Die Gastgeber-Blaskapelle Etzel-Kristall konnte sich vor Applaus fast nicht mehr retten. Bild Kurt Fässler
Die Gastgeber-Blaskapelle Etzel-Kristall konnte sich vor Applaus fast nicht mehr retten. Bild Kurt Fässler

Musik

Ein Feuerwerk aus Blasmusik

Vergangenen Sonntag hatte die Blaskapelle Etzel-Kristall zum alljährlichen Blasmusiktreffen eingeladen. Zum ersten Mal fand dieser Anlass in der MZH Moos in Oberiberg statt.

Pünktlich um 11 Uhr eröffneten die Fürstenländer Musikanten mit dem rassigen Marsch «em Land Tirol» das Blasmusiktreffen. Präsident Christoph Huber von «Etzel-Kristall» begrüsste die Blasmusikfreunde mit humorvollen Worten und stellte die 15 Fürstenländermusikanten vor, die im Jahr 2006 aus der seit vielen Jahren existierenden Spielgruppe der Musikgesellschaft Reichenburg entstanden sind. Unter der Leitung von Werner Fischer spielten sie böhmisch-mährische Klänge. Ganz speziell erwies sich der Solo-Ländler «Mamince» (für Mutter), denn hier wurde zu den ersten Klängen mit den Klarinettistinnen getanzt, ehe abwechselnd zwei Tenorhörner, Trompete mit Horn und ein Horn-Solo bestens zur Geltung kamen. Gross war der Applaus.

Erfolgreiche Blaskapelle

Mit dem Wechsel der Musikanten auf der Bühne konnte der Präsident von Etzel-Kristall die Wiggertaler Blaskapelle vorstellen. Sie wurde von Willy Bühlmann anno 1985 gegründet. Er und seine Musikanten sind in der glücklichen und wohl einmaligen Lage, seit der Zeit der Gründung von der durch und durch musikalischen, attraktiven und quirligen Therese Müller-Tanner auf hohem Niveau dirigiert zu werden. Die in reiner Blechmusikbesetzung musizierende Formation hat seit der Gründung fünf CDs produziert. Sie ist mehrmals im Radio und Fernsehen aufgetreten, stellte sich 1998 das erste Mal am Schweizerischen Blasmusiktreffen der Jury und gewann mehrmals bei der Kategorie «Freie Besetzung». Bei den Radiowettbewerben wurde sie zwei Mal «Beste Blaskapelle der Schweiz» und letztes Jahr «Beliebteste Blaskapelle der Schweiz».

Gelungene Stückwahl

Dementsprechend überzeugend begrüssten sie die Zuhörer mit dem rassigen, stimmgewaltigen Stück «Der Zaubermarsch». Es war die Dirigentin selbst, die durch das Programm führte und mit lustigen, humorvollen Einfällen ihre Musikanten vorstellte. In ihrem Repertoire gab es den «Blaskapellen-Marsch» von Walter Boss, «Dibidäbi lüpf dis Bei» von Artur Beul, «Rosenduft» von René Sollberger und vieles mehr. Temperamentvoll, durchsetzt mit Synkopen wurde auch «Swinging Clementine» vorgetragen. Jedes Register brachte stehend ihr Solo vor, es war Ohren- und Augenschmaus. Beim «Guggerzytli» gelang es der Dirigentin, dass das ganze Publikum je Hälfte im Saal kräftig mithalf, das Gugu zu singen. Beim «Schorschl-Schottisch» schwenkte sie plötzlich auf «Roman fährt Automobil» ein, was zu begeistertem Applaus im Takt animierte. Hornist als spontaner Dirigent

Jüngste Formation

Eine Verschnaufpause war nötig bis zum nächsten Auftritt der Gerold's Musikvagabunden. Es war die jüngste Formation. Gerold Leuthold gründete sie 2012. Leider war der Dirigent krankheitshalber abwesend, sodass er durch den wunderbaren Hornisten Michael Meier spontan Vertretung erhielt. Auch hier wurde wieder Musik der Superlative geboten. Man bekam Hühnerhaut beim Vortrag «Alpenklänge». Ansteckende Gemütlichkeit wurde beim Walzer «Sommerglück bei Blasmusik» geboten. Ein wunderbares, melodiöses, berührendes Trompetensolo beinhaltete «Love Song for Trumpet». Unglaublich virtuos, ja echt akrobatisch war, was Harry Kirschner aus seiner Tuba hervorzauberte. Ihr Abschluss mit dem «Ueli Schottisch» hätte treffender nicht sein können. Wieder wurde den Musikanten stürmisch applaudiert.

Etzel-Kristall als Abschluss

Wie jedes Jahr bildet der Auftritt von Etzel-Kristall den Konzertabschluss. Die 1993 gegründete Etzel-Kristall, die aus 20 talentierten und ehrgeizigen Musikanten besteht und von Toni Gräzer dirigiert wird, muss nicht gross vorgestellt werden. Wie jedes Jahr konnten sie mit ihrer speziellen Etzel-Kristall-Musik den vollen Saal in Oberiberg begeistern. Jeder Musikant ist ein Solist auf seinem Instrument, was auch am vergangenen Sonntag voll zur Geltung kam. Allein der Auftakt mit «Mährisch Blut» war total artgerecht. «Sommernachtsfest», gespielt in allen Nuancen, abwechslungsweise mit Klarinetten, Trompeten und kräftiger Unterstützung von den Hörnern und Tuba, verlangte viel Gefühl. Sehr melodiös im

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

08.04.2014

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schwyzkultur.ch/ZgSeGM