Die Satirikerin Lisa Catena sorgte im Schlossturm in Pfäffikon für einen unterhaltsamen Abend.  Bild Melanie Weber
Die Satirikerin Lisa Catena sorgte im Schlossturm in Pfäffikon für einen unterhaltsamen Abend. Bild Melanie Weber

Bühne

Ein explosiver Abend im Schlossturm

Satirikerin Lisa Catena begeisterte am Mittwochabend das zahlreich erschienene Publikum mit ihrem Programm «Nume nid gsprängt!» im Schlossturm in Pfäffikon.

Sie ist politisch, komplett unneutral, explosiv und für eine Bernerin sehr schnell: Lisa Catena strapazierte am Mittwochabend im Schlossturm die Lachmuskeln der Anwesenden. Organisiert wurde der Anlass vom Verein Pro Schloss Pfäffikon. Es war rappelvoll, sehr warm, und damit es bestimmt heiss blieb, hatte die 39-Jährige jede Menge sprachliches Dynamit im Gepäck. Die Swiss-Comedy-Award Gewinnerin startete ihre künstlerische Karriere als Gitarristin in einer mässig erfolgreichen Punkband. «Die Schule und zwei Studiengänge habe ich erfolgreich abgebrochen.» So blieb ihr nichts anderes übrig, als ihre gescheiterte Karriere mit Humor zu nehmen und Satirikerin zu werden. Und seither tourt sie mit ihren Satire-programmen durch die Schweiz und Deutschland.


Terroristen einfach auslachen


Ihr aktuelles Programm «Nume nid gsprängt!» ist laktose- und glutenfrei, es kommen Tiere vor und es enthält Spuren von Satire. Die Pointen sind artgerecht und kommen «aus der Region » – wie vieles beim Detailhändler. Lisa Catena distanziert sich von gängigen weiblichen Comedy-Programmen, die Klischees wie Orangenhaut, Staubsauger oder Wechseljahrbeschwerden thematisieren. Sie hat keine Cumulus-Karte und macht auch vor politischen Themen nicht Halt. So bereut sie, dass Bundesrat Johann Schneider-Ammann zurücktritt. «Damit wird die Hälfte aller Komiker arbeitslos. » Auch Berlusconi oder Amerikas Präsident Donald Trump bekommen ihr Fett weg: «Man kann auch mit blöder Frisur Präsident werden.» Lisa Catena schimpft über Ideologen, «die können Humor nicht verputzen. Oder haben Sie schon einmal einen lustigen Nazi gesehen?» Oder man stelle sich einen lustigen Taliban vor. Überhaupt findet sie,dass (Aus)-Lachen am besten hilft bei Terroristen und Extremisten «Nume nid gsprängt!» ist ein Plädoyer, sich nicht über alles und jeden aufzuregen. Und einfach mal zu lachen. Auch oder vor allem über sich selbst.


Höfner Volkblatt & March Anzeiger / Melanie Weber

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

02.11.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/Yiw9MS