Die strenge Lehrerin (vorne links) erklärt Schülern den Postenlauf. Bilder Anouk Arbenz
Die strenge Lehrerin (vorne links) erklärt Schülern den Postenlauf. Bilder Anouk Arbenz
Der bösartige Eisverkäufer verwechselt Jeremy (rechts) mit seinem Bruder, den er umbringen will.
Der bösartige Eisverkäufer verwechselt Jeremy (rechts) mit seinem Bruder, den er umbringen will.

Bühne

Abenteuer aus dem Tagebuch

Die Sekundarklasse 2a der Sek Eins Höfe in Pfäffikon sorgte gestern bei ihrem Auftritt am Morgen vor den Klassen und beim öffentlichen Auftritt am Abend mit ihrem eigens geschriebenen Theaterstück für grosse Unterhaltung.

 Das rund einstündige Stück der neun Sekundarschülerinnen und acht Sekundarschüler der Klasse 2a brachte alles mit, was ein Theaterstück braucht: Humor, Clichés, Spannung und mörderische Absichten. Es handelt von einer Schulklasse, die nach Paris auf Klassenfahrt geht und dabei ein kleines Abenteuer erlebt.Wie im realen Leben finden sich in dieser Klasse ganz verschiedene Rollen und Gruppierungen zusammen: die patriotischen Bauern, die Sportler, der Ausländer, die Tussis, der notorische Zuspätkommer, die Streber, der Emo, die Träumerin und die Rockerin, die sich immer quer stellt. Eines haben sie jedoch gemeinsam: Sie alle führen Tagebuch. Das Tagebuch spielte sowohl auf der Bühne als Rahmenhandlung zu Beginn und zum Schluss des Stücks als auch während der Entwicklung der Geschichte im Schulzimmer eine grosse Rolle. Klassenlehrer Roman Wasescha nutzte nicht zum ersten Mal Rollentagebücher als Grundlage: «Ich habe gute Erfahrungen mit dieser Methodegemacht, da die Schüler auf diese Weise selber ihre Rolle finden.» Unterstützt wurde Wasescha von einer Theaterpädagogin. Der eiskalte Franzose und Jeremys Rettung in letzter Sekunde Zurück zur Handlung: Nach einer Szene im Flugzeug nach Paris ist die Klasse endlich in der Stadt der Liebe angekommen. Nachdem geklärt ist, wer in welchem Bett schlafen darf, unternehmen die Schüler auf Anweisung der strengen Lehrerin einen Postenlauf. Derweil beobachtet ein französischer Eisverkäufer die Gruppe, der auf einen Schüler,Jeremy,aufmerksam wird. Er denkt, in ihm seinen tot geglaubten Bruder François zu erkennen. Er ist schockiert, denn er selbst hat ihn vor einigen Jahren aus Eifersucht und Wut getötet. Als er aus seinem Tagebuch vorliest, wird klar, weshalb: François hat seinen Bruder die gesamte Kindheit über geplant, die Eltern haben bloss zugeschaut. Daraufhin lockt der Eisverkäufer Jeremy in seine Eisdiele, wo er ihn fesselt. Dieser versteht nicht, wie ihm geschieht. Währenddessen macht sich der Rest auf die Suche nach ihrem verschollenen Klassenkameraden. In letzter Sekunde kann der arme Jeremy vor seinem Peiniger gerettet werden.Die Freude währt jedoch nur kurz: Die Klasse muss noch am selben Tag zurück in die Schweiz fliegen. Zu gefährlich ist es in Paris. Die Schüler bewiesen in ihrem Stück Fantasie und Witz. Der eine oder die andere scheint offensichtlich auch ein Talent für die Bühne zu haben. Einigen Schülern ist eine schauspielerische Karriere durchaus zuzutrauen.


Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Anouk Arbenz

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

28.06.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/Vr9xiv