Kanti-Theater: Die Bettlerinnen mit Prothesen-Attrappen erschreckten die Schaulustigen, als sie zwischen den Publikumsreihen hindurchhumpelten. Bild ps
Kanti-Theater: Die Bettlerinnen mit Prothesen-Attrappen erschreckten die Schaulustigen, als sie zwischen den Publikumsreihen hindurchhumpelten. Bild ps

Bühne

Zuschauer in die Welt der Herzlosigkeit gerissen

Viele Schaulustige fanden sich am Samstagabend in der KSA-Aula zusammen, um die «Dreigroschenoper», ein Stück Bertolt Brechts, zu sehen. Die Schauspieler der Kantonsschule Ausserschwyz zeigten nicht nur schauspielerisches, sondern auch gesang liches Talent.

Die Aula der KSA überquoll förmlich an der Premiere vom Kanti-Theater; alle 274 Plätze waren schon einige Zeit vor Beginn besetzt. Das Orchester der Kantonsschule Ausserschwyz unter Leitung von Urs Bamert machte den Anfang und leitete das Theater mit einem Stück ein, bevor der Vorhang sich öffnete, und schon wurde das erste Lied der Schauspieler – oder soll man sie in diesem Stück doch eher Sänger nennen? – angestimmt.

Die «Dreigroschenoper»

Das Publikum wurde direkt in die Welt der Herzlosigkeit gerissen, in der Jonathan Peachum, der Chef der Londoner Bettelfirma und gespielt von Lukas Fuchs, die Bettler, die bei ihm verkehren dürfen, anhand von Prothesen absichtlich verunstaltet, damit ihre Rendite höher ist. Dessen Tochter Polly, verkörpert durch Wanda Winzenried, verliebt sich in den allzu tollen «Geschäftsmann» Macheath, Carlo Brentel. Als langsam ans Licht kommt, wer Macheath, auch Mackie Messer genannt, wirklich ist, kommt Schwung in den Laden, und ein Drunter und Drüber beginnt. Aber erst nach der versteckten Heirat zwischen Macheath und Polly kommen die Wahrheiten langsam ans Licht. «Und was tut man, wenn man verheiratet ist? Sich scheiden lassen!», meinte Jonathan Peachum, der von Anfang an gegen diese Beziehung war. Als Macheath wiedermal in Jennys (Rosana Stieger) Etablissement «Schnelli Liebi» auftaucht, wird er vom Polizisten Smith, Micha Schnyder, überführt. Nun überschlagen sich die Ereignisse; Macheath kommt ins Gefängnis, und dort treffen auch seine Ehefrau und seine Ex-Freundin Lucy zusammen, die beide davon überzeugt sind, dass seine Liebe nur ihnen gehört. Mithilfe von Lucy kommt er frei, denn «ist das nötige Geld vorhanden, ist das Ende meist gut».

Die Macher

Unterstrichen wurden alle Lieder durch das Orchester, das sich ebenfalls keine Fehler erlaubte. Mischa Käser führte Regie und bearbeitete das Theaterstück für die Schüler der KSA. Doch ohne Hilfe von Daniel Bütler für Bühne/Grafik, Florence Rütsche, Kostümmitarbeit, Timon Ziltener und Julia Wirt, Licht/Technik und zu guter Letzt Michelle Lüchinger, die für die Produktionsleitung verantwortlich war, wäre das Theater wahrscheinlich nur halb so gut vorgeführt worden.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

29.03.2010

Webcode

schwyzkultur.ch/kZhjvA