Kunst & Design
50 Jahre Kultur in Pfäffikon: Ausstellung zum Jubiläum
Das Vögele Kultur Zentrum feiert mit einer Jubiläumsausstellung. Was mit der Vision des Gründers Charles Vögele begann, entwickelte sich zu einem Kultur-Hotspot am Obersee und weit darüber hinaus.
Das Vögele Kultur Zentrum wird ein halbes Jahrhundert alt. Die Idee des Gründers Charles Vögele ist die Klammer, die die fünf Jahrzehnte zusammenhält. Niederschwelliger Zugang zu Kunst und Kultur für Jung und Alt. 1976 wurde das Seedamm- Kulturzentrum eröffnet, nach der Jahrtausendwende wurde das Konzept geändert. Heute thematisiert die Institution sich selbst in einer Ausstellung. Gezeigt wird, was war und was ist. Und was wird sein? Es werde in Zukunft noch stärker darauf fokussiert, «einen Raum zu bieten, in dem sich unser interessiertes Publikum austauschen kann», erklärt Stiftungsratspräsidentin Monica Vögele. Sie blickt optimistisch in die Zukunft. Die Ideen würden nie ausgehen, «weil die Gesellschaft immer wieder neue liefert».
Zeitreisen sind Science Fiction. Unmöglich. Echt?
Im Vögele Kultur Zentrum kann man aktuell 50 Jahre in respektive durch die Vergangenheit spazieren. Zum Jubiläum der Institution in Pfäffikon gibt’s eine Sonderausstellung. Ein Rundgang im kleinen Kreis, erste Einblicke. Stiftungsratspräsidentin Monica Vögele macht die Führung nicht selbst. Zu involviert, sagt sie. Silvana Muhl übernimmt das, im Haus zuständig für Kulturvermittlung. Für sie ist es die Generalprobe. Gezeigt werden Schwerpunkte aus 50 Jahren. Ein halbes Jahrhundert, in dem sich die Welt rasant veränderte, Kunst und Kultur auch. Was gleich blieb, ist das zentrale Anliegen des Gründers Charles Vögele: niederschwelligen Zugang für Jung und Alt zu schaffen. Einen Begegnungs- und Vermittlungsort für alle.
Lebende Geschichte
Blickfang im Ausstellungsraum: das Kunstwerk «Leuchtkugel», hell strahlend. Der Gründer sagte einst: «Kunst und Kultur werden oft elitär präsentiert.» Er wollte andere Wege gehen, ungewöhnliche. Das brachte ihm anfangs Kritik ein. Unter anderem von Kunsthistoriker Fritz Billeter und Konservator und Kurator Peter Killer. Und wie geht man mit Kritikern am besten um? Man sucht den Austausch. Was entstand, war eine langjährige Zusammenarbeit. Charles Vögele blieb seiner Vision treu: Menschen für Kunst und Kultur zu begeistern. Stets an seiner Seite: Agnes, seine Frau. Ihr Motto spiegelt die Geschichte und Entwicklung des Kultur-Hotspots in Pfäffikon wider: «Wenn man etwas macht, soll man es richtig machen.» Eine Devise, umgesetzt in der aktuellen Jubiläumsausstellung. All das Erzählte wird zum Leben erweckt durch Exponate, Bilder, Fotos, interaktive Stationen.
1976 wurde das Seedamm-Kulturzentrum gegründet.
Mit der Renovierung des Gebäudes im Jahr 2009 erhielt es auch ein neues Konzept. Der Fokus verschob sich auf gesellschaftsrelevante Themen. Aus dem Seedamm-Kulturzentrum wurde 2010 das Vögele Kultur Zentrum. Idee der Neuausrichtung: verschiedene Aspekte eines Themas darstellen, zum Denken anregen, aber keine Antworten liefern. «Die Besucher sollen eintauchen und Sinneserfahrungen machen», erklärt Silvana Muhl. Dabei versuchen die Ausstellungsmacherinnen und -macher immer wieder neue Zugänge zu finden – damals wie heute.
Eröffnet wurde die Institution übrigens mit einer Ausstellung von Hans Erni. Fotos dieser ersten Werkschau kann man in der aktuellen Ausstellung sehen. Diese wurde von Erich Wessner zusammengestellt. Seit über 37 Jahren ist er Haustechniker und weit mehr als das, nämlich «Herz und Seele des Hauses». Einer, den man normalerweise nicht sieht. Einer aber, ohne den keine Bilder an den Wänden hängen und keine Kebabschachteln zu Tunnels gezimmert würden.
Ob für die nächsten zehn, 15 oder 50 Jahre: Das Vögele Kultur Zentrum wird sich auch weiterhin entwickeln wie die Kunst: kreativ, kontrovers, visionär, nur nicht geradlinig. Die aktuelle Jubiläumsausstellung läuft noch bis 4.Oktober. Zu viel sei nicht verraten. Es ist eine eindrückliche Zeitreise, die man selbst erleben muss.
Infos
Die Jubiläumsausstellung zum 50. Bestehen ist noch bis 4. Oktober 2026 geöffnet.
Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Michel Wassner
Autor
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