von Marcel Schlegel. Die Besucher waren ebenso hoch zufrieden wie die Mitwirkenden selbst.

Barbara Hehl und Silvia Bisig führen dieses Jahr beim 37. Stück der Theatergesellschaft Oberiberg seit 1976 erstmals gemeinsam Regie. Ihr Kommentar nach der Premiere der Uraufführung ist wohl stellvertretend und selbstredend für die Meinung im Publikum und bei den Laienspielerinnen und Laienspielern: «Die Aufführung ist uns sensationell gelungen. Wir sind rundherum glücklich und zufrieden.» Seit dem 23. September wurden insgesamt 28 Proben abgehalten. «Unsere Zusammenarbeit ist gut gelaufen. Wir haben immer alles gemeinsam besprochen», gaben die beiden Regisseurinnen zu Protokoll.

Beste Unterhaltung bei Premiere

Gegenüber den Spielerinnen und Spielern sei vor allem Silvia Bisig aktiv gewesen. Nun gelte es, auch noch die sieben weiteren Aufführungen so erfolgreich zu gestalten. «Das Stück ist in groben Zügen so aufgeschrieben, wie wir es spielten. Nur ganz wenige Zutaten stammen von uns», verrieten sie auf die Frage, ob denn die vielen heiteren Szenen wirklich so im Text stünden. Die Theaterleute boten bei der fast ausverkauften Premiere inklusive Pausen mehr als drei Stunden beste Unterhaltung. Der stets amüsante und mit vielen Überraschungen aufwartende Dreiakter brachte die Besucherinnen und Besucher immer wieder zum herzhaften Lachen. Das Premierenpublikum wurde gar häufig zu echten Lachsalven animiert.

Turbulente Darbietung begeistert

Das Stück kann jedermann empfohlen werden, der sich gerne ein paar Stunden amüsieren will. Die gut gelungene Darbietung kommt beim Publikum bestens an. Die Oberiberger Theaterleute haben an der Premiere einen kompakten und soliden Eindruck hinterlassen. Während den drei Akten, die zwischen 45 und 60 Minuten dauern, wird es der Theaterbesucherin und dem Theaterbesucher nie langweilig. Die Geschichte spielt auf dem idyllischen Campingplatz im Tessin. Der Alltag von Armin und Gisela Stämpfli (alias Fritz Marty und Priska Reichmuth) ist bestens eingespielt. Seit ihrer Pensionierung geniessen sie auf ihrem Jahresplatz die Nachbarschaft mit dem stets gut gelaunten Ehepaar Stefan und Sandra Gerber (Roland Ott und Anita Marty).

Chaos vorprogrammiert

Als eines Morgens Markus, Karin und Gina Wipf (Sebi Marty, Barbara Hehl und Martina Fässler) auf der unteren Parzelle ihr Zelt beziehen, ist es mit der grossen Ruhe vorbei. Mit der Ankunft der exotischen Alexandra Moser (Silvia Bisig), die ihren Ehemann Ingo (Pius Reichmuth) schlimmer als einen Sklaven hält, ist das Chaos vorprogrammiert.

Ausgewogenes Team beeindruckt

Das insgesamt über drei Stunden dauernde Stück lebt vor allem von träfen Sprüchen und markanten Worten sowie andererseits von turbulenten und heiteren Szenen, die regelmässig verteilt immer wieder zu spontanem und herzhaftem Gelächter im Publikum beitragen. Auch Szenenapplaus wurde vom Premierenpublikum gespendet. Monologe und Dialoge werden in bunter Abwechslung geführt. Sympathisch ist an der Inszenierung, dass es keine grösseren Durchhänger gibt, also keine längeren Szenen, in denen Langeweile aufkommen könnte. Stets wartet der Zuschauer gespannt auf die weitere Entwicklung des Geschehens. Vor allem im zweiten Akt sorgen die zehn Laienspieler dafür, dass das Publikum kaum mehr aus dem Lachen herauskommt.

Zehn Rollen für zehn Mitwirkende

Die Rollenverteilung stimmt geradezu perfekt. Die Rollen sind den Darstellerinnen und Darstellern regelrecht auf den Leib zugeschnitten. Das Team tritt homogen, ausgeglichen und harmonisch auf. Die Mitwirkenden spielen ihren Teil sehr gut bis hervorragend. Die Darstellerinnen und Darsteller überzeugen rundweg durch ihre Kompaktheit und Ausgeglichenheit. Die Oberiberger Theaterleute verdienen auch heuer regen Zuspruch und grosse Anerkennung für ihre Aufführung. Der Vorverkauf lief vielversprechend an. Gespielt wird insgesamt zehnmal.

Aufführungen

29. und 30. Dezember 2010

5., 7., 8., 14.,15. Januar 2011

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

30.12.2010

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www.schwyzkultur.ch/Dd4uPH