Dass Musik und Humor gut zusammenpassen, bewies das Duo Calva am Samstag in Pfäffikon. Bild Simone Pflüger
Dass Musik und Humor gut zusammenpassen, bewies das Duo Calva am Samstag in Pfäffikon. Bild Simone Pflüger

Bühne

Komik hinter zwei Cellos

Eine Oper mag dramatisch und traurig sein, das Duo Calva brachte das Publikum mit Mozarts «Zauberflöte» vor allem zum Lachen. Virtuos beherrschen die beiden Cellisten ihre Instrumente, aber auch ihr Mundwerk.

«Full House» war am Samstagabend im Schlossturm in Pfäffikon. «Heute Abend: Zauberflöte! Grosse Oper für zwei Celli», verkündete das Programm der beiden Cellisten Alain Schudel und Daniel Schaerer. In ihrer Show spielten sie die Rolle der Aushilfscellisten, die im Orchestergraben auf das russische Ensemble warteten. Per Handy erfuhren die beiden Cellisten dann, dass der Bus des Ensembles stecken geblieben sei.

Abend selbst inHand nehmen

Also mussten sie den Abend selbst in die Hand nehmen und das Publikum kreuz und quer durch die klassische Opernliteratur führen. Dabei ging es keinesfalls todernst zu. Während beispielsweise Dani seinem Cello eine herzzerreissende Melodie entlockte, fing Alain hinter seinem Instrument zu schnarchen an. Bei einem anderen langsamen Stück kam Alain ins Schwärmen: «Dani, ich liebe diese Musik.» Doch nicht etwa, weil sie so melancholisch sei oder aus dem Barock komme, sondern «weil man sich zwischen diesen langen Tönen etwas ausruhen kann.»

Meister der Mimik

Die beiden Cellisten brachten das Publikum immer wieder zum Lachen, wenn sie sich bei ihrem Spiel gegenseitig kommentierten. Auch das Cellospiel an sich sprach Bände. So strichen die beiden einmal leidenschaftlich-verliebt über die Saiten, dann wieder völlig verbissen und zum Schluss noch mit trotzigem Gesichtsausdruck. Witzig waren auch die Momente, als in den klassischen Werken plötzlich allseits bekannte Schnulzen auftauchten, wie zum Beispiel «Marmorstein und Eisen bricht». Schliesslich sei das Cello ja das Instrument der Liebe, wie die Cellisten betonten.

Kommunikation mit Publikum

Im Laufe der Show zeigte sich, dass das Duo Calva auch gerne mit dem Publikum kommuniziert. So startete Alain eine Umfrage, bei der er einzelne Personen nach ihrer Musikalität befragte. Und ein Zuschauer bekam sogar die Ehre, die Zauberflöte zu spielen. Doch nicht nur diesem Gast, sondern sicherlich auch allen anderen wird dieser humorvolle und erfrischende Abend in bester Erinnerung bleiben.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

14.02.2011

Webcode

schwyzkultur.ch/RUceiT