«Ein Fest der Daheimgebliebenen», zelebriert im letzten Teil des Performance Sommers. Bild Tanja Holzer
«Ein Fest der Daheimgebliebenen», zelebriert im letzten Teil des Performance Sommers. Bild Tanja Holzer

Bühne

Hoffnungsvolles Warten – doch der Horizont bleibt leer

Der dritte und letzte Teil des Performance Sommers der Bühne Fasson zu Besuch im Künstleratelier Germann Benz feierte am Donnerstag und Samstag in Pfäffikon «Ein Fest der Daheimgebliebenen».

Warten kann voller Unruhe sein – und auch kunstvoll erfüllt. Mit dem dritten und letzten Programm «Ein Fest der Daheimgebliebenen» endete am Donnerstag- und Samstagabend der Performance Sommer der Bühne Fasson im Künstleratelier German Benz. Noch einmal erblühte das Steinfabrikareal in Pfäffikon in besonderem Charme. Grundlage hierfür war heuer das Epos «Odyssee» des griechischen Dichters Homer. Die Künstler Christoph Baumann, Utz Bodamer, Nelly Bütikofer, Peter Grünenfelder, Annette Labusch und Karin Minger bereiteten alles vor für die Heimkehrer, übten das mehrstimmige Empfangsorchester und deckten die Tafel. «Ein Schiff wird kommen», singt Labusch. Die Wartenden rücken ihre Sonnenbrillen zurecht, strecken sich, halten angestrengt Ausschau. In Fetzen fliesst die Begrüssungsrede zur Probe über die Lippen, einreden, einstimmen, einsummen. Die Segel werden erklärt und gelüftet, die Teller an der Hose poliert, das Besteck hinund hergeschoben.

Warten auf...

Immer wieder schweift der Blick in die Ferne. «Bleibe nicht so lange fort», schrieb die Mutter. Und Penelope verzehrt sich nach ihrem Liebsten. Unruhe, Finger klopfen ungeduldig auf den Tisch, ein Schrei zerreisst das Warten, und die Ungeduldigen stürmen davon. Sie sind bereit für den grossen Empfang. Vergebens, der Horizont bleibt leer. Das Warten zieht sich, «die Bande verlangt nach Musik und Gesang», Zerstreuung, um die Sehnsucht zu vertreiben und das Halsverrenken zu verringern. Wird Odysseus heimkehren?

Was bleibt, ist die Hoffnung

Den mitwartenden Gästen servierten die Künstler nach der Performance ein feines Nachtessen. Hinter den Töpfen mit duftendem Gulasch und Polenta stand Gastgeber Germann Benz und hinter dem Ausschank seine Partnerin Doris Greuter. Der Performance Sommer war rundum ein eindrucksvolles Erlebnis.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

30.08.2010

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schwyzkultur.ch/kRiAG4