Die Höfnerin Martina Hirzel erzählte von Wilhelm Busch. Bild skp
Die Höfnerin Martina Hirzel erzählte von Wilhelm Busch. Bild skp

Bühne

Auf den Spuren von Max und Moritz

Die Pfäffikerin Martina Hirzel referierte gestern über den deutschen Dichter und Zeichner Wilhelm Busch.

Gestern Nachmittag hat die Pfäffiker Schauspielerin, Buchhändlerin und Psychotherapeutin Martina Hirzel im Pfarrheim Gerbi im Rahmen von Kultur und Begegnung einen Vortrag gehalten. Vor rund 50 Zuhörern referierte sie über den deutschen Zeichner, Maler und Karikaturrist Wilhelm Busch, der vielen Leuten hauptsächlich wegen seiner Bildergeschichte Max und Moritz bekannt ist. Sie startete ihre Vorstellung mit dem Vortragen eines Gedichts, danach nahm sie die Anwesenden mit auf eine Reise durch Wilhelm Buschs Leben.


Vorreiter des Comics


Busch, 1832 geboren, gehört dank seinen sehr berühmten Bildgeschichten zu den Vorreitern des Comics und des Zeichentrickfilms. Seinen Durchbruch in der Literaturwelt schaffte Busch 1865 mit der Veröffentlichung der Bildergeschichte «Max und Moritz», welche sich aber nach vielen Kritiken – ihr wurde Frivolität und Jugendgefährdung vorgeworfen – erst ab 1868 richtig gut verkaufte.


Vielfältigkeit in Texten


Für seine sehr komischen Arbeiten galt er als einer der einflussreichsten humoristischen Dichter und Zeichner Deutschlands. Oftmals schreibt Busch in seinen Geschichten erst über ein dramatisches Geschehen, welches dann durch Slapstick-Einlagen völlig im Chaos endet. In seinen bekanntesten Bildergeschichten deckt er viele verschiedene Themenbereiche ab. Bei seiner Geschichte «Die fromme Helene» beispielsweise thematisiert er die Frömmelei von Geistlichen und wurde sogar dafür angeklagt, jedoch ohne gravierende Folgen. In «Herr und Frau Knopp» kritisiert er die Doppelmoral und Selbstzufriedenheit gewisser Spiessbürger und stellt Ergötzlichkeiten dar. Bei «Hans Huckebein der Unglücksrabe » sowie bei «Flipps der Affe» beschreibt er die Tierwelt. Busch wurde oft Antisemitismus in seinen Geschichten vorgeworfen, weil er sich immer über Juden lustig machte. Stattdessen wollte er dadurch einfach gewisse Stereotypen der Gesellschaft darstellen. Ausserdem hatte der Deutsche viele jüdische Freunde.


Auch heute noch aktuell


Viele Einfälle von Busch sind bei uns bis heute bekannt. So stammen gängige Redensarten wie «Die Qual der Wahl», «Dies war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich» oder «Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr» aus Buschs Sammlungen, genau wie das Zitat, mit dem Hirzel ihren Vortrag beendete: «Will das Glück nach seinem Sinn dir was Gutes schenken, sage Dank und nimm es hin ohne viel Bedenken.»


Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Lars Morger

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

21.03.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/wA85Di