Die Macherinnen: Fabienne Maissen (links) und Milena Rüegg stellten die Kurzfassung des Musicals «Mamma Mia» auf die Beine.
Die Macherinnen: Fabienne Maissen (links) und Milena Rüegg stellten die Kurzfassung des Musicals «Mamma Mia» auf die Beine.
Sofie und ihre drei möglichen Väter.
Sofie und ihre drei möglichen Väter.
 Harry (Luca Koch), der Ex-Lover, macht Donna vor versammelter Hochzeitsgesellschaft einen Antrag. Bilder Christina Teuber
Harry (Luca Koch), der Ex-Lover, macht Donna vor versammelter Hochzeitsgesellschaft einen Antrag. Bilder Christina Teuber

Bühne

Sommergefühle auf der Kantibühne

Das Musical «Mamma Mia» eroberte am Donnerstag die Kantibühne. Die Maturaarbeit von Fabienne Maissen und Milena Rüegg brachte mächtig Sommerstimmung in die Aula der Kantonsschule und erweckte in manchem Zuschauer ungeahnte Sommergelüste.

Der Regen hat sie alle in die Kantonsschule in Pfäffikon getrieben, die Zuschauer der Maturaarbeit von Fabienne Maissen und Milena Rüegg. Die Erwartungen an die verkürzte Fassung des Musicals «Mamma Mia» mit der Musik von ABBA waren hoch. «Ich hoffe nur, das Stück bringt endlich mal ein wenig Sommerstimmung auf. Es ist meine letzte Hoffnung»,sagte ein Zuschauer vor der Vorstellung. Sollten sich seine sehnlichsten Wünsche nach dem Sommergefühl erfüllen? Die Geschichte des Musicals kannte so gut wie jeder in den Zuschauerreihen. Sofie (die Tochter von Donna) heiratet bald, will aber, dass ihr bislang noch unbekannter Vater sie vor den Altar begleitet. Eine glückliche Fügung spielt ihr das Tagebuch der Mutter in die Hände. Darin findet sie drei mögliche Väter, die sie kurzerhand alle im Namen der Mutter einlädt,ohne ihr etwas davon zu erzählen. Das Desaster ist vorprogrammiert.

Männerprobleme

Für ihr grosses Projekt hatten sich Fabienne Maissen und Milena Rüegg viel vorgenommen. Maissen verkürzte das Stück auf eine Länge von 40 Minuten und probte mit elf Schauspielern, Rüegg schrieb die Arrangements für ein siebenköpfiges Orchester und trainierte die Musiker anschliessend. Das Schwierigste? «Ganz klar die singenden Männer. Es hat lange gedauert, bis wir drei stimmlich geeignete Jungs fanden, die dann auch noch genügend Zeit hatten, um am Projekt mitzumachen», erklärte Maissen. Doch die Maturandin hatte noch mit anderen Problemen zu kämpfen. Multitalente, die singen und schauspielern können, seien sehr selten. Entweder könne jemand das eine oder das andere. Eine Herausforderung,die aber dem Spassfaktor, den die «Mamma-Mia-Familie» während den zweimonatigen Proben hatte, nicht schadete. Zusätzlich gestalte sich auch die Sponsorensuche schwieriger als gedacht. Mit viel harter Arbeit gelang es den beiden jedoch, von der Zahnartzpraxis bis hin zur Plattenlegerfirma viele für ihr Projekt zu gewinnen. Die gesamte Aufführung ging ohne Probleme über die Bühne.

Publikum trällerte mit

Das Publikum trällerte begeistert jeden ABBA-Hit mit und genoss die kleine Sommeroase, welche die beiden Maturandinnen auf der Kantibühne kreiert hatten. Die Regenstimmung war wie weggeblasen, die packende Musik erwärmte das Herz und liess den letzten Tropfen Regengedanken verdunsten. Doch nicht nur das Publikum war begeistert und bedankte sich mit tosendem Applaus bei der «Mamma-Mia-Familie». Maissen war emotional so überwältigt, dass es ihr glatt die Sprache verschlug. Beinahe alles war perfekt. Nur ein kleines Detail fehlte. «Wenn die zwei schon Sommerstimmung aufleben lassen, sollten sie wenigstens danach ein richtig kühles Bier offerieren», sagte ein Zuschauer lachend und schnappte sich ein (wenigstens eiskaltes) Wasser. Draussen prasselte der Regen gegen das Fenster. Doch für einmal fiel kein Wort über ihn. Hoffnung erfüllt.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Christina Teuber)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

20.06.2016

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schwyzkultur.ch/smBpgS